Börse New York
Wall Street schließt mit deutlichen Gewinnen

Positive US-Konjunkturdaten, sowie Aussagen von EZB-Präsident Draghi sorgen für Auftrieb. Um die Aktien von Zynga und Facebook machten Anleger erstmal einen großen Bogen.
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New YorkEZB-Präsident Mario Draghi hat mit seinen Äußerungen zur Krise in der Euro-Zone am Donnerstag für Zuversicht bei den Anlegern in New York gesorgt. Er schürte die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise. "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", sagte der Italiener in London. Dies werde ausreichen. Zudem versetzten unerwartete positive US-Konjunkturdaten Investoren an der Wall Street in Kauflaune.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von rund 1,7 Prozent auf 12.887 Punkte aus dem Handel. Er pendelte zwischen den Marken von 12.680 und 12.931. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 1,65 Prozent auf 1360 Zähler. Der Nasdaq legte um 1,4 Prozent auf 2893 Stellen zu. Der Dax ging 2,75 Prozent fester bei 6582 Zählern aus dem Handel.

Draghi habe mit seinen Äußerungen Anleger beruhigt und den Markt gestützt, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. Die EZB allein könne die Krise aber nicht lösen. Draghi werde die Unterstützung Deutschlands benötigen. "Und wir werden ja sehen, ob das kommt." Auch andere Analysten sahen die Äußerungen Draghis als positive Überraschung.

Zur guten Stimmung trugen zudem positive Daten vom sonst eher schwächelnden US-Arbeitsmarkt bei. In der vergangenen Woche füllten 353.000 Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe aus - 35.000 weniger als in der Woche zuvor. Gemischte Signale kamen aus der US-Industrie. Sie zog im Juni 1,6 Prozent mehr Aufträge für langlebige Güter wie Maschinen und Fahrzeuge an Land - viermal so viel wie erwartet. Getrübt wird das Bild aber dadurch, dass das kräftige Plus vor allem der starken Nachfrage nach Flugzeugen zu verdanken ist.

Zu gefragten Papieren zählten etwa Sprint-Nextel -Papiere, die um mehr als 20 Prozent zulegten. Der US-Mobilfunkanbieter sprüht vor Zuversicht für das Gesamtjahr und hob seinen Ausblick an.

Auch die Anteilscheine des Ölkonzerns Exxon Mobil verteuerten sich, und zwar um 1,5 Prozent. Trotz des gesunkenen Ölpreises glänzte der Marktführer im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung von 49 Prozent auf 15,9 Milliarden Dollar.

Um mehr als zwölf Prozent stiegen die Aktien von InterOil. Der Unternehmen stellt verflüssigtes Erdgas her und verhandelt mit Royal Dutch Shell über den Verkauf von Lizenzen und eines Terminals in Papua-Neuguinea.

Um die Aktien des Internetkonzerns Facebook machten die Anleger einen großen Bogen. Der Internetspiele-Anbieter Zynga wird für seinen Partner Facebook zum Ballast. Nach einem schwachen Quartal musste das Zynga-Management seine Geschäftsziele drastisch stutzen: Die Kundschaft gibt weniger Geld aus, und die Investoren laufen in Scharen weg. Die Papiere des weltweit größten sozialen Netzes notierten 8,5 Prozent im Minus. Zynga-Aktien verloren etwa 37,5 Prozent. Nach Börsenschluss gab Facebook einen Quartalsverlust bekannt. Der Umsatz stieg aber um ein Drittel. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel weiter.

Die Aktien des größten US-Chemiekonzerns Dow Chemical gaben 3,6 Prozent nach. Denn beim BASF -Rivalen brach der Gewinn im zweiten Quartal um 34 Prozent ein. Dow Chemical begründete die Talfahrt mit der weltweit schwächelnden Nachfrage. Vor allem in Europa seien die Geschäfte in der Schuldenkrise schwierig.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 2201 Werte legten zu, 819 gaben nach, und 83 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Milliarden Aktien 1614 im Plus, 851 im Minus und 133 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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