Börse New York
Wall Street geht mit Plus ins Wochenende

Nach zwei Verlusttagen hat die Wall Street im Plus abgeschlossen. Schnäppchenjäger hoben die Stimmung. Banken standen aber durch den "Bernanke-Schock" immer noch unter Druck. Weitere Schwankungen werden erwartet.
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New YorkDie US-Börsen haben sich leicht von ihrem "Bernanke-Schock" erholt: Nach zwei Tagen mit heftigen Verlusten in Folge schloss der Dow-Jones-Index am Freitag leicht im Plus. Schnäppchenjäger stützten den Markt. Dagegen lastete Oracle mit einem Minus von 9,3 Prozent auf der Technologiebörse Nasdaq. Der Softwaregigant enttäuschte erneut mit einem schwachen Umsatz. Banken standen ebenfalls unter Druck. Sorgen vor Abschreibungen im Zusammenhang mit den Bond-Anlagen bei dem von Fed-Chef Ben Bernanke angedeuteten Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik belasteten die Kurse. Citigroup -Aktien fielen um 2,2 Prozent, die Papiere der Bank of America um 1,5 Prozent.

Händler zufolge dürfte der Markt auch in nächster Zeit anfällig für kräftige Schwankungen sein. Bernanke hatte am Mittwoch skizziert, wie der Ausstieg aus dem Anleihe-Kaufprogramm aussehen könnte. "Das wird so lange weitergehen, bis wir an den Punkt kommen, an dem der Markt von einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft ausgeht und keine Notwendigkeit mehr für lebenserhaltende Maßnahmen sieht", sagte Analyst Peter Kenny von Knight Capital.

Rick Meckler von LibertyView Capital begründete die Zurückhaltung auch damit, dass der Schock nach einem so großen Ausverkauf wie an den beiden vorangegangenen Tagen länger andauert. Da seien eine Menge Emotionen im Spiel. Portfoliomanager John Carey erklärte: "Ich halte diese Marktschwankungen nicht für ein Zeichen eines ernsthaften Abschwungs."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 14.799 Punkte. Im sehr volatilen Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 14.688 und 14.858 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte ebenfalls 0,3 Prozent zu auf 1592 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel hingegen 0,2 Prozent auf 3357 Stellen. Auf Wochensicht verlor der Dow 1,8 Prozent, der S&P 2,1 Prozent und die Nasdaq 1,9 Prozent. Der Dax in Frankfurt schloss mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 7789 Punkte.

Neben Oracle standen bei den Einzelwerten die Facebook -Aktien im Mittelpunkt, die um 2,6 Prozent stiegen. Die Bank UBS hatte ihre Bewertung für die Papiere des sozialen Online-Netzwerks auf "kaufen" angehoben.

Tesla -Papiere fielen um rund ein Prozent. Der Elektroauto-Hersteller hat ein System vorgestellt, mit dem die Akkus in den Fahrzeugen binnen 90 Sekunden getauscht werden können. Das soll Kunden locken, die sich bislang wegen eher geringer Reichweiten der Autos zurückhalten. Anleger waren zunächst nicht überzeugt.

Die Aktien des Einzelhändlers Apollo Group wurden letztmalig im S&P 500 gehandelt. Zu Montag werden sie durch die News-Corp -Tochter News Corp ersetzt. News Corp selbst benennt sich in 21st Century Fox um. Die Apollo-Aktie verabschiedete sich mit Abschlägen von 2,5 Prozent aus dem Index.

Der Börsengang des Funknetz-Anbieters für die Luftfahrt, Gogo, verlief holprig. Am ersten Handelstag verlor der Konzern 5,9 Prozent. Anleger zogen vor allem die hohe Bewertung des Unternehmens infrage, dass in Tausenden von Flugzeugen seine Dienste anbietet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund zwei Milliarden Aktien den Besitzer. 1515 Werte legten zu, 1498 gaben nach und 91 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,76 Milliarden Aktien 1491 Titel im Plus, 1013 im Minus und 99 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kommt mir bei dem Forist Tingeltangel bob auch so vor. Scheint nicht so, dass er Aktienanlage versteht.

  • Was machen eigentlich ihre Puts, die sie bei knapp über 7000 seit vergangenen November im Depot haben?

    Sind sicher schon wertlos ausgebucht worden. Aber immer aufs Neue, hier die große Klappe haben *kopfschüttel*

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