Börse New York
Wall Street schließt nach Höhenflug wieder im Minus

Nach dem schlechtesten Tag an den US-Börsen seit vier Jahren stiegen die wichtigsten Indizes am Dienstag zeitweise so kräftig wie noch nie in diesem Jahr. Doch die Euphorie hielt nicht lange, es ging wieder bergab.
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New YorkEinen Tag nach dem weltweiten Börsenschock ist der New Yorker Aktienmarkt nach einem rasanten Höhenflug doch wieder ins Minus gerutscht. An der Wall Street stiegen die wichtigsten Indizes am Dienstag zwar zunächst so kräftig wie noch nie in diesem Jahr. Gegen Ende des Handels bröckelten die Gewinne aber und die Barometer zeigten schließlich zum Teil deutliche Verluste an.

Anfangs gingen noch viele Anleger auf Schnäppchenjagd, nachdem die US-Börse am Montag den schwächsten Handelstag seit vier Jahren erlebt hatte. Auch die Zinssenkungen in China trug zu Beginn zur guten Stimmung auf dem Parkett bei. Doch anders als in Europa verpuffte die Wirkung schnell und die Sorge um Chinas Wirtschaft kehrte mit voller Wucht zurück.

So gab der Dow 1,3 Prozent auf 15.666 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,3 Prozent auf 1867 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,4 Prozent auf 4506 Stellen. In Frankfurt sprang der Dax dagegen um fünf Prozent in die Höhe auf 10.128 Punkte und machte damit seine Vortagesverluste mehr als wett.

Noch während des Höhenflugs an der New Yorker Börse hatten Experten vor übertriebener Euphorie angesichts der Zinssenkung in China sowie eines überraschend deutlich gestiegenen Verbrauchervertrauens in den USA gewarnt: Das weltweite Wirtschaftswachstum bleibe weiter ungewiss, sagte Terry Sandven, Chef-Aktienstratege von U.S. Bank Wealth Management. Ähnlich äußerte sich auch Xavier Smith vom Vermögensverwalter Centre Asset Management: Um die Investoren wirklich zu beruhigen, brauche es positive Wirtschaftsdaten aus China, sagte er.

Mit dem negativen Ausklang des Handelstages in New York kam die Frage auf, ob es sich bei der Rally im Verlauf nicht nur um eine kurze Episode gehandelt haben könnte. Seit Wochen stehen die Börsen rund um den Globus unter Druck, weil befürchtet wird, dass Chinas Konjunktur viel schlechter läuft als gedacht. Das hätte auch Folgen für die Weltwirtschaft.

Gegen den Abwärtstrend in New York stemmen konnten sich die Papiere von Best Buy. Der Eigentümer der größten US-Elektronikkette spürt eine stärkere Nachfrage nach Fernsehern und Mobiltelefonen. Die Aktien des Unternehmen verteuerten sich um rund 13 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch Facebook mit einem Plus von gut einem und Netflix mit einem Aufschlag von fast fünf Prozent.

Auch der Kurs des Euro hat nach dem gestrigen Höhenflug wieder nachgegeben. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1513 Dollar gehandelt. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen fielen um 19/32 Punkte auf 99 6/32 Punkte und rentierten mit 2,09 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,3 Milliarden Aktien den Besitzer. 1384 Werte legten zu, 1721 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,6 Milliarden Aktien 1379 Titel im Plus, 1480 im Minus und 113 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 26/32 auf 99-06/32 nach. Sie rentierten mit 2,09 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben auf 101-04/32 nach und hatten eine Rendite von 2,82 Prozent. Die Zinssenkung in China hatte hier noch länger eine beruhigende Wirkung, so dass Anleger sich von den als sicher geltenden US-Staatsanleihen trennten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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