Börse New York: Wall Street rutscht nach Berg- und Talfahrt ab

Börse New York
Wall Street rutscht nach Berg- und Talfahrt ab

Zunächst jubelten die Anleger über die überraschend starken Alcoa-Quartalszahlen und griffen bei Aktien zu. Der Dow Jones pulverisiert damit seine gestrigen Verluste. Am Ende wanderten die Werte aber doch noch ins Minus.
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New YorkDie US-Aktienmärkte haben nach einer Berg- und Talfahrt am Dienstag mit Kursverlusten geschossen. Belastet wurden die Märkte von sinkenden Öl- und Rohstoffpreisen. Im Mittelpunkt des Handels standen die Geschäftszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa. Ab Mittwoch legen die großen US-Banken ihre Bilanzen für das vierte Quartal vor. In der kommenden Woche folgen zahlreiche Konzerne aus der Technologiebranche und der Industrie. Analysten erwarten, dass die Gewinne der US-Firmen insgesamt zum Vorjahr um 3,8 Prozent zugelegt haben. Im Fokus dürften aber Energiefirmen stehen, die den Ölpreisverfall zu spüren bekommen.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte gab 0,2 Prozent auf 17.613 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 verringerte sich um 0,3 Prozent auf 2023 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent auf 4661 Punkte.

Generell positiv wurden die überraschend starken Quartalszahlen von Alcoa aufgenommen. Der Konzern übertraf im vierten Quartal bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen. Doch nutzten die Aktionäre die Zahlen zu Gewinnmitnahmen, denn Alcoa hatte in den vergangenen fünf Handelstagen über acht Prozent zugelegt. Die Alcoa-Aktie gab 2,3 Prozent nach.

Zu den Verlierern zählten auch die Anteilsscheine des größten US-Reifenherstellers Goodyear mit einem Abschlag von sieben Prozent. Der Konzern hatte eine Gewinnwarnung herausgegeben.

Abgestraft wurden auch die Dividendenpapiere des Bergbaukonzerns Freeport McMoran Copper & Gold mit einem Minus von 7,5 Prozent. Hintergrund ist der sinkende Kupferpreis.

Bei KB Home ging es sogar um mehr als 16 Prozent abwärts. Der Baukonzern hatte seine Prognose für die Gewinnmargen im ersten Quartal gesenkt.

Ermutigende Firmenbilanzen und die Aussicht auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank gaben dagegen den europäischen Börsen Auftrieb. Dax und EuroStoxx50 legten jeweils um 1,6 Prozent zu. "Die Stimmung ist gar nicht schlecht, viele setzen jetzt auf die Unternehmen, die zumindest beim Export vom niedrigen Euro profitieren", sagte ein Händler.

Der Ölpreis gab weiter nach. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 4,7 Prozent auf 45,19 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit kostete Brent so wenig wie zuletzt während der Finanzkrise im Frühjahr 2009. Analysten sehen vorerst kein Ende der Talfahrt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 1460 Werte legten zu, 1627 gaben nach, und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 1326 im Plus, 1393 im Minus und 131 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 3/32 auf 102-30/32. Die Rendite stieg auf 1,922 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 15/32 auf 110-6/32 und rentierte mit 2,513 Prozent. Händler begründeten die Kursabschläge mit einer enttäuschenden Auktion von zehnjährigen Staatspapieren im Volumen von 21 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Scheint ein Muster zu sein:
    Gegen Abend in USA geht es stets unter Null - gen Süden.

    Typisch für einen steten Abverkauf, der längst fällig ist.

  • Die dramatischen Verluste der Ölwirtschaft halten an und drohen sich weiter zu erhöhen, denn Saudi denkt nicht daran, Förderung oder Preise zu ändern.

    Im Gegenteil soll es weiter billiger werden - und damit die Fracking-Industrie am Boden zerstört werden.

    Die deutliche Abhängigkeit der USA von importierter Energie wird so wieder hergestellt.
    Das wird sehr teuer.

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