Börse New York
Wall Street schließt vor Brexit-Ergebnis deutlich im Plus

US-Börsianer halten den Brexit für unwahrscheinlich. Das beflügelte die Kurse an der Wall Street. Der Handel schloss deutlich im Plus. Experten erwarten nach der Auszählung eine weitere „Erleichterungsrally“.

Die Erwartung eines Verbleibs der Briten in der EU hat am Donnerstag auch die US-Börsen beflügelt. Alle drei großen Indizes schlossen deutlich im Plus. Letzte Umfragen und die Buchmacher gingen davon aus, dass die Briten gegen den sogenannten Brexit stimmen würden, einem Austritt aus der Europäischen Union. Einige Experten erklärten jedoch, selbst bei einer Entscheidung für einen Austritt dürften die Kurse in New York steigen, weil die USA als sicherer Hafen gesehen werden würden.

Die britischen Wahllokale sollten um 23 Uhr (MESZ) schließen und damit eine Stunde nach dem Läuten der Schlussglocke an der Wall Street. Mit dem endgültigen Ergebnis wird um 8 Uhr (MESZ) gerechnet, was 2 Uhr Ostküstenzeit entspricht.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,3 Prozent höher auf 18.011 Punkten. Der breiter gefasste S&P.SPX legte um 1,3 Prozent auf 2113 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq.IXIC gewann 1,6 Prozent auf 4910 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 1,9 Prozent höher auf 10.257 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 legte zwei Prozent zu.

Buchmacher taxierten die Chance auf einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU auf 86 Prozent. Deutlich über 50 Prozent der Briten befürworten den Verbleib in der EU, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Umfragen hervorgeht.

„Wir werden unabhängig von dem Ausgang in Großbritannien heute und morgen eine Erleichterungsrally in den USA sehen“, sagte allerdings der Managing Director Mohannad Aama von Beam Capital Management. Selbst bei einem Votum für einen Brexit dürften am Freitag die Kurse in den USA steigen „denn es ist viel Geld erstmal geparkt worden, das dann in sichere Häfen geleitet werden würde, und dazu zählen US-Aktien.“

Bei den Einzelwerten stand das Börsendebüt des Softwareherstellers Twilio im Fokus. Die Aktie stieg um 91 Prozent. Zu den Kunden gehören unter anderem WhatsApp und Uber.

Die Aussicht auf anziehende Geschäfte in den kommenden Monaten stimmte BlackBerry-Investoren zuversichtlich. Sie deckten sich mit Aktien des Smartphone-Herstellers ein. Die Titel gewannen an der Wall Street rund vier Prozent.

Über deutliche Kursgewinne von 5,81 Prozent sowie 4,71 Prozent freuten sich die Aktionäre der Düngerkonzerne Potash und Mosaic. Die Papiere profitierten von der Hoffnung auf höhere Kalidünger-Preise. Händler verwiesen unter anderem auf Spekulationen, dass Weißrussland und Russlands größter Kalihersteller Uralkali eine Vertriebsallianz eingehen könnten. Das könnte die Kali-Preise insgesamt stützen.

Unter den Gewinnern waren auch Bankenwerte. Goldman Sachs verteuerten sich an der Spitze des Dow Jones um mehr als 3 Prozent. Für JPMorgan ging es um mehr als 2 Prozent nach oben und Citigroup gewannen mehr als 4 Prozent.

Die Aktien des Halbleiterkonzerns Micron Technology stiegen um mehr als 10 Prozent, nachdem das Investmenthaus Nomura sie von „Reduce“ auf „Buy“ hochgestuft hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 850 Millionen Aktien den Besitzer. 2537 Werte legten zu, 509 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 2231 im Plus, 625 im Minus und 137 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben im Vorfeld des Brexit-Votums nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 16/32 auf 98-31/32. Die Rendite stieg auf 1,741 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-8/32 auf 98-25/32 und rentierte mit 2,559 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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