Börse New York
Wall Street nach nervösem Handel im Minus

Die Aktien in New York verloren im heutigen nervösen Handel ihren Halt. Überraschend schlechte Arbeitsmarktzahlen und die Minusfahrt des Dax belasteten die Wall Street. Die Buffett-Euphorie war nur von kurzer Dauer.
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New YorkDie Wall Street ist am Donnerstag in einem nervösem Handel dem Deutschen Aktienindex ins Minus gefolgt. In Frankfurt rutschte der Dax nach Gerüchten über ein Leerverkaufsverbot in Deutschland deutlich in die roten Zahlen, obwohl das Bundesfinanzministerium die Spekulationen als grundlos zurückwies.

„Unsicherheit ersetzt jede Form von Logik“, kritisierte Randy Billhardt, Handelschef bei MTV & Co in New York. In Frankreich, Italien und Spanien bleiben die riskanten Wetten auf den Kursverfall von Aktien von Banken und Versicherern dagegen vorerst untersagt.

Die Unsicherheiten, wie die Eurozone mit ihrer Schuldenkrise fertig werden will, schnürten auch den wochenlang gebeutelten Bankaktien erneut die Luft ab. Der Einstieg des Starinvestors Warren Buffett verschaffte der Branche im Handelsverlauf lediglich eine kurzzeitige Erholung. „Es gab eine kurze Euphorie und die wurde gleich zum Verkauf genutzt“, sagte Billhardt.

Gemäßigt fiel die Reaktion von Apple-Aktionären nach dem Rücktritt von Konzernchef Steve Jobs aus: Das Papier verlor 0,7 Prozent.

Eine unerwartet hohe Zahl von US-Anträgen auf Arbeitslosenhilfe bremste die Wall Street zudem aus. Viele Anleger hielten sich zudem vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt von US-Notenbankchef Ben Bernanke bei dem Notenbanktreffen in Jackson Hole am Freitag zurück.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,5 Prozent auf 11.149 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 11.106 und 11.406 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 1,6 Prozent tiefer auf 1159 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,0 Prozent auf 2419 Punkte.

In Frankfurt schloss der Dax 1,7 Prozent im Minus bei 5584 Punkten. Apple müsse bei Investoren nach dem Abgang von Konzernchef Jobs nun Überzeugungsarbeit leisten, erklärte Rick Fier von Conifer Securities. „Der Rücktritt wird die Dynamik der Firma nicht beeinflussen, aber er hat einen Einfluss auf die Psyche der Investoren.“

Zu den Verlierern gehörten auch die Titel von Applied Materials in Folge eines unerwartet schwachen Geschäftsberichtes. Der Konzern stellt sich wegen der schwachen Nachfrage nach PCs und Solarzellen auf einen kräftigen Umsatzrückgang ein. Die Aktien fielen 4,8 Prozent.

Die Titel der Bank of America setzten die Erholung der vergangenen Tage mit einem Kurssprung von mehr als neun Prozent fort, nachdem Buffett den Kauf eines Anteilspakets im Wert von fünf Milliarden Dollar angekündigt hatte. Insgesamt fielen Bankenaktien, einzelne Institute konnten sich nach diesem Vertrauensbeweis aber in den schwarzen Zahlen halten: So legte die Citigroup -Aktie 4,9 Prozent zu. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Milliarden Aktien den Besitzer.

719 Werte legten zu, 2303 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 493 im Plus, 2054 im Minus und 78 unverändert.

Eine schwächere Wall Street, schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt und aufflammende Sorgen über die europäische Schuldenkrise haben Anleger am Donnerstag in die als sicher geltende US-Staatsanleihen getrieben.

Die zehnjährigen Bonds gewannen 20/32 auf 99-04/32. Sie rentierten mit 2,23 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 31/32 auf 102-24/32 und rentierten dabei mit 3,60 Prozent. „Die US-Wirtschaft läuft eher auf eine Rezession als auf eine Erholung zu“, sagte Kevin Giddis von Morgan Keegan. Das Streben nach sicheren Anlagen treibe die Preise in die Höhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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