Börse New York
Wall Street sahnt ab und wartet

Vor dem Start der Bilanzsaison warten die Anleger in New York erstmal ab und nehmen Gewinne mit. Der Rekordlauf von letzter Woche wurde vorerst beendet. Doch die Bilanzen lassen Gutes erwarten.
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New YorkAn der Wall Street haben sich Anleger zum Wochenauftakt zurückgehalten. Nach den Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche richtet sich nun die Aufmerksamkeit auf die beginnende Bilanzsaison. Den Auftakt macht traditionell der Aluminiumhersteller Alcoa, der am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Bilanz für das zweite Quartal vorlegt.

Einige Experten schließen nicht aus, dass die im S&P500 gelisteten Unternehmen erstmals seit dem Herbst 2011 im Schnitt wieder einen prozentual zweistelligen Gewinnzuwachs ausweisen werden. Die Mehrheit der Analysten erwartet dies aber erst in drei Monaten. Zudem nahmen Börsianer nach dem Rekordlauf in der vergangenen Woche Gewinne mit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 17.024 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 0,4 Prozent auf 1977 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 4451 Stellen.

Ein überraschend starker Rückgang der deutschen Produktion im Mai hatte am Montag Europas Aktienanleger enttäuscht. Der Dax fiel um ein Prozent auf 9906,07 Punkte, der EuroStoxx50 verlor 1,2 Prozent auf 3230,92 Zähler. Vor allem der stärkste monatliche Einbruch der deutschen Industrieproduktion seit zwei Jahren habe für Ernüchterung gesorgt, sagte CMC-Markets-Analyst Andreas Paciorek. Dass sich der Dax nicht über der 10.000er Marke behaupten konnte, habe zusätzlichen Verkaufsdruck ausgelöst, fügte ein Händler hinzu.

Am Freitag hatte die Wall Street wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Am Donnerstag hatte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht den Dow erstmals über die Marke von 17.000 Punkten getrieben. Einige Experten erwarten, dass die US-Notenbank nun etwas früher als bislang erwartet die Zinsen anheben wird. Bislang war dies überwiegend frühestens für Mitte 2015 erwartet worden.

Hightech-Titel legen zu

Bei den Einzelwerten stiegen Aktien von Applied Materials um 0,7 Prozent. JPMorgan Securities hatte die Empfehlung für die Papiere von „neutral“ auf „übergewichten“ heraufgesetzt.

BioDelivery Sciences legten rund neun Prozent zu. Das Unternehmen hatte über den erfolgreichen Verlauf einer Medikamenten-Studie berichtet.

Alcoa ließen einen Tag vor der Veröffentlichung der Bilanzdaten 1,5 Prozent Federn.

Die Anteilsscheine von Expedia verbilligten sich um 1,7 Prozent. Der Online-Reiseanbieter will den australischen Rivalen Wotif.com für umgerechnet 485 Millionen Euro übernehmen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 600 Millionen Aktien den Besitzer. 939 Werte legten zu, 2140 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 547 im Plus, 2167 im Minus und 92 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten dagegen zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 99-1/32. Die Rendite sank auf 2,617 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 26/32 auf 98-26/32 und rentierte mit 3,439 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit der Einschätzung der Investoren, dass der jüngste unerwartet gute Arbeitsmarktbericht nicht ausreiche, um die Notenbank zu einer früheren Zinserhöhung zu veranlassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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