Börse New York
Wall Street freut sich über Yellens Zögern

Fed-Chefin Yellen blieb in ihrer Rede vor dem Senat gekonnt vage, was den Zeitpunkt der Zinswende betrifft. Das reicht aber aus, um den Dow Jones auf ein Allzeithoch zu tragen. Auch Home Depot erfreute die Anleger.
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New YorkSpekulationen auf eine später als bislang erwartete Zinserhöhung in den USA haben europäische und amerikanische Aktienindizes am Dienstag zu neuen Höchstständen verholfen. Außerdem sorgte die Zustimmung der Euro-Finanzminister zur Auszahlung weiterer Milliardenhilfen an Griechenland für Erleichterung.

US-Notenbankchefin Janet Yellen sagte bei ihrer halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress, eine Zinserhöhung stehe nicht unmittelbar bevor. Auch lasse sich die Fed nicht auf einen einzelnen Faktor als Auslöser für die Zinswende festlegen. Allerdings werde die US-Notenbank - abhängig von der Entwicklung der Konjunktur - von "Treffen zu Treffen" über diese Frage entscheiden.

"Das hört sich so an, als ob die Zinserhöhung frühestens im Juli statt wie bisher gedacht im Juni kommt", sagte ein Börsianer. Anlagestratege Dan Morris vom Vermögensverwalter TIAA-CREF tippte gar auf September. "So lange die Inflation gering bleibt und sich bei Wachstum und Dollar-Kurs nichts ändert, haben sie keinen Grund, die Zinsen zu erhöhen."

An der Wall Street markierte der Dow Jones daraufhin zwischenzeitlich mit 18.231,09 Stellen eine neue Bestmarke. Zum Schluss stand ein Plus von 0,5 Prozent bei 18.209 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,3 Prozent zu auf 2115 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf 4968 Stellen. Es war der zehnte Anstieg der Nasdaq in Folge. Der Dax legte 0,7 Prozent zu auf 11.205 Punkte, nach einem Rekordhoch von 11.228 im Handelsverlauf.

In New York waren vor allem Aktien von Home Depot gefragt. Sie verteuerten sich um knapp vier Prozent. Der Baumarkt-Betreiber steigerte den Quartalsgewinn deutlicher als erwartet.

Die Papiere von JPMorgan legten um 2,48 Prozent zu. Die US-Großbank hielt am Dienstag ein Investorentreffen ab. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass JPMorgan Strafzinsen für Großkunden wie Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften einführen will, die hohe Geldbeträge angelegt haben.

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