Börse New York
Wall Street schließt tief im Minus

Die europäische Schuldenkrise hat die amerikanischen Aktienmärkte weiterhin belastet. Zudem sorgten schwache US-Konjunkturdaten für eine negative Stimmung unter den Anlegern. Die Aktien von Wal-Mart legten kräftig zu.
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New YorkBelastet von der Schuldenkrise in Europa hat die Wall Street am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Hinzu kamen Sorgen über den Zustand der US-Konjunktur, nachdem der viel beachtete Index der Notenbank von Philadelphia unerwartet gefallen war.

Thema auf dem Handelsparkett blieb das politische Chaos in Griechenland. Nach der gescheiterten Regierungsbildung fürchteten Anleger eine Staatspleite und einen Austritt des angeschlagenen Landes aus dem Euro.

Die Furcht der Investoren vor einer Eskalation der Schuldenkrise wurde zusätzlich von einem Bericht angefacht, wonach Kunden der teilweise verstaatlichten spanischen Sparkasse Bankia allein in der vergangenen Woche über eine Milliarde Euro abgezogen hätten. Das spanische Wirtschaftsministerium dementierte den Bericht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 1,2 Prozent auf 12.442 Punkte nach. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.440 und 12.611 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,5 Prozent auf 1304 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,1 Prozent auf 2813 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 1,2 Prozent tiefer bei 6309 Punkten aus dem Handel.

Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia fiel im Mai überraschend auf minus 5,8 von 8,5 Punkten im April, wie die Federal Reserve (Fed) mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit plus 10,0 Zählern gerechnet. Es handelt sich um den niedrigsten Wert seit acht Monaten. "Das zeigt, dass das Wirtschaftswachstum in den USA sehr viel weniger stabil ist als angenommen", sagte Subodh Kumar von Subodh Kumar & Associates.

Auch vom US-Arbeitmarkt gab es keine Entlastung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieben auf dem Niveau der Vorwoche. "Der Arbeitsmark hat im Moment wirklich nicht viel Schwung", sagte Sean Incremona, Analyst bei 4Cast in New York.

Negativ am Markt wurde zudem eine Analyse der Rating-Agentur Fitch aufgenommen. Die 29 weltweit größten Kreditinstitute könnten laut der Agentur wegen der Anforderungen für systemrelevante Banken 566 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital benötigen.

Die Geldhäuser könnten daher gezwungen sein, ihre Gebühren zu erhöhen und ihre Dividendenauszahlung an Investoren zurückzufahren, teilte Fitch mit. Zudem senkte Fitch das Langfrist-Rating für Griechenland.

Bei den Einzelwerten gehörten die Einzelhändler zu den Gewinnern. Branchenkrösus Wal-Mart verdiente im abgelaufenen Quartal mehr als erwartet. Die Aktie legte 4,2 Prozent zu. Die Papiere von Konkurrent Sears gewannen gut drei Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, sich von einem Großteil seines Kanada-Geschäfts trennen zu wollen.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen dagegen die Dividendenpapiere von GameStop. Die Aktien der Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware ließen elf Prozent Federn, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen enttäuschenden Ausblick gegeben hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 940 Millionen Aktien den Besitzer. 415 Werte legten zu, 2647 gaben nach und 62 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 483 im Plus, 2021 im Minus und 100 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street schließt tief im Minus"

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  • Viel wichtiger ist, daß USA jetzt seine Pläne für einen Angriff auf den Iran fertig hat, sozusagen "abrufbar" sind...
    Das läßt doch hoffen :-((

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

  • Da haben aber welche Angst um ihre Portfolios. Aber bestimmt bald nicht mehr nur darum, wenn angefangen wird die Laternen zu schmücken.

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