Börse New York
Wall Street schließt fester

Langsam scheint die Wall Street die erwartete Entscheidung der Fed, weiter stillzuhalten, verdaut zu haben. Dow und Co legen leicht zu. Am Freitag half der Ölpreis, der die 40-Dollar-Marke souverän hält.

New YorkDie Wall Street hat sich am letzten Handelstag der Woche mit leichten Aufschlägen präsentiert. Die Fed-Entscheidung, bei den geplanten Zinserhöhungen behutsamer vorzugehen, wirke immer noch nach, sagten Händler. „Die Fed hat mit ihren Kommentaren einige Nervosität aus dem Markt genommen“, sagte Gary Bradshaw, Portfolio-Manager bei Hodges Funds.

Rauf ging es für die Kurse auch dank weiter kletternder Ölpreise. Sowohl die Sorte WTI als auch Brent knackten beide neue Jahreshochs und kamen auf Notierungen oberhalb der 40-Dollar-Marke. Das Börsengeschäft stand auch im Zeichen des Verfalls sowohl von Termingeschäften als auch von Optionen auf Börsenindizes und einzelne Aktien – dem so genannten vierfachen Hexensabbat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York um 0,7 Prozent höher mit 17.602 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 2050 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,4 Prozent auf 4796 Punkte zu.

Bei den Einzelwerten gewannen Adobe-Papiere fast vier Prozent an Wert, nachdem der Softwarekonzern im ersten Quartal dank neuer Abo-Kunden mit einem Gewinnsprung überraschte. Bei den Bankenwerten legten Bank of America und JPMorgan jeweils etwa drei Prozent zu. Beide Geldhäuser hatten zuvor ihre Aktienrückkaufprogramme öffentlich gemacht.

Die Stimmung der US-Konsumenten trübte sich im März überraschend ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel um 1,7 auf 90,0 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit einem halben Jahr. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg auf 92,2 Zähler gerechnet. Die US-Konjunktur hängt stark von den Verbrauchern ab: Der private Konsum steht für rund 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft.

Das schwächere Konsumklima signalisiert deshalb einen kraftlosen Aufschwung. „Die Konjunktursorgen dürften nicht kleiner werden”, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. Nach den weltweiten Erschütterungen an den Finanzmärkten will die US-Notenbank Fed die Zinszügel vorerst nur behutsam straffen. Die Währungshüter signalisierten am Mittwoch, dass sie nach der historischen Zinswende vom Dezember im laufenden Jahr nur noch zwei Mal nachlegen wollen. Noch Ende 2015 hatten sie doppelt so viele Schritte auf dem Zettel.

In Frankfurt schloss der Dax nahe der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten. Der Leitindex ging 0,6 Prozent fester bei 9950,80 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 legte um 0,5 Prozent zu. Unterstützung lieferte ein sinkender Euro, der Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise um einen knappen halben US-Cent auf 1,1257 Dollar, nachdem EZB-Chefvolkswirt Peter Praet neue Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen geschürt hatte.

Auf Wochensicht rückte der Dax 1,2 Prozent vor. Marktanalyst Ben Le Brun vom Online-Broker OptionsXpress sagte weitere Kursgewinne am Aktienmarkt voraus und verwies auf die jüngsten Entscheidungen von EZB, Fed & Co., an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten. „Wir haben eine wichtige Woche hinter uns und sind nicht nur unbeschädigt, sondern scheinbar gestärkt daraus hervorgegangen.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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