Börse New York
Wall Street hofft auf Schützenhilfe der Zentralbanken

Die Wall Street steht kommende Woche ganz im Bann der Notenbanken. Von Fed und EZB erhoffen sich die Anleger positive Impulse im Kampf gegen die schwächelnde US-Konjunktur und die Eurokrise. Auch Apple steht im Fokus.
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New YorkDie Wall Street steht in der neuen Woche ganz im Bann der Notenbanken. Die Börsianer knüpfen große Erwartungen an die Sitzungen der amerikanischen Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Von der Fed versprechen sie sich weitere Stimuli zur Ankurbelung der stotternden Konjunktur, von der EZB einen Befreiungsschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise.

Besondere Hoffnungen ruhen auf EZB-Chef Mario Draghi, der vor einigen Tagen für Furore an den Märkten gesorgt hatte. Die EZB werde alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Euro zu retten, versprach Draghi. Investoren setzen nun darauf, dass die Zentralbank sich zu neuen Staatsanleihenkäufen durchringt, um die Zinslast Spaniens und Italiens zu senken. Draghi wird die Ergebnisse des turnusmäßigen EZB-Ratstreffens am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erläutern.

Den Anfang macht allerdings die Fed, die am Mittwochabend (MESZ) ihre geldpolitische Erklärung veröffentlicht. Sie hat bereits zwei Runden von Anleihenkäufen gestartet, um die Wirtschaft mit frischem Geld zu versorgen. Nun steht ein drittes Programm zur sogenannten quantitativen Lockerung (QE3) zur Debatte, denn die jüngsten Konjunkturdaten waren meist schwach. Weitere Aufschlüsse über die Wirtschaftsentwicklung gibt der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag vorgelegt wird.

Vor den Notenbankentscheidungen dürften sich die Markteilnehmer heftig darum rangeln, die richtigen Positionen einzunehmen. Am Mittwoch könnte es daher bereits vor der Fed-Mitteilung zu kräftigen Kursgewinnen an den Börsen kommen. So zumindest war es häufig in der Vergangenheit, insbesondere vor Ankündigung der Programme QE1 und QE2.

Die Anleger deckten sich vorsorglich in größerem Umfang mit Aktien ein, um davon profitieren zu können, wenn die Kurse nach Bekanntgabe der neuen Konjunkturhilfen in die Höhe schießen. „Die Leute in diesem Geschäft wollen vor Großereignissen gerne vorne mit dabei sein, vor allem wenn diese sehr, sehr positiv für die Märkte sein könnten“, erläutert Aktienstratege Brian Reynolds von Rosenblatt Securities. Vor einem Fed-Treffen seien daher Wetten auf sinkende Kurse sehr riskant, ergänzt Händler Dennis Dick von Bright Trading.

Andere Impulse könnte in der neuen Woche die laufende Berichtssaison setzen. Quartalsbilanzen stehen etwa von Schwergewichten wie AIG, Kellogg, Procter & Gamble, Kraft Foods, Pfizer, MasterCard und General Motors an. Ebenfalls auf dem Radar der Anleger steht ein Gerichtsprozess in Kalifornien im Patentstreit zwischen Apple und Samsung. Das Ergebnis könnte weitreichende Folgen für den Markt für Smartphones und Tablet-Computer haben, auf dem sich die beiden Konzerne einen erbitterten Wettkampf liefern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street hofft auf Schützenhilfe der Zentralbanken"

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  • „Die Leute in diesem Geschäft wollen vor Großereignissen gerne vorne mit dabei sein, vor allem wenn diese sehr, sehr positiv für die Märkte sein könnten“, erläutert Aktienstratege Brian Reynolds von Rosenblatt Securities. Vor einem Fed-Treffen seien daher Wetten auf sinkende Kurse sehr riskant, ergänzt Händler Dennis Dick von Bright Trading.
    Was sind denn solche Haendler denn wert? Das sind doch alles Nullnummern.. Pofinger, Schaeuble, Dennis dfick und was sie noch so heissen..
    Das alles ist doch unglaublich, was wird denn dem Deutschen Steuerzahler sonst so versprochen?

  • Was glauben Sie, hat Wladimir Bukowsky für diese Wortschöpfung bekommen?

    Er steht ja bekanntermaßen stramm rechts, ist ein Förderer (Parteiarbeit) der Oligarchen in Rußland und größter Kritiker Putins, welcher die mafiösen Strukturen im Inneren rigoros bekämpft und Oligarchen in den Kerker wirft.
    Bukowsky sollte eigentlich mehr als zufrieden sein mit der Struktur der EU? Oder wurde er angeheuert, um mit paralysierender Unterstützungspropaganda die Auflösung der EU verhindern, bis die Oligarchie sich sattgefressen hat?

    Wo unser Geld versickert, kann ja auch keiner wirklich sagen?


  • Das sind Textbausteine, die immer wieder gleich in Kommentaren zu finden sind.
    Dumpfe Karthago-Brühe.
    In China zahlt der Staat sogar 60 Cent für solche Schreiberlinge :)

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