Börse New York
Wall Street enttäuscht über US-Konsumdaten

Die Lage der Weltkonjunktur bereitet den US-Aktienhändlern Sorge. Zudem drücken Zahlen zum Einzelhandel auf die Stimmung. Die US-Börsen tendieren kurz vor Wochenende moderat im Minus.

New YorkDie US-Börsen haben wegen eines enttäuschenden Cisco-Ausblicks und der Ungewissheit über die Zinsen nachgegeben. Auf die Stimmung drückten auch die Daten zum Einzelhandelsumsatz. Außerdem machten einige Börsianer vor dem Wochenende Kasse. Der Dow-Jones-Index schloss 1,2 Prozent tiefer auf 17.245 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verringerte sich um 1,1 Prozent auf 2023 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq sank um 1,5 Prozent auf 4927 Punkte. Im Wochenvergleich fiel der Dow um 3,7 Prozent, der S&P um 3,6 Prozent und der Nasdaq um 4,3 Prozent.

Die Aussicht auf steigende Zinsen belaste die Aktienmärkte, auch wenn ein solcher Schritt bereits erwartet werde, sagte ein Börsianer. "Es herrscht Vorsicht", erklärte Analyst Harry Shann vom Brokerhaus Logic Investments. Investoren scheuten vor dem Dezember-Treffen der US-Notenbank Fed größere Engagements. Fed-Chefin Janet Yellen und andere Notenbanker hatten wiederholt angedeutet, dass eine Zinserhöhung bei der Sitzung am 15. und 16. Dezember möglich sei.

Gemischte Signale kamen von der Konjunkturseite. So fielen die US-Einzelhandelsumsätze im Oktober enttäuschend aus. Die Verbraucher zeigten sich im November hingegen bester Laune: Das vorläufige Verbrauchervertrauen der Uni Michigan stieg im November um 3,1 auf 93,1 Punkte.

Bei den Einzelwerten ging es nach einem trüben Ausblick des Netzwerkausrüsters Cisco fast sechs Prozent abwärts für dessen Aktien. Der Pharmahersteller Mylan begrub seine Pläne für eine feindliche Übernahme von Konkurrent Perrigo. Mylan-Aktien stiegen um fast 13 Prozent, während Perrigo-Papiere um gut sechs Prozent nachgaben.

Ein enttäuschendes Quartalsergebnis und ein zurückhaltender Ausblick lösten bei Fossil einen Ausverkauf aus. Die Aktien des Anbieters von Uhren und Mode-Accessoires brachen um 36 Prozent ein.

Ein fünfprozentiges Umsatzplus im wichtigsten Absatzmarkt China verlieh dem Fastfood-Konzern Yum Auftrieb. Die Aktien des Betreibers von "Pizza Hut", "KFC" und "Taco Bell" stiegen um mehr als drei Prozent.

Europas Anleger fassten rund einen Monat vor einer möglichen Zinswende in den USA Aktien nur noch mit spitzen Fingern an. Der Dax gab 0,7 Prozent auf 10.708 Punkte nach. Der EuroStoxx50 verlor rund ein Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer. 1154 Werte legten zu, 1903 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Milliarden Aktien 1027 im Plus, 1761 im Minus und 157 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten nach unerwartet schwachen Einzelhandelsumsätzen zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 13/32 auf 99-26/32. Die Rendite sank auf 2,273 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 21/32 auf 98-31/32 und rentierte mit 3,053 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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