Börse New York
Wall Street schließt mit dicken Gewinnen

Aufatmen an der Wall Street: Die weltweite Geldschwemme geht zunächst ungebremst weiter. Gleichzeitig legen neue Konjunkturdaten eine Gesundung der Weltwirtschaft nahe. Zu den großen Gewinnern gehörte am Donnerstag Yelp.
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New YorkErfreuliche Konjunkturdaten sowie die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in der westlichen Welt haben die Aktienmärkte am Donnerstag kräftig angeschoben. In New York knackte der breit gefasste S&P-500-Index dabei erstmals die Marke von 1700 Zählern.

Händler zeigten sich erleichtert, dass die Notenbanken weder in den USA noch in Europa die zaghafte wirtschaftliche Erholung mit einer baldigen Erhöhung der Zinsen gefährden wollen. Gleichzeitig festigten die Daten die Überzeugung, dass sich die lange Konjunkturflaute langsam aber sicher ihrem Ende nähert.

"Die Erholung der Wirtschaft setzt sich fort", erklärte etwa Leo Kelly von HighTower's Kelly Wealth Management. "Zwar sind wir von einem Spitzentempo weit entfernt, aber es geht vorwärts und deshalb reagieren die Aktienmärkte positiv."

Der Leitindex Dow Jones schloss 0,8 Prozent höher bei 15.628 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verbesserte sich um 1,3 Prozent und verließ den Handel bei 1706 Zählern. Der Nasdaq-Index legte 1,4 Prozent zu auf 3675 Punkte. Der Dax schloss 1,6 Prozent fester bei 8410,73 Zählern und beendete den Handel damit erstmals seit Ende Mai über der Marke von 8400 Punkten.

Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg im Juli überraschend deutlich auf 55,4 Punkte von 50,9 Zählern im Vormonat. "Die Industrie scheint mit viel Schwung ins laufende Quartal gestartet zu sein", kommentierte Postbank-Analyst Heinrich Bayer die US-Daten. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen besser als von Analysten erwartet aus. In China zog der offizielle Einkaufsmanagerindex (CFLP PMI) im Juli ebenfalls überraschend an.

Viel Rückenwind verliehen den Märkten zudem die großen Notenbanken in den USA und Europa. Die Federal Reserve hatte schon am Mittwoch angekündigt, bis zu einer nachhaltigen Besserung der Konjunktur weiter Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere zu kaufen. Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Zinsen "für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter" belassen, wie EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag bekräftigte.

Zu den größten Gewinnern gehörten Bankenwerte. So legten Bank of America um mehr als zwei Prozent zu, bei Wells Fargo fiel das Plus fast ebenso hoch aus. Die Aktien der auf Verbraucher-Kritiken spezialisierten Webseite Yelp schossen gar um 23 Prozent in die Höhe, weil das Unternehmen einen überraschend geringen Verlust ausweisen konnte.

Zu den größten Gewinnern zählten auch Pioneer Natural Resources mit einem Plus von gut 13 Prozent in Folge guter Geschäftszahlen. Zu den Verlierern gehörten dagegen die Anteilsscheine des Ölgiganten Exxon. Ein Gewinneinbruch brockte der Aktie einen Wertverlust von ein Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,8 Milliarden Aktien den Besitzer. 1890 Werte legten zu, 1146 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1835 im Plus, 702 im Minus und 93 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street schließt mit dicken Gewinnen"

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  • Klar, auf die Gier der Menschen und deren Verschuldungstrieb ist immer verlass! Das sollte man sich als Negativbeispiel nehmen.
    Die nächste Blase platzt bestimmt!


  • Wie 2007, auf den US Konsumenten ist immer Verlass.
    Nehmt euch ein Beispiel.

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