Börse New York
Wall Street rutscht spät ins Minus

Zunächst konnte die Wall Street die Verlustserie der letzten Tage stoppen. Doch die Herabstufung Belgiens durch die Rating-Agentur S&P sorgte im Schlussgeschäft noch einmal für Turbulenzen.
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New YorkBelastet von der europäischen Schuldenkrise hat die Wall Street am Freitag mit Kursverlusten geschlossen. Die US-Börsen verbuchten damit den siebten Handelstag in Folge Abschläge. Im frühen Geschäft hatte noch ein positiver Auftakt des wichtigen Weihnachtsgeschäfts die New Yorker Aktienmärkte beflügelt. Eine Herabstufung Belgiens durch die Ratingagentur S&P löste im Schlussgeschäft jedoch eine Verkaufswelle aus. Aufgrund der Risiken im Finanzsektor bewertet die Agentur Belgien nun nur noch mit „AA“ nach zuletzt „AA+“ bei einem negativen Ausblick.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 11.231 Punkten. Im Tagesverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.231 und 11.361 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 1158 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,8 Prozent auf 2441 Stellen nach. Im Wochenvergleich fiel der Dow 4,8 Prozent, der S&P 4,7 Prozent und die Nasdaq 5,1 Prozent. Wegen des auf vier Stunden verkürzten Handels blieben die Umsätze dünn. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) dagegen mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent auf 5492 Punkten aus dem Handel.

Unterstützung erhielten die Börsen von Berichten, dass die Euro-Zone möglicherweise bei dem dauerhaften Rettungsschirm auf eine Beteiligung privater Gläubiger verzichten werde, was die Finanzbranche erheblich entlasten würde. Wie mehrere mit der Diskussion vertraute Personen Reuters sagten, drängen Frankreich und andere Länder darauf, die auf Druck Deutschlands eingeführte Umschuldungsklausel (Collective Action Clause) aus dem Vertrag zum Europäischen Stabilitätsmechanismus zu streichen. Damit solle den Finanzmärkten klargemacht werden, dass die private Gläubigerbeteiligung wirklich auf den Fall Griechenland begrenzt bleibe. Deutschland, die Niederlande, Finnland und Österreich seien dagegen. Von diesen Berichten profitierten vor allem Banktitel: Citigroup legten gut ein Prozent zu. Wells Fargo rückten um 0,4 Prozent vor.

Den Einzelhändlern gelang offenbar ein guter Start ins enorm wichtige Weihnachtsgeschäft. Die US-Bürger brachten sich pünktlich zum Feiertagsgeschäft trotz hoher Arbeitslosigkeit und Konjunktursorgen wieder in Kaufstimmung. Vor allem Schnäppchenjäger kurbelten am sogenannten „Black Friday“, dem Tag nach dem Thanksgiving-Fest, den Handel an. Die Aktien des weltgrößten Einzelhändlers Walmart rückten um 0,4 Prozent vor. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Kursaufschläge nicht nachhaltig sein dürften. „Der Markt ist überverkauft. Einige Leute hoffen, dass das Weihnachtsgeschäft gut läuft. Die Gesamtstimmung ist jedoch noch schlecht“, sagte ein Börsianer.

Bei den Einzelwerten standen auch die Titel von AT&T im Fokus. Die Aktien verbilligten sich um 0,5 Prozent, nachdem der Konzern sich auf ein Scheitern der Übernahme von T-Mobile USA von der Deutschen Telekom einstellt und deshalb eine Belastung von vier Milliarden Dollar verbucht hatte.

Gegen die allgemeine Markttendenz legten die Aktien des Biopharmaunternehmens Amarin um 6,5 Prozent zu. Hintergrund sind positive Nachrichten zu seinem Herzpräparat AMR101.

Zu einem regelrechten Kursfeuerwerk kam es bei Pozen mit einem Gewinn von 45 Prozent. Das Pharmaunternehmen hatte bekanntgegeben, seine Rechte auf künftige Tantiemen an seinen Migränemedikament veräußert zu haben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 420 Millionen Aktien den Besitzer. 1263 Werte legten zu, 1603 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 690 Millionen Aktien 687 im Plus, 1657 im Minus und 133 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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