Börse New York
Wall Street schließt nach Panne im Minus

Wegen technischer Probleme war für fast vier Stunden der Handel ausgesetzt. Erst kurz nach 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) konnten wieder Wertpapiere ge- und verkauft werden, wie die Börse mitteilte.
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New YorkBelastet vom China-Crash und einer Handelspanne in New York haben die US-Börsen am Mittwoch nachgegeben. Die Investoren standen vor allem unter dem Eindruck des Ausverkaufs an Chinas Aktienmärkten. Die dortigen Behörden setzten den Handel mit zahlreichen Papieren aus, um den Crash zu begrenzen. Die Regierung in Peking will der Wirtschaft zudem mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm unter die Arme greifen. Auch die griechische Schuldenkrise beschäftigte die Märkte. Die Regierung in Athen hat den Gläubigern bislang keine detaillierten Reformvorschläge vorgelegt, mit denen sich Staatspleite und Euro-Austritt noch verhindern ließen. Allerdings sollen sie am Donnerstag eintreffen.

Für Unruhe sorgte zudem eine stundenlange Aussetzung des Handels an der New Yorker Börse (Nyse), die auf technische Probleme zurückgeführt wurde. Die dort notierten Papiere wurden in der Zwischenzeit an anderen Börsenplätzen wie der Nasdaq OMX und BATS weitergehandelt.. Die Nyse behob die Computerpanne im späten Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent tiefer bei 17.515 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 1,7 Prozent auf 2046 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,8 Prozent auf 4909 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax dagegen 0,7 Prozent fester auf rund 10.747 Punkten.

Während der Handelspause von fast vier Stunden herrschte Ratlosigkeit auf dem Parket der Börse. Um 11.32 Uhr standen die Computer plötzlich still. Keine Order ging mehr durch. Es gab keine neuen Preise. Der Handel war eingefroren. Technische Probleme waren offenbar der Grund für den Ausfall, der sich mittlerweile der schlussendlich mehr als drei Stunden anhält.

„Wir haben technischen Probleme und arbeiten daran, diese so schnell wie möglich zu beheben“, teilte die Börse per E-Mail mit. „Wir werden weitere Informationen verbreiten, sobald es uns möglich ist.“ Die Börse sei bemüht, so schnell wie möglich einen ordentlichen Handelsablauf herzustellen.

„Es ist alles unter Kontrolle“, sagte Mark Otto, Aktienhändler bei J. Streicher auf dem New Yorker Börsenparkett. „Wir warten auf Neuigkeiten. Es gibt kein Zeichen von Panik.“ Auf anderen Börsenplattformen wie Bats waren die Nyse-Aktien weiter handelbar.

Der Tag war geprägt von technischen Problemen. Am Morgen mussten alle US-Flüge der Airline United für rund eine Stunde am Boden bleiben, um Computerprobleme zu beheben. Ein Fehler bei einem Router hat für Verzögerungen und lange Schlangen an den Flughäfen gesorgt. Erst im Laufe des Nachmittags solle der Flugverkehr wieder normal laufen, teilte United mit. Auch die Webseite der Wirtschaftsseite „Wall Street Journal“ war zeitweise in einigen Teilen der USA und Europas gestört.

US-Regierungsbeamten zufolge gebe es derzeit keine Anzeichen für einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen bei United und der NYSE, meldet der Fernsehsender NBC und zerstreut damit Sorgen über eine mögliche Cyber-Attacke. Die Bundespolizei FBI teilte mit, mit der NYSE in Kontakt zu stehen. Es sei derzeit jedoch nicht nötig, aktiv zu werden, da es sich um eine interne technische Panne handle.

Auch US-Präsident Barack Obama wurde über den Vorfall informiert. Das Weiße Haus, das Finanzministerium und die US-Börsenaufsicht SEC teilten mit, sie würden die Entwicklungen genau beobachten.

Computerprobleme haben in den vergangenen Jahren immer wieder für Probleme an den Börsen gesorgt. 2013 fiel der Handel an der Technologiebörse Nasdaq für drei Stunden aus. Im Januar 2014 musste der Optionshandel an der Nasdaq für kurze Zeit ausgesetzt werden – Vorfälle, die die NYSE nutzte, um sich als verlässliche Plattform bei künftigen Kunden zu positionieren.

Nun jedoch hat sie mit ihrem eigenen Image-Schaden zu kämpfen. Der letzte große Ausfall an der NYSE war 2009, damals war der Handel von 242 Aktien für eine halbe Stunde lang wegen eines Computerproblems ausgesetzt worden.

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Panik an chinesischen Börsen besorgt US-Anleger

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  • China hat schon einen ganz anderen Impact als etwa die popeligen Griechen, die nur aus dem Euro endlich raus wollen.
    In USA geht es daher um über 1% sogleich gen Süden. Das ist gut, gesund und hoffentlich erst der Beginn einer überfälligen Bereinigung völlig idiotischer Überbewertungen.
    Hier dauert es immer etwas länger, bis auch die Leitung zum aktuellen Geschehen durch dringt, aber auch hier keimt Hoffnung auf ein wenig Vernunft.

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