Börse New York
Wall Street reagiert uneinheitlich auf Fed-Protokolle

Das Sitzungsprotokoll der Fed hat den Aktienhandel dominiert: Die Wall Street reagierte uneinheitlich auf den Bericht. Auf die Stimmung drücken Bilanzen von Lowe's und Target - die Aktien gingen zunächst auf Talfahrt.
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New YorkDie US-Börsen sind am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Während die Standardwerte leichte Gewinne verbuchten, kam die Nasdaq nicht vom Fleck. Das Aktiengeschäft wurde dominiert vom Blick der Anleger auf die jüngsten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank. Demnach hält die Federal Reserve vorerst an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest, die in den vergangenen Monaten mit zu den Kursgewinnen an der Börse beigetragen hat.

Vor der Veröffentlichung der Mitschrift hatten sich die Investoren kaum aus der Deckung gewagt. Fest im Blick hatten sie aber die Zwischenberichte der Baumarktkette Lowe's und des Einzelhändlers Target. Beide kappten ihre Jahresprognose und schickten die Aktien zunächst auf Talfahrt. Die Papiere erholten sich später aber wieder.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.994 und einem Tief von 16.896 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 16.979 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 1986 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat dagegen bei 4526 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent leichter auf 9314 Zählern aus dem Handel.

Die Baumarktkette Lowe's vermochte es anders als Konkurrent Home Depot nicht, die nach dem harten Winter reparatur-willigen Amerikaner in ihre Läden zu locken. Da die Umsatzausfälle nicht aufzuholen scheinen, verabschiedete sich Lowe's von den bisherigen Jahreszielen. Die Aktie fiel daraufhin über drei Prozent. Später überwog unter den Anlegern jedoch die Erleichterung darüber, dass Lowe's zumindest im zweiten Quartal die Markterwartungen übertreffen konnte. Die Papiere schlossen mit einem Plus von 1,6 Prozent.

Auch Target senkte den Ausblick für das Gesamtjahr, nachdem der Gewinn im zweiten Quartal um 62 Prozent eingebrochen war. Mit niedrigeren Preisen buhlte der Einzelhändler um Kunden. Nach einem Hacker-Angriff hatten viele Target den Rücken gekehrt. Die Anteilsscheine gaben zunächst nach, schafften später aber mit einem Plus von 1,8 Prozent ein Comeback. Die neue Zuversicht erklärte Kim Forrest vom Anlagehaus Fort Pitt Capital damit, dass es einen Wechsel in der Führungsebene gegeben habe und es nun wieder aufwärtsgehen könne.

Rasant bergab ging es dagegen für Hertz, dessen Anteilsscheine fast vier Prozent einbrachen. Der Autovermieter kappte seine Gewinnziele für das laufende Jahr wegen verschiedener operativer Probleme und Kosten für die Bilanzkorrektur der vergangenen drei Jahre.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 542 Millionen Aktien den Besitzer. 1524 Werte legten zu, 1459 gaben nach und 195 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp 1,5 Milliarden Aktien 1006 Titel im Plus, 1678 im Minus und 134 unverändert.

Auch an den US-Kreditmärkten war die Fed zentrales Thema. Hier konzentrierten sich die Anleger darauf, dass die Erholung am Arbeitsmarkt schneller fortschreitet als die Notenbank erwartet. Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben daraufhin um 6/32 auf 99-17/32 nach. Sie rentierten mit 2,43 Prozent. Die 30-jährigen Bonds traten bei 98-06/32 auf der Stelle und hatten eine Rendite von 3,22 Prozent

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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