Börse New York Wall Street nach Fed-Protokollen uneinheitlich

Nach der Rekordjagd der vergangenen Tage haben die US-Börsen am Mittwoch an Schwung eingebüßt. Die wichtigsten Indizes schließen uneinheitlich. Die veröffentlichten Fed-Protokolle brachten ebenfalls kaum Impulse.
Update: 23.02.2017 - 00:17 Uhr Kommentieren
Nicht jeden Tag kann es weiter raufgehen. Quelle: AFP
Händler in New York

Nicht jeden Tag kann es weiter raufgehen.

(Foto: AFP)

New York/FrankfurtDie US-Börsen haben nach der Rekordjagd der vergangenen Tage am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Die wichtigsten Indizes beendeten den Handel uneinheitlich.

Auch die Veröffentlichung der Mitschriften der jüngsten Fed-Zinssitzung sorgte kaum für Impulse. In den Protokollen hieß es, eine geldpolitische Straffung könne nach Ansicht vieler Währungshüter „recht bald angebracht“ sein. Ein Schritt nach oben im März sei eine Option, die auf dem Tisch liege, betonte zudem Direktoriumsmitglied Jerome Powell vor Journalisten in New York.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,16 Prozent höher auf 20.775 Punkte und markierte ein neues Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,11 Prozent auf 2362 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,09 Prozent auf 5860 Punkte.

Die Märkte für Geduldige
Wo lässt es sich am besten nach Rendite fischen?
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Zwischen 1900 und Ende 2016 gewannen die Aktienmärkte weltweit im Schnitt 5,1 Prozent pro Jahr, die Inflation herausgerechnet. Zu diesem Ergebnis kommt die Credit Suisse in ihrem „Global Investment Returns Yearbook“ 2017, das im Februar veröffentlicht wurde. Für die Berechnung stützt sich die Schweizer Bank auf die Daten der Professoren Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School. Der Datensatz erfasst die Performance von 70.000 Börsentagen und vergleicht die Aktienmärkte aus 21 Ländern. Wer trotzte den Krisen der vergangenen Jahrzehnte besonders gut? Ein Überblick.

Österreich
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Mit einem jährlichen realen Kurswachstum von 0,8 Prozent in den letzten 117 Jahre liegt Österreich hinter jedem anderen Land in der Auswertung der Schweizer Großbank. Allerdings haben die österreichischen Aktien in den jüngeren Jahrzehnten etwas besser geschlagen:

1900-2016: + 0,8 %

1980-1999: +5,8 %

2000-2016: +4,9 %

Italien
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Auch italienische Aktien schaffen es lediglich ans hintere Ende des Rankings. Wer seit 2000 sein Geld in italienische Papier steckte, fuhr sogar Verluste ein.

1900-2016: + 2,0 %

1980-1999: +10,3 %

2000-2016: -2,0 %

Belgien
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Wer in Belgien in der Achtziger und Neunziger investierte, wurde mit zweistelligen Jahres-Durchschnittsrenditen belohnt. In den vergangenen Jahren verlor der Aktienmarkt des Landes allerdings an Schwung.

1900-2016: + 2,7 %

1980-1999: +12,4 %

2000-2016: +2,9 %

Frankreich
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Auch in Frankreich erlebten die Aktienmärkte am Ende des vergangenen Jahrhunderts eine Blütezeit, wie die zweistelligen Renditen in diesem Zeitraum zeigen.

1900-2016: + 3,3 %

1980-1999: +13,5 %

2000-2016: +1,7 %

Deutschland
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Gleichauf mit Frankreich liegt Deutschland mit einem Plus von 3,3 Prozent. So richtig an Fahrt gewannen die Märkte im Jahr 2015. Damals markierte der Dax binnen weniger Wochen gleich zwei Rekordhochs: 11.000 und 12.000 Punkte.

1900-2016: + 3,3 %

1980-1999: +11,0 %

2000-2016: +2,2 %

Portugal
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Als „Krisen-Portugiesen“ wurde das Land 2011 in den Medien verschrien. Auf dem Aktienmarkt spiegelte sich das Misstrauen der Anleger in die südeuropäische Wirtschaft wieder. Wer in den vergangenen Jahren in portugiesische Papiere investierte, fuhr Verluste ein. Allerdings gehörte das Land vor der Jahrtausendwende zu den Lieblingen der Anleger, was auch die solide durchschnittliche Jahresrendite der letzten 117 Jahre erklärt.

1900-2016: + 3,5 %

1980-1999: +15,2 %

2000-2016: -2,4 %

Bei den Einzelwerten standen die Papiere von Dow Chemical und Dupont im Fokus. Die EU-Kommission will Insidern zufolge der 130 Milliarden Dollar schweren Fusion der beiden US-Chemiegiganten grünes Licht erteilen. Die EU-Wettbewerbshüter akzeptierten die geringfügigen Zugeständnisse der beiden Konzerne, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. Die Aktien von Dow Chemical legten vier Prozent zu. Die Dupont-Papiere gewannen 3,4 Prozent. Die Aktien des deutschen Rivalen BASF, den der fusionierte Konzern vom Thron des Branchenprimus stößt, verloren 0,3 Prozent.

Garmin-Titel legten mehr als sieben Prozent zu. Der amerikanische Hersteller von Navigationsgeräten übertraf das fünfte Quartal in Folge die Gewinn- und Umsatzerwartungen.

Auch der Spezialist für den Bau von Luxusimmobilien, Toll Brothers, überzeugte mit seinem Umsatz- und Gewinnanstieg. Für die Aktien ging es um gut 6 Prozent aufwärts. First Solar setzte dagegen eine Abstufung der Experten der Credit Suisse nach einem Rekordverlust zu. Die Aktien knickten um 8,3 Prozent ein.

Bei den Papieren von Bristol-Myers Squibb stand ein Plus von 1 Prozent zu Buche. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, ist mit Carl Icahn ein weiterer aktivistischer Investor bei dem Pharmakonzern eingestiegen. Icahn sei der Auffassung, dass das Unternehmen über eine gute Produktpipeline verfüge und so zum Übernahmekandidaten werden könnte. Am Vortag hatten entsprechende Spekulationen aber zeitweise noch für deutlich höhere Kurse gesorgt.

Abwärts ging es dagegen bei den Betreibern von Hotel-Suchmaschinen wie Trip Advisor und Trivago - sie rutschten um 2,75 beziehungsweise 1,96 Prozent ab. Die Analysten von Cowen rechnen mit einem härteren Wettbewerb und stuften beide Aktien ab.

Den europäischen Börsen gaben positive Konjunkturdaten Auftrieb. Zusätzlichen Schub erhielten sie vom schwächelnden Euro, der Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der nahenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich machte die anfänglichen Gewinne aber wieder zunichte.

Bessere Chancen auf einen Wahlsieg des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron in Frankreich halfen dem Euro etwas auf die Sprünge. Nach einem zwischenzeitlichen Rutsch unter 1,05 US-Dollar erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung im New Yorker Handel auf 1,0567 Dollar. Der Zentrumspolitiker Francois Bayrou hatte am Nachmittag angekündigt, Macron zu unterstützen, statt selbst zu kandidieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0513 (Dienstag: 1,0537) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9512 (0,9490) Euro.

In Frankfurt stieg der Dax zunächst auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 12.031 Punkten. Er fiel aber letztlich wieder unter unter die psychologisch wichtige 12.000er Marke zurück und schloss 0,3 Prozent höher bei 11.998 Zählern. Der EuroStoxx50 ging kaum verändert bei 3339 Stellen in den Feierabend.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1279 Werte legten zu, 1615 gaben nach und 199 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1133 im Plus, 1707 im Minus und 223 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 05-32 auf 98-17/32. Sie rentierten mit 2.417 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 2/32 auf 99.11/32 und hatten eine Rendite von 3.035 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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