Börse New York
Wall Street gibt sich abwartend

Die Hoffnung auf Konjunkturhilfen der Zentralbanken haben zu Wochenbeginn an der Wall Street für Zuversicht gesorgt. Doch viel Bewegung gab es nicht. Neben Apple und Samsung standen Energiewerte im Mittelpunkt.
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New YorkUnsicherheit über das weitere Vorgehen der Notenbanken im Kampf gegen Wirtschaftsflaute und Schuldenkrise hat die Wall Street zum Wochenbeginn bei dünnem Handel belastet.

Abgefedert wurden die leichten Verluste durch Apple. Die Aktie kletterte nach einem Sieg im Patentstreit mit dem Smartphone-Weltmarktführer Samsung um knapp 1,9 Prozent auf 675,68 Dollar und zog weitere Branchentitel mit ins Plus. Im Verlauf hatte sie sogar ein neues Rekordhoch von 680,87 Dollar markiert.

Der Dow-Jones -Index der 30 Standardwerte ging 0,25 Prozent tiefer bei 13.124 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,05 Prozent auf 1410 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,1 Prozent auf 3073 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent fester bei 7047,45 Zählern und eroberte damit die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten zurück. Ein schwacher Ifo-Index hatte unter Aktienanlegern in Europa Hoffnungen auf weitere Geldspritzen der Notenbanken zur Ankurbelung der Konjunktur geweckt.

In den USA hofften die Investoren am Montag, dass das Treffen internationaler Zentralbanker in Jackson Hole am Freitag mehr Klarheit über die weiteren Pläne der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank bringen werde. Doch aktuell gebe es viele unbeantwortete Fragen, sagte Hugh Johnson von Hugh Johnson Advisors. "Heute spiegelt sich mehr wider, was wir nicht wissen, denn als was wir wissen", sagte der Anlagenexperte. Eine zentrale Frage sei etwa, wie sich Fed-Chef Ben Bernanke äußern werde. Robert Pavlik von Banyan Partners sagte, die Bewegung des Marktes werde davon abhängen, wie wahrscheinlich eine weitere Geldspritze der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur (QE3) erscheine.

Impulse setzen konnte Apple. So profitierten die auch in den USA gehandelten Nokia -Anteilsscheine von der Samsung-Niederlage gegen Apple und legten 5,5 Prozent zu. Eine kalifornische Geschworenenjury hatte am Freitag entschieden, dass Samsung mehrere Apple-Patente verletzt habe. Sie verurteilte den südkoreanischen Konzern zu einer Strafzahlung von gut einer Milliarde Dollar.

Anteilsscheine des Internetpioniers AOL verteuerten sich um 2,8 Prozent. Der Konzern will Aktien im Wert von 600 Millionen Dollar zurückkaufen und eine Bardividende von 5,15 Dollar pro Anteilsschein zahlen.

Auch eine Übernahme sorgte für Kurssprünge. Der zweitgrößte US-Autovermieter Hertz übernimmt nach mehr als zweijährigem Gezerre den kleineren Konkurrenten Dollar Thrifty. Hertz legt für die Nummer vier der Branche 2,3 Milliarden Dollar in bar auf den Tisch und damit deutlich mehr als vor gut zwei Jahren bei einem ersten Annäherungsversuch.. Die Aktien von Hertz gewannen acht Prozent, Dollar Thrifty -Papiere legten 7,5 Prozent zu.

Energiewerte standen ebenfalls im Mittelpunkt des Interesses. Der Tropensturm "Isaac" zieht die Öl-Produktion im Golf von Mexiko in Mitleidenschaft. Befürchtungen, dies könne zu Versorgungsengpässen führen, ließen den Ölpreis zunächst ansteigen, doch Spekulationen über die Freigabe strategischer Ölreserven westlicher Staaten sorgten dafür, dass US-Leichtöl der Sorte WTI letztlich mit einem Abschlag von 0,45 Prozent bei 95,72 Dollar je Barrel gehandelt wurde. Die Papiere des Energiekonzerns Chevron tendierten 0,25 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 500 Millionen Aktien den Besitzer. 1410 Werte legten zu, 1555 gaben nach und 122 blieben unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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