Börse New York
Wall Street schließt trotz Beben fester

Die amerikanischen Anleger konzentrieren sich wieder auf die heimische Wirtschaft. Die ist weiter auf Erholungskurs. Die Lage auf dem Ölmarkt entspannt sich. Energie- und Technologiewerte sind heute gefragt. Versicherer leiden dagegen unter dem Erdbeben.
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New YorkGestützt von guten Einzelhandelsdaten und deutlichen Kursgewinnen bei Energiewerten haben die US-Börsen am Freitag fest geschlossen. Das schwere Erdbeben in Japan, schwache Inflationsdaten aus China und die andauernden Unruhen in der arabischen Welt hatten im frühen Geschäft die Anleger zunächst noch verschreckt.

„Der Markt hält sich heute wegen der Einzelhandelsdaten gut“, sagte Hugh Johnson von Hugh Johnson Advisors. Die amerikanischen Einzelhändler steigerten ihren Umsatz im Februar den achten Monat in Folge. Sie nahmen ein Prozent mehr ein als im Vormonat. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober. Im Januar fiel das Wachstum zudem mit 0,7 Prozent mehr als doppelt so stark aus wie zunächst gemeldet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,5 Prozent auf 12.044 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.936 und 12.087 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 1304 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,5 Prozent auf 2715 Punkte vor. Im Wochenvergleich sank der Dow um ein Prozent, der S&P um 1,3 Prozent und der Nasdaq sogar um 2,5 Prozent. In Frankfurt ging der Deutsche
Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 6981 Punkten.

An den Ölmärkten entspannten sich die Preise. Das Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 113,47 Dollar. Die US-Sorte WTI kostete mit 100,73 Dollar 1,9 Prozent weniger. Die Ölpreise waren in den vergangenen Wochen wegen der Protestwelle in zahlreichen arabischen Ländern rapide gestiegen.

Neues iPad treibt Apple-Kurs hoch

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählten vor allem die Aktien von Öl-Raffinerien. Das Erdbeben in Japan hatte einige Anlagen zur Reinigung und Destillation von Rohöl zerstört. „Vorausgesetzt, dass sich die Konjunktur nicht abschwächt, besteht nun mehr Bedarf an verfeinerten Produkten“, sagte Kurt Wulff von McDep. Die Dividendenpapiere von Valero Energy kletterten mehr als sechs Prozent, die von Tesoro knapp neun Prozent.

Ebenfalls gefragt waren die Aktien des Technologiekonzerns Apple-Aktien mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent, nachdem der Konzern eine neue Version seines Verkaufsschlages, des Tablets iPad, in die Läden gebracht hatte. Auf den Kauflisten standen auch die Anteilsscheine von 99 Cents Only Stores. Die Aktie des Einzelhändlers schoss um 17 Prozent in die Höhe. Hintergrund war eine Kaufofferte von 1,3 Milliarden Dollar für den Konzern.

Zu den Verlieren zählten angesichts des schwersten Erdbebens in der Geschichte Japans dagegen die Papiere von Versicherern. So gaben die Aktien der in Japan stark vertreten Aflac 0,3 Prozent nach. Das Beben löste einen zehn Meter hohen Tsunami aus, der die Nordost-Küste Japans überrollte. Über 1000 Menschen starben, Autos, Boote, Häuser und Bauernhöfe wurden regelrecht weggespült von den Wassermassen.

Der Blick richtete sich zudem auf den Wachstumsmarkt China, wo jüngste Daten Inflationssorgen nährten. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar nach amtlichen Angaben im Jahresvergleich um 4,9 Prozent. Dies erhöht den Druck auf die Zentralbank, die Zügel weiter anzuziehen.

Ebenfalls dämpfend wirkten am Markt neue Daten zum US-Verbrauchervertrauen, das zuletzt deutlich zurückging. Steigende Benzinpreise verderben den Amerikanern die Kauflaune.

An der New Yorker Börse wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 1925 Werte legten zu, 1023 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1374 im Plus, 1234 im Minus und 98 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 101-28/32 nach. Sie rentierten mit 3,399 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 24/32 auf 103-9/32 und hatten eine Rendite von 4,547 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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