Börse New York
Wall Street erholt sich vom Absturz-Schock

Nachdem der Absturz eines Passagierflugzeugs im ukrainischen Luftraum die Börse am Donnerstag kalt erwischt hatte, erholten sich Dow Jones und Co und fuhren Gewinne ein. Google glänzt. IBM bleibt unverändert.
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New YorkDie US-Börsen haben am Freitag deutlich zugelegt. Nach den Kursverlusten vom Vortag angesichts der Spannungen in Nahost und der Ukraine seien die Anleger zwar weiter auf der Hut, sagten Börsianer. Der US-Konjunktur aber gehe es insgesamt gut und es gebe viele Anzeichen dafür, dass es weiter aufwärts gehe, sagte Peter Kenny, Marktstratege der Clearpool Group. "Es gibt eine expandierende Wirtschaft und viele Konjunkturdaten, die auf weitere Zuwächse hindeuten." Zudem sei man mitten in der der Bilanzsaison - und deren bisheriger Verlauf gebe Investoren Grund zu der Annahme, dass sie ihre Anlage-Entscheidungen nicht an den jüngsten weltpolitischen Krisen-Schlagzeilen ausrichten müssten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent fester mit 17.100 Punkten nur knapp unter seinem Tageshoch. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um ein Prozent auf 1978 Stellen, der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,6 Prozent zu auf 4432 Zähler zu. Am Donnerstag war der S&P-500-Index nach dem Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine noch so stark gefallen wie seit Mitte April nicht mehr. In der Gesamtwoche ergab sich damit für den Dow ein Plus von 0,9 Prozent, für den S&P von 0,5 und für die Nasdaq von 0,4 Prozent. In Frankfurt ging der Dax 0,35 Prozent tiefer mit 9720 Punkten ins Wochenende.

Google -Aktien stiegen um 4,2 Prozent. Der Internet-Konzern konnte Gewinn und Umsatz im Quartal steigern. Dank üppig sprudelnder Werbemilliarden wird der Konzern immer reicher. Am Ende des zweiten Quartals hatte der Konzern 61,2 Milliarden Dollar (45,2 Milliarden Euro) in der Kasse, etwa 2,5 Milliarden Dollar mehr als vor drei Monaten. Die guten Zahlen belohnten die Investoren mit einem Kursaufschlag vondrei Prozent.

Google macht den größten Teil seines Geldes mit Textanzeigen im Umfeld seiner Suchmaschine. Hinzu kommen unter anderem grafische Anzeigen auf Partner-Websites sowie Werbung auf dem Videoportal Youtube.

„Google hatte ein großartiges Quartal“, erklärte Finanzchef Patrick Pichette am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Er zeigte sich auch für die Zukunft optimistisch gestimmt wegen eines „tollen Laufs bei den Produkten“. Dank des Smartphone- und Tablet-Betriebssystems Android ist Google eine Macht in der mobilen Welt.

GE -Papiere verloren 0,6 Prozent. Der Rivale von Siemens hat im Quartal zwar mehr verdient. Die Erwartungen der Analysten wurden aber nicht übertroffen.

Unverändert schlossen die Aktien von IBM. Der Umsatzrückgang setzte sich auch im zweiten Vierteljahr und damit das neunte Quartal in Folge fort, die technologischen Umbrüche der Branche machen dem Konzern weiterhin zu schaffen. Der Kurs gab nach Offenlegung der Zahlen etwas nach. Im zweiten Quartal fielen vor allem die Verkäufe von Hochleistungsrechnern erneut. Dagegen wuchs das Geschäft mit Cloud-Diensten kräftig. Konzernweit schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar (18,0 Milliarden Euro).

Dank Einsparungen gelang es dem Management jedoch, den Gewinn gleichzeitig um 28 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar in die Höhe zu schrauben. „Wir haben im zweiten Quartal weitere Fortschritte bei unserem Wandel gemacht“, sagte Konzernchefin Ginni Rometty am Donnerstag am Sitz in Armonk im Bundesstaat New York.

Sie sieht die Zukunft von IBM in den Feldern Cloud-Computing, Sicherheit, Datenverarbeitung und mobile Dienste. Dazu ist Rometty gerade erst eine Allianz mit Apple eingegangen. Die Partner wollen Apples iPads und iPhones stärker in der Unternehmenswelt verankern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0.76 Milliarden Aktien den Besitzer. 2496 Werte legten zu, 537 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.8 Milliarden Aktien 2122 im Plus, 559 im Minus und 104 unverändert.

Angesichts der Zuwächse an den Aktienbörsen gaben US-Staatsanleihen nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 11/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 2,487 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 16/32 auf 101-18/32 und hatten eine Rendite von 3,292 Prozent.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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