Börse New York
Wall Street pokert auf Zentralbank-Spritze

Schlechte europäische Konjunkturdaten ließen die Anleger in New York kalt. Viel mehr erweckte es Hoffnung, dass die Notenbanken in den Markt eingreifen. Dementsprechend griffen die Investoren wieder kräftig zu.
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New YorkHoffnung auf Unterstützung durch die Zentralbanken hat die Wall Street am Dienstag angetrieben. Anleger hielten es durchaus für möglich, dass der unerwartete Einbruch des deutschen ZEW-Konjunkturbarometers auch bei den bis Mittwoch laufenden zweitägigen geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Federal Reserve eine Rolle spielt.

"Ich glaube, dass die Zentralbanken ihr Vorgehen abstimmen und miteinander darüber reden, was für den gesamten Globus am besten wäre", sagte Keith Bliss von Cuttone & Co in New York. "Die Notenbanken sind mit Sicherheit dazu bereit, etwas zu tun. Ob sie es dann wirklich machen werden, ist für mich derzeit die entscheidende Frage."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent höher auf 12.837 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 12.744 und 12.898 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ein Prozent auf 1357 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,2 Prozent auf 2929 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 6363 Punkten aus dem Handel.

Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach seiner Umfrage unter 274 Anlegern und Analysten erklärte, befürchten Finanzprofis wegen der Schuldenkrise und der schwächeren Weltkonjunktur einen Abschwung in Deutschland. Die Konjunkturerwartungen der Experten brachen im Juni so stark ein wie seit fast 14 Jahren nicht mehr.

Das war für US-Anleger vor allem deshalb erschreckend, weil sie Deutschland bislang für einen Fels in der Brandung der Euro-Schuldenkrise hielten. Abgesehen davon behielten die US-Anleger die Regierungsbildung in Griechenland sowie eine Kreditaufnahme Spaniens zu hohen rekordhohen Zinsen im Blick.

Neben der Schuldenkrise sorgten auch Geschäftsberichte für Gesprächsstoff. Mit der frühzeitigen Veröffentlichung einer soliden Bilanz zerstreute Oracle von einem Management-Streit ausgelöste Spekulationen über Geschäftsprobleme. Der Software-Gigant verdiente im vergangenen Vierteljahr unerwartet gut - die Aktien legten deshalb um mehr als drei Prozent zu. Die Dividendenpapiere des Paketdiensts FedEx verteuerten sich trotz zurückhaltender Geschäftsprognosen um 2,8 Prozent.

Abwärts ging es für die Papiere der Drogeriekette Walgreen, nachdem das Unternehmen einen großen Expansionsschritt ankündigt hatte. Der US-Konzern will für 6,7 Milliarden Dollar 45 Prozent an der britischen Alliance Boots erwerben. Die Börsianer quittierten dies mit einem Kursverlust von rund sechs Prozent. Auch mit den Geschäftszahlen der Büchereikette Barnes&Noble waren die Anleger gar nicht einverstanden: Die Titel fielen um rund vier Prozent.

Gefragt waren die Anteilsscheine der Bank of America mit einem Aufschlag von 4,5 Prozent. Die Schweizer Privatbank Julius Bär verhandelt mit dem amerikanischen Geldhaus über den Kauf von dessen Vermögensverwaltung außerhalb der USA. Einem Medienbericht zufolge könnte Bär zwischen 1,5 und zwei Milliarden Dollar für den Zukauf auf den Tisch legen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 2544 Werte legten zu, 495 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1902 im Plus, 600 im Minus und 94 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es geht nur noch hoch, wenn mehr Geld gedruckt wird. Das Zeichen einer Asset Bubble, einer Blase des billigen Geldes an den Finanzmärkten. Oder woher denkt ihr, fließt das Geld? In griechische Staatsanleihen? ;-) Warten wir, bis diese Blase platzt. Lange braucht es nicht mehr.

  • Hoffentlich geben die Notenbanken dem Druck der Märkte nicht nach. Es kann nicht sein, daß die Volkswirtschaften im Grunde nicht von solchen Maßnahmen profitieren, sondern nur die Reichen oder Spekulanten über ihre Aktienpakete. Letztendlich hat es dem amerikanischem Arbeitsmarkt, wie man ja sieht, nichts gebracht, daß die FED die geldpolitischem Zügel so gelockert hat. Meiner Meinung nach wird die FED auch nichts unternehmen. Sie sollten eher über die Lösung von strukturellen Problemen in den USA nachdenken (das gilt auch für Europa)

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