Börse New York
Wall Street schließt im Plus

Kursgewinne leiten an der US-Börse die neue Woche ein. Analysten sehen einen „optimistischen Markt“. Im Fokus unter den Einzelwerten: Netflix. In den kommenden Tagen werden zahlreiche weitere Quartalergebnisse erwartet.
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New YorkDie US-Börsen sind am Montag mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. „Der Markt will weiter optimistisch sein“, sagte Robert Pavlik, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter Boston Private Wealth. Starke Quartalsbilanzen könnten grundsätzlich ein guter Grund sein, um Gewinne mitzunehmen. „Das ist aber nichts, was langfristig ausgerichtete Investoren beunruhigen sollte.“

Die meisten Firmen haben bislang mit ihren Bilanzen für das Sommerquartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. In den kommenden Tagen werden zahlreiche weitere Ergebnisse erwartet. Allein für Dienstag stehen unter anderem die Zwischenberichte von Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie IBM auf den Terminkalendern.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher auf 22.956 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,2 Prozent auf 2557 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 6624 Punkte.

Aus Branchensicht gerieten vor allem Aktien aus dem Gesundheitssektor unter Druck. So verloren die Titel von Allergan 3,5 Prozent, nachdem ein Gericht eine Patentvereinbarung des US-Pharmakonzerns mit einem US-Indianerstamm für ungültig erklärt hatte. Allergan hatte Patente für ein Augenmedikament an den Stamm übertragen und sich gleichzeitig gegen Bezahlung eine exklusive Lizenz gesichert. Aufgrund der im US-Recht verbrieften juristischen Autonomie des Stamms hätten die Patente vorab nicht für ungültig erklärt werden können.

Nach Börsenschluss wurden die Quartalszahlen von Netflix veröffentlicht. Die Abonnentenzahl hatte sich im dritten Quartal besser entwickelt, als vom Markt erwartet worden war. Die Papiere des Videostreaming-Dienstes reagierten nachbörslich mit einem Plus von 3,4 Prozent auf die Kennziffern. Bereits am Freitag waren sie um fast 2 Prozent gestiegen.

Die Aktien von Apple standen mit einem Kursgewinn von 1,8 Prozent im Anlegerfokus. Damit erklommen die im Dow besonders schwer gewichteten Titel des iPhone-Herstellers den höchsten Stand seit rund einem Monat. Grund für die Rally war eine positive Analystenstudie. Die Brokerfirma KeyBanc Capital hatte die Apple-Anteilscheine von „Sector Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft.

Adobe ließen dagegen 2,3 Prozent Federn. Die Deutsche Bank hatte zuvor das Rating für den Softwarekonzern auf „halten“ gesenkt.

Die Aktien von American Express gehörten mit einem Minus von 1 Prozent zu den schwächsten Dow-Werten. Das oberste Bundesgericht wird sich mit dem Streit zwischen der US-Bundesregierung sowie elf Bundesstaaten und dem Kreditkartenanbieter wegen angeblicher Wettbewerbsverstöße befassen. Sie werfen American Express vor, Einzelhändler daran zu hindern, ihren Kunden die Nutzung von Konkurrenz-Kreditkarten mit geringeren Gebühren anzubieten.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat mitten im schwierigen Produktionsaufbau für seinen ersten günstigeren Wagen Model 3 in großem Stil Mitarbeiter nach der jährlichen Bewertung entlassen. Der Autobauer musste jüngst einräumen, dass die Produktion des Model 3 bei weitem nicht so schnell anläuft wie geplant. Im vergangenen Quartal wurden statt der anvisierten 1500 Fahrzeuge nur 260 gebaut. Tesla-Titel verloren 1,4 Prozent.

Die Anteilsscheine von Freeport-McMoran stiegen 3,5 Prozent. Der Bergbaukonzern profitierte von höheren Kupferpreisen. In der Hoffnung auf eine anhaltend starke Nachfrage aus China deckten sich Anleger mit Industriemetallen ein. An der führenden Börse LME stieg der Preis für Kupfer daraufhin auf ein Drei-Jahres-Hoch von 7111,50 Dollar je Tonne.

Die Kauflaune der europäischen Aktienanleger dämpfte zum Wochenanfang die Hängepartie um die Zukunft Kataloniens. Der Dax kehrte zwar über die vorige Woche geknackte 13.000er Marke zurück und schloss mit 13.003 Zählern erstmals darüber und 0,1 Prozent höher. Damit blieb er aber unter der am Freitag aufgestellten Bestmarke von 13.036 Punkten. Der EuroStoxx50 schloss kaum verändert. „Die Kuh in Katalonien ist noch nicht vom Eis“, sagte LBBW-Analyst Wolfgang Albrest.

Der Eurokurs blieb im US-Handel unter der Marke von 1,18 US-Dollar. Zuletzt wurde die von der Ungewissheit über die weitere Entwicklung im Katalonien-Konflikt geschwächte Gemeinschaftswährung bei 1,1795 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1803 Dollar festgesetzt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 1427 Werte legten zu, 1456 gaben nach und 182 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 1379 im Plus, 1517 im Minus und 223 unverändert.
Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 6/32 auf 99-17/32. Die Rendite stieg auf 2,3016 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 4/32 auf 98-20/32 und rentierte mit 2,8184 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Geschickt sorgt Herr Trump für stetig wachsende Gewinne, daß treibt die Börse. Natürlich schauen die EU-Loser neidisch auf die amerikanische Wirtschaft. Nur kein Neid auch Sackhüpfen mit Kienspan kann Spaß machen, von daher, Feuersteine kaufen und versuchen ob der Kienspan brennt. Im Zweifel, afrikanischen Facharbeiter holen, der kennt sich aus.

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