Börse New York
Wall Street hievt Dow ins Jahresplus

US-Anleger haben sich erleichtert über sinkende Zinsen bei einer italienischen Anleiheauktion gezeigt. Dagegen bedrückte eine Nachricht vom US-Arbeitsmarkt die Börsianer. Dennoch erreichte der Dow eine wichtige Marke.
  • 0

New YorkNachdem noch am Vortag die Indizes mit empfindlichen Verlusten geschlossen hatten, haben die US-Börsen sich am Donnerstag bei dünnen Umsätzen mit Kursgewinnen geschlossen. Für Erleichterung sorgte der leichte Rückgang der Zinsen bei einer weiteren italienischen Anleihe-Auktion. Auf die Stimmung der Börsianer drückte aber gleichzeitig eine überraschend hohe Anzahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe - eine Enttäuschung für Anleger, die auf eine schnelle Erholung der US-Konjunktur gesetzt hatten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 1,1 Prozent auf 12.287 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.152 und 12.293 Stellen. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 1263 Stellen, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,9 Prozent auf 2613 Zähler. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 5848 Punkten.

Im Gegensatz zu den wichtigsten europäischen und asiatischen Indizes dürfte der Dow-Jones-Index damit nun das laufende Jahr mit einem Gewinn abschließen. Ob auch der breiter gefasste S&P-500-Index 2011 mit einem positiven Vorzeichen beenden kann, wird sich hingegen erst am Freitag, dem letzten Handelstag in diesem Jahr, zeigen. Bisher hat der Dow auf Jahressicht um 6,13 Prozent zugelegt, der S&P weist hingegen nur ein kleines Plus von 0,43 Prozent auf.

„Der einzige Einfluss auf den Handel ist noch immer Europa. Jeder hat Italien im Blick“, sagte Wayne Kaufmann von John Thomas Financial. Bei der mit großer Spannung erwarteten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe musste Italien die Anleger mit einem Zins von rund sieben Prozent locken. Das ist zwar etwas weniger als im November, aber auf Dauer kann sich der klamme Staat so hohe Zinskosten nicht leisten, warnen Experten.

Der Euro fiel in Folge der Emission auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Im US-Handel erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung aber wieder.

„Es ist zwar ermutigend, dass die Renditen etwas gesunken sind, aber es signalisiert auch nicht gerade eine große Entspannung der Krise“, resümierte David Katz von Weiser Capital Management. Bereits am Mittwoch hatten neue Sorgen über die Schuldenkrise die US-Börsen deutlich ins Minus gedrückt.

Bei den Einzelwerten standen etwa die Titel des Düngemittel-Produzenten Mosaic im Fokus. Dieser erklärte, die Produktion von Phosphat wegen des Preisverfalls zu drosseln. Die Aktie des Unternehmens büßte daraufhin zunächst deutlich ein. Zum Handelsende notierte sie kaum verändert.

Die Aktien der Kaufhaus-Kette Sears reagierten mit einem Minus von 1,3 Prozent auf die Androhung der Rating-Agentur Standard & Poors, die Note für die Kreditwürdigkeit zu senken. Sears' Pläne zur Schließung von mindestens 100 Geschäften nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft trügen wenig dazu bei, die Geschäfte des Unternehmens wieder flottzumachen, erklärte Standard & Poors.

Die Anteilsscheine von Amazon erholten sich von Kursverlusten von mehr als drei Prozent und schlossen kaum verändert. Händler begründeten die zeitweiligen Kursabschläge mit einem ungünstigen Kommentar von Goldman Sachs. Die Bank hält es für möglich, dass das Umsatzwachstum des Online-Händlers in diesem Quartal die Erwartungen an der Wall Street verfehlt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 530 Millionen Aktien den Besitzer. 2367 Werte legten zu, 631 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,04 Milliarden Aktien 1883 im Plus, 719 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street hievt Dow ins Jahresplus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%