Börse New York
Wall Street nach China-Daten deutlich im Plus

Erleichterung in New York: Auch wenn die Zahlen aus China nicht überragend waren, ließen sich die US-Anleger davon stark ermutigen. Auch JPMorgan feuerte die Kauflaune mit einer positiven Überraschung an.
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New YorkChinesische Konjunkturdaten im Einklang mit den Erwartungen haben der Wall Street zum Wochenschluss Gewinne beschert. Obwohl sich das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft schon das sechste Quartal in Folge verlangsamte, ließ das Plus von immer noch 7,6 Prozent die Anleger aufatmen.

Die Erleichterung spiegelte sich am Freitag deutlich in den drei wichtigsten New Yorker Börsenbarometern wider. Sie legten jeweils deutlich über ein Prozent zu. Den Aufwärtstrend befeuerte aber auch die US-Großbank JPMorgan: Trotz milliardenschwerer Verluste durch Fehlspekulationen fuhr das Institut im zweiten Quartal noch einen Gewinn von fast fünf Milliarden Dollar ein.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.784 und einem Tief von 12.573 Punkten. Er schloss 1,6 Prozent höher bei 12.777 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 legte 1,7 Prozent auf 1356 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 1,5 Prozent auf 2908 Zähler. Die US-Indizes erreichten aber nicht das Zuwachsniveau des Dax, der in Frankfurt mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 6557 Punkten aus dem Handel ging. Auf Wochensicht trat der Dow auf der Stelle, der S&P stieg um 0,2 Prozent und die Nasdaq gab 0,1 Prozent ab.

Obwohl die Konjunkturlokomotive China immer mehr Dampf verliert, zeigten sich die New Yorker Anleger mit Blick auf das Plus von 7,6 Prozent im Frühjahrsquartal genügsam. "Das ist nicht weit von dem entfernt, was der Markt im Auge hatte und sorgt deswegen für Erleichterung", sagte Kim Forrest, Analyst bei Fort Pitt Capital Group. Ähnlich äußerte sich auch Randy Frederick vom Schwab Center for Financial Research: "Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Lage nicht ganz so schlimm ist. Das löst eine Rally des Aufatmens aus."

Nüchterner sah es dagegen Peter Bookvar, Aktienstratege bei Miller Tabak & Co. Der Markt sei nervös, deshalb reagiere er mit einem solchen Auftrieb, sagte Bookvar. Schwung komme vor allem von den sehr gefragten Banken. Die Quartalszahlen von JPMorgan brächten dem Markt Zuversicht. Die Papiere des Großinstituts legten knapp sechs Prozent zu. Dabei hat das Unternehmen mit seinem Handelsskandal allein im Berichtsquartal gut vier Milliarden Dollar in den Sand gesetzt.

Dass es JPMorgan aber dennoch unter dem Strich auf fast fünf Milliarden Dollar Gewinn brachte, beeindruckte die Anleger. "Dass alles im Rahmen war oder besser, nimmt etwas den Druck aus dem Markt, unter dem er in den letzten Tagen gelitten hat", resümierte Paul Mendelsohn, Chef-Investmentstratege von Windham Financial Services.

Mit einem Plus von 3,2 Prozent besonders gefragt waren auch die Anteile der Bank Wells Fargo, nachdem das Institut im zweiten Quartal dank eines starken Hypothekengeschäfts besser abgeschnitten hatte als erwartet.

Unter Druck gerieten dagegen die Papiere des Technologieriesen HP, die 1,9 Prozent niedriger gehandelt wurden. Kreisen zufolge könnte eine jährlich 600 Millionen Dollar schwerer Service-Vereinbarung mit General Motors gefährdet sein, weil der Autohersteller einen Großteil seiner IT-Arbeiten künftig von eigenen Experten erledigt lassen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 679 Millionen Aktien den Besitzer. 2532 Werte legten zu, 496 gaben nach und 73 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,4 Milliarden Aktien 1828 Titel im Plus, 660 im Minus und 100 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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