Börse New York: Wall Street startet so schwach wie 2008

Börse New York
Wall Street startet so schwach wie 2008

Die Turbulenzen in China haben auch die New Yorker Börsen erreicht. Auch der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran drückte auf die Kurse an der Wall Street. Unter den Einzelwerten stand Tesla im Fokus.

New YorkEnttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben auch an der Wall Street am Montag für einen schwachen Jahresauftakt gesorgt. Händler sprachen von einer schlechten Stimmung unter den Anlegern.

Die Produktionszahlen der Industrie in der Volksrepublik hatten zuvor an der Börse Shanghai Turbulenzen ausgelöst und die Zweifel am Beitrag Chinas zur Weltkonjunktur verstärkt. "Seit einiger Zeit sorgen schlechte Nachrichten aus dem Reich der Mitte bei den heimischen Anlegern für gehörige Kopfschmerzen", fasste IG-Markets-Analyst Christian Henke zusammen. "Ein Traumstart ins neue Jahr sieht anders aus", sagte ein Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent tiefer auf 17.148 Punkten. Für den US-Leitindex ist das der schwächste Jahresauftakt seit 2008. Der breiter gefasste S&P-500 brach 1,5 Prozent auf 2012 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 2,1 Prozent auf 4903 Stellen. Für den S&P und den Nasdaq war es der schwächste Jahresbeginn seit 2001.

Auch in Frankfurt begann das Jahr mit deutlichen Abschlägen. Der Dax war noch nie so schwach in ein Börsenjahr gestartet: Der deutsche Leitindex brach am Montag um 4,3 Prozent auf 10.283,44 Punkte ein. Der EuroStoxx50 verlor ebenso wie der Nikkei-Index gut drei Prozent.

In der chinesischen Industrie war die Produktion im Dezember den zehnten Monat in Folge geschrumpft. Die Sorgen der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind nicht neu: China steuert 2016 nach jahrelangem Boom auf das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert zu. Schon 2015 hatten die Zeichen für eine Konjunkturabkühlung zu Turbulenzen an den chinesischen wie auch europäischen Börsen geführt.

In Shanghai war der Handel am Montag vorzeitig beendet worden, nachdem sich die Verluste des Leitindex auf sieben Prozent aufgetürmt hatten. Diese Notbremse, ein automatischer Stopp-Mechanismus, ist erst zu Jahresbeginn in Kraft getreten.

Experten fürchten, durch den plötzlichen Liquiditätsentzug sei der Ausverkauf noch verstärkt worden. Auch Chinas Währung, der Yuan, markierte mit 6,5365 Yuan zum Dollar den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren.

Auch US-Wachstum steht in Frage

Auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA gaben den Investoren wenig Grund zur Freude: Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Dezember ebenso schlechter als erwartet aus wie die Bauausgaben im November. Lediglich der endgültige Industrie-Einkaufsmanagerindex des Markit-Insituts lag knapp über dem zuvor ermittelten Wert.

Für Nervosität sorgte auch der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, der angesichts der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien und des Sturms der saudiarabischen Botschaft in Teheran einen neuen Höhepunkt erreichte. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain und Sudan brachen die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Zudem kündigte das Königreich an, die Handelsbeziehungen zu kappen und den Flugverkehr einzustellen.

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