Börse New York
Wall Street holt im späten Handel auf

Griechenland belastet nicht nur die europäischen Finanztitel. Auch die amerikanischen Börsen zeigen Schwäche. Bei den Einzelwerten sorgt Dell für lange Gesichter bei den Anlegern.
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New YorkDie US-Börsen haben sich am Mittwoch trotz der Furcht vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone und enttäuschenden Geschäften des Computer-Konzerns Dell überwiegend knapp ins Plus gerettet. Die Nachricht, eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder habe die Regierungen dazu aufgefordert, nationale Notfallpläne für den Fall eines griechischen Euro-Ausstiegs auszuarbeiten, verunsicherte die Anleger zu Handelsbeginn stark und drückte die Kurse kräftig ins Minus. Zusätzlich lastete ein Gewinneinbruch bei Dell auf die Stimmung. Dann jedoch drehten die meisten Kurse unmittelbar vor Handelsende wieder ins Plus, angeführt von Kursgewinnen bei Apple von deutlich mehr als zwei Prozent.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich zwar minimal schwächer bei 12.496 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 konnte sich jedoch 0,2 Prozent auf 1318 Zähler verbessern. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 2850 Stellen. In Frankfurt verließ der Dax den Handel 2,3 Prozent schwächer bei 6285 Punkten.

"Die Märkte sind sehr nervös und achten empfindlich genau auf jedes Szenario dazu, dass die Lage in Europa aus dem Ruder laufen könnte", sagte Analyst Peter Boockvar von Miller, Tabak & Co. Der Euro-Arbeitsgruppe zufolge soll jeder Mitgliedstaat einen eigenen Notfall-Plan für einen Ausstieg Griechenlands vorbereiten, wie zwei Vertreter der Währungsunion am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dies sei am Montag während einer Telefonkonferenz der Gruppe, die die Treffen der Euro-Finanzminister vorbereitet, verabredet worden.

Hierzu sagte James Dunigan von PNC Wealth Management: "Es ist sehr beängstigend, von dieser Art Gesprächen zu erfahren. Das mag zwar für den Notfall sinnvoll sein, aber das Ausbleiben eines genauen Planes ist für Banken sehr problematisch." Der Euro fiel erstmals seit August 2010 unter 1,26 Dollar.

Auch Äußerungen von Lucas Papademos, der bis Anfang Mai die griechische Regierung als Ministerpräsident führte, schürten die Verunsicherung. Er hatte der Nachrichtenagentur Dow Jones gesagt, dass er einen Austritt seines Landes zwar für unwahrscheinlich und riskant, aber nicht für unmöglich halte. Er relativierte seine Worte zwar später etwas, dies konnte die Sorgen aber kaum dämpfen.

Mit einem Absturz von 17 Prozent gehörten die Dell -Papiere zu den größten Verlierern. Der Konzern enttäuschte am Vorabend mit einem Gewinneinbruch um rund ein Drittel auf 635 Millionen Dollar. Vor allem die schwache Nachfrage von Privatkunden machte dem US-Konzern zu schaffen. Auch die Prognosen für das laufende Quartal blieben hinter den Markterwartungen zurück. Erzrivale Hewlett-Packard wollte nach Börsenschluss seine Quartalsbilanz vorlegen.

Facebook konnte dagegen erstmals nach seinem verpatzten Börsenstart wieder zulegen. Die Aktie gewann rund drei Prozent, nachdem sie an ihren beiden ersten vollen Handelstagen in dieser Woche kräftig verloren hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,86 Milliarden Aktien den Besitzer. 1808 Werte legten zu, 1179 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 1359 im Plus, 1142 im Minus und 130 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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