Börse New York
Wall Street hofft auf Konjunkturspritzen in China

Nach schwächeren Konjunkturdaten aus China setzen die Börsianer auf eine Lockerung der Geldpolitik in Fernost. Finanzwerte verloren am Dienstag infolge schlechter Geschäftszahlen der Citigroup.
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New YorkDie Wall Street hat sich vom Rating-Rundumschlag in der Eurozone nicht aus der Ruhe bringen lassen. Am ersten Handelstag nach der Herabstufung von neun Euro-Staaten und dem Rettungsschirm ließen Börsianer Europas Probleme links liegen und spekulierten angesichts schwächerer chinesischer Konjunkturdaten auf eine Lockerung der Geldpolitik in Fernost. Rückendeckung gab auch der New Yorker Konjunkturindex, der im Januar deutlich an Fahrt gewann. Nach enttäuschenden Quartalszahlen kam die Citigroup-Aktie unter die Räder und riss andere Finanzwerte mit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 12.482 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.423 und 12.573 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1293 Punkten, ein Plus von knapp 0,4 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent und ging mit 2728 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 6332 Punkten aus dem Handel.

Die weltweite Wirtschaftslokomotive China geht mit deutlich weniger Dampf ins neue Jahr. Die zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA wuchs zum Jahreswechsel mit 8,9 Prozent so langsam wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Händler hofften auf Konjunkturspritzen durch die Notenbank. Auf dem Parkett herrsche die Meinung vor, dass der Rest der Welt trotz der europäischen Probleme auf dem Wachstumspfad bleiben könne, sagte Bryant Evans, Portfolio-Manager bei Cozad Asset Management in Champaign, Illinois. Entsprechend rückten die Probleme in der Euro-Zone in den Hintergrund. Die Massen-Herabstufungen durch die Ratingagentur Standard & Poor's seien eingepreist, sagte Andre Bakhos von Lek Securities. „Es hätte schlimmer kommen können.“

Der Rettungsfonds EFSF konnte bei der ersten Anleiheauktion nach seiner Herabstufung problemlos neues Geld am Finanzmarkt aufnehmen. In dieser Woche stehen die Banken bei den Geschäftsberichten im Mittelpunkt. Nachdem am vergangenen Freitag JPMorgan Chase den Bilanzreigen eröffnete und für Optimismus sorgte, sendeten Citigroup und Wells Fargo gemischte Signale. Citigroup blieb mit einem Gewinnminus auf 1,2 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück. Im Handelsgeschäft brachen die Einnahmen wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten im Zuge der europäischen Schuldenkrise um 29 Prozent ein. Das Papier rutschte mehr als acht Prozent ab, was den KBW Bank-Index 1,4 Prozent ins Minus drückte.

Wells Fargo lag dagegen leicht über den Erwartungen. Die Aktie stieg um 0,7 Prozent. Ebenfalls unter Beobachtung stand der US-Reedereikonzern Carnival Corp. Das vor Italien verunglückte Kreuzfahrtschiff gehört der italienischen Tochter Costa Concordia. Die Papiere brachen um knapp 14 Prozent ein. Experten gehen davon aus, dass das Unglück der größte Versicherungsfall in der Schifffahrtsgeschichte werden könnte. Positiv reagierten Investoren auf Pläne des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods, in Nordamerika 1600 Stellen zu streichen. Zudem kündigte der Milka-Konzern an, für 2011 von einem etwas höheren Gewinn als zuvor prognostiziert auszugehen. Die Aktie legte ein Prozent zu. Im Handelsverlauf kletterte das Papier auf 38,42 Dollar - der höchste Stand seit 2003.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 1829 Werte legten zu, 1141 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1339 im Plus, 1171 im Minus und 100 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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