Börse New York
Wall Street jubelt nicht über Griechen-Wahl

Auch in den USA währte die Freude über den Wahlsieg der Sparwilligen und Euro-Befürworter in Griechenland nur kurz. Längst haben die Anleger weitere Brände in Südeuropa ausgemacht. Der Dow Jones schloss leicht im Minus.
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New YorkDie Erleichterung über den Wahlsieg der griechischen Sparbefürworter ist am Montag an der Wall Street rasch verpufft.

Zwar nahm mit dem Sieg der Konservativen über die Linksradikalen die Angst am Markt vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ab. Die Furcht vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Spanien und Italien rückte aber wieder in den Blickpunkt der Anleger und drückte auf die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 12.741 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.696 und 12.781 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,1 Prozent auf 1344 Stellen zu. Der Index der tech-lastigen Nasdaq stieg nach schwachem Auftakt unterstützt von Kursgewinnen bei Apple, Google und Facebook um 0,8 Prozent auf 2895 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 6248 Punkten aus dem Handel.

Die Rendite für zehnjährige spanischen Staatsanleihen stieg auf 7,2 Prozent und damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Auch die Rendite für italienische Bonds zog wieder an.

"Die Griechen haben sich zwar offenbar entschieden, in der Euro-Zone zu bleiben, aber das ist nur ein Aspekt", sagte Analyst Andre Bakhos von Lek Securities. "Die kurzfristige Euphorie ist verflogen, als die Investoren realisiert haben, dass damit das Problem nicht behoben ist."

Vor allem Finanzwerte gerieten unter Druck. Die Papiere der Citigroup verloren 2,6 Prozent. Die Aktien der Bank of America büßten 1,7 Prozent ein.

Im Blickpunkt standen auch die Titel von Microsoft, die 0,6 Prozent nachgaben. Der weltgrößte Software-Konzern steht offenbar kurz vor dem Kauf der Software-Firma Yammer. Microsoft wolle den Anbieter von Programmen für firmeninterne soziale Netzwerke für mehr als eine Milliarde Dollar übernehmen, erfuhr Reuters von mit den Plänen vertrauten Personen.

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von DSW mit einem Kurseinbruch von mehr als elf Prozent. Der Schuh-Einzelhändler hatte die Börsen zuvor mit seinen Prognosen für das zweite Quartal und das Gesamtjahr enttäuscht.

Auf den Kauflisten der Börsianer standen die Anteilsscheine des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent. Facebook übernimmt die Firma Face.com, einen Anbieter von Gesichtserkennungs-Software. Der Kaufpreis wurde zunächst nicht bekannt. Google-Scheine legten 1,1 Prozent zu, Apple gut zwei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 1764 Werte legten zu, 1222 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,59 Milliarden Aktien 1274 im Plus, 1251 im Minus und 82 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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