Börse New York
Wall Street rutscht in den Keller

Die Angst vor einem baldigen Ende der ultralockeren US-Geldpolitik belastet die Wall Street. Die US-Indizes notieren den zweiten Tag in Folge deutlich im Minus. Einige Lichtblicke gab es dagegen bei den Einzelwerten.
  • 0

New YorkDie US-Börsen haben am Mittwoch Verluste hinnehmen müssen. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Einigung im US-Haushaltsstreit, die Anleger um die Konjunkturhilfen der US-Notenbank Fed bangen ließ. Zwar schätzten es Händler als positiv ein, dass mit der Übereinkunft eine Haushaltsblockade wohl nicht länger als Drohszenario im Raum steht.

Doch schwerer wog schließlich die Annahme, dass die US-Notenbank geneigt sein könnte, ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft nun eher früher als später einzudämmen - vielleicht schon in der kommenden Woche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.997 und einem Tief von 15.827 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 15.843 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,1 Prozent auf 1782 Stellen ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,4 Prozent auf 4003 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent tiefer mit 9077 Zählern aus dem Handel.

Im Haushaltsstreit hatten sich Demokraten und Republikaner Dienstagabend überraschend auf einen Kompromiss geeinigt. Der im Januar 2014 abermals drohende Haushaltsnotstand könnte damit noch abgewendet werden - vorausgesetzt, Senat und Repräsentantenhaus geben grünes Licht. Präsident Barack Obama sprach von einem "guten ersten Schritt" und warb um Zustimmung. In den Reihen der Republikaner im Repräsentantenhaus zeichnete sich am Mittwoch ein Ja-Votum ab.

Randy Warren von Warren Financial Service zufolge kam es am Mittwoch zu Gewinnmitnahmen. Befürchtungen, dass die Fed mit dem Zeitplan für ihre Konjunkturhilfen falsch liegt, täten am Markt ihr übriges. Am kommenden Mittwoch äußert sich die Notenbank planmäßig zum letzten Mal in diesem Jahr zu ihrer Geldpolitik.

Bei den Einzelwerten ging es für Laboratory bergab, nachdem die Medizintest-Firma ihren Jahresausblick nach unten korrigiert hatte. Die Papiere büßten fast elf Prozent ein.

Ein Minus von 1,2 Prozent musste Costco Wholesale verkraften, der für einen überraschend schwachen Quartalsgewinn abgestraft wurde.

Doch einige Unternehmen konnten gegen den Markttrend Kursgewinne verbuchen. So legten die Aktien von Mastercard 3,5 Prozent zu. Der Finanzkonzern hat einen Aktiensplit angekündigt und die Dividende angehoben.

Auch die Papiere von Groupon waren gefragt, sie stiegen um knapp ein Prozent. Wells Fargo hatte den Schnäppchenvermittler auf "outperform" angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 597 Werte legten zu, 2450 gaben nach und 74 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,9 Milliarden Aktien 595 Titel im Plus, 1958 im Minus und 126 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street rutscht in den Keller"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%