Börse New York
Wall Street schließt fester

Die Nominierung von Fed-Chef Ben Bernanke für eine zweite Amtszeit hat den US-Börsen am Dienstag Auftrieb gegeben. Auch die Veröffentlichung der Daten zum Immobilienmarkt vor dem Börsenstart sowie gute Daten zum Konsumklima stützten den US-Aktienmarkt.

HB NEW YORK. Positive Daten vom Häusermarkt und zum Konsumklima haben am Dienstag den Konjunkturoptimismus geschürt und der Wall Street Auftrieb gegeben. Die Preise für US-Einfamilienhäuser stiegen im Juni den zweiten Monat in Folge, wie aus einem Barometer von Standard & Poor's und Case Shiller hervorging. Zugleich kletterte der Index für das Verbrauchervertrauen auf den höchsten Wert seit Mai. Erleichtert zeigten sich Anleger auch über die Nominierung von Fed-Chef Ben Bernanke für eine zweite Amtszeit. Sorgen über die hohe Staatsverschuldung rückten davor in den Hintergrund.

Die Indizes kletterten im Handelsverlauf zwischenzeitlich auf neue Jahreshöchststände, bauten jedoch vor allem gegen Börsenschluss einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent fester auf 9539 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 9508 und 9620 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,2 Prozent auf 1028 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 2024 Punkte zu. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent fester bei 5557 Punkten.

Eine Erholung auf dem Häusermarkt und mehr Konsumausgaben der US-Bürger gelten als Grundvoraussetzung für eine Erholung der Wirtschaft und schickten unter anderem die Titel des Baukonzerns DR Horton drei Prozent nach oben. Auch die Nominierung von Bernanke werde am Markt positiv aufgenommen, sagte Händler Joe Saluzzi. Die Entscheidung sei erwartet worden. Ein Kurswechsel der Fed hätte viele Börsianer verunsichert.

Auch Unternehmenszahlen schürten die Kauflust der Investoren: Die Fast-Food-Kette Burger King übertraf mit ihrem Quartalsgewinn die Markterwartungen, ihre Aktien schossen 6,2 Prozent in die Höhe. Die Papiere der Bekleidungskette Chico's FAS gewannen 7,6 Prozent. Das ins Taumeln geratene Unternehmen verdiente ebenfalls überraschend viel und schürte so Hoffnungen auf eine Kehrtwende. Die Papier der zweitgrößten US-Baumarktkette Lowe's legten 1,7 Prozent zu. Der Konzern traut sich im Zuge eines Joint Ventures mit Australiens größtem Einzelhändler Woolworths erstmals auf Märkte außerhalb Nordamerikas.

Die positiven Nachrichten überdeckten Regierungsprognosen, wonach sich die Staatsverschuldung in den kommenden zehn Jahren wegen einer langsamen Erholung und höherer Ausgaben im Sozial- und Gesundheitswesen beinahe verdoppeln wird. "Der Markt ignoriert jede Form von schlechten Nachrichten", sagte Analyst Alan B. Lancz. "Wir sind auf die positive Seite fokussiert und alles, was nicht rosig ausschaut, wird mit einem Achselzucken hingenommen." Der Markt suche nach Entschuldigungen für Käufe, anstatt die Zahlen objektiv zu betrachten.

Schlecht lief der Handel für Energieunternehmen. Der Preis für ein Fass Öl der US-Sorte WTI fiel um mehr als drei Prozent und notierte bei 71,88 Dollar. Dies machte Konzernen wie Exxon zu schaffen, dessen Titel um 0,9 Prozent abgaben und auch auf den Dow drückten. Nach unten ging es auch für die weltgrößte Büromarktkette Staples, die im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang verbuchte. Staples-Papiere verloren 1,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Mrd. Aktien den Besitzer. 1822 Werte legten zu, 1181 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Mrd. Aktien 1434 im Plus, 1225 im Minus und 124 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 09/32 auf 101-17/32. Sie rentierten mit 3,442 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 25/32 auf 104-23/32 und hatten eine Rendite von 4,221 Prozent.

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