Börse New York
Wall Street feiert Ausstieg aus Klimapakt

Der US-Arbeitsmarktbericht enttäuscht, die Erwartungen waren höher. Die historisch niedrige Arbeitslosenquote sowie der Ausstieg aus dem Weltklimavertrag werden aber als positive Zeichen an der US-Börse aufgefasst.
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New YorkDie Wall Street hat am Freitag trotz eines enttäuschenden Arbeitsmarktberichts weitere Rekordstände erklommen. US-Unternehmen und Staat stellten im Mai zusammen nur 138.000 neue Mitarbeiter ein, von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 185.000 gerechnet. Eine Arbeitslosenquote auf einem 16-Jahres-Tief von 4,3 Prozent sorgte allerdings dafür, dass die Anleger weiter auf eine anziehende Weltwirtschaft setzten. „Der größten Volkswirtschaft der Welt geht es also nach wie vor gut, Konjunktursorgen sind fehl am Platz“, sagte VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel.

Experten rechnen trotz der enttäuschenden Jobdaten mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed). „Wir sind zyklisch gesehen beim Arbeitsmarkt in einer fortgeschrittenen Phase, das Wachstum schwächt sich ab“, erläuterte Ökonom Tom Porcelli vom Brokerhaus RBC Capital Markets. Die Fed sei sich dessen seit längerem bewusst. Der verlangsamte Stellenzuwachs werde die Fed nicht davon abbringen, die Zinsen im Juni anzuheben.

Der Dow Jones Industrial erreichte erstmals wieder seit Anfang März eine Bestmarke und kletterte bis auf 21 225 Punkte. Mit einem Plus von 0,29 Prozent auf 21 206,29 Zähler verabschiedete sich der US-Leitindex schließlich ins Wochenende. In den vergangenen fünf Handelstagen gewann er 0,6 Prozent. Der S&P 500 stieg am Freitag um 0,37 Prozent auf 2439,07 Punkte. Sein Rekordhoch lag nur rund einen Punkt darüber. Der technologielastige Nasdaq 100 schloss mit plus 1,12 Prozent auf 5881,46 Punkte auf dem bisher höchsten Stand seiner Geschichte und legte damit im Wochenverlauf um 1,6 Prozent zu.In Frankfurt schloss der Dax 1,3 Prozent höher auf 12.822 Punkten, der EuroStoxx50 lag 0,7 Prozent höher bei 3591,82 Punkten.

Der geplante Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag versetzte Aktienanleger tendenziell eher in Kauflaune. „Auch wenn es politisch und ökologisch eher tragisch ist, der Ausstieg aus dem Klimaabkommen verringert die unmittelbaren Kosten für die US-Wirtschaft“, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. „Die Börsen würdigen solche Entwicklungen effizient, aber pietätlos.“ US-Präsident Donald Trump will das von der Weltgemeinschaft geschlossene Abkommen verlassen und alle Zahlungen für den Kampf gegen den Klimawandel an andere Länder einstellen.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von Lululemon im Fokus, die um elf Prozent nach oben schossen. Der Yogabekleidungshändler erzielte im vergangenen Quartal mehr Gewinn als erwartet.

Die Anteilsscheine von Broadcom sprangen rund acht Prozent in die Höhe. Die Quartalszahlen des Chipherstellers waren besser als von Analysten erwartet ausgefallen.

Gefragt waren auch die Aktien des Industriegase-Herstellers Praxair mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent. Zuvor hatte der Aufsichtsrat des deutschen Konkurrenten Linde der Fusion mit Praxair zugestimmt. Wenn auch Aktionäre und Behörden mitziehen, soll der 65 Milliarden Euro schwere Deal nächstes Jahr über die Bühne gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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