Börse New York: Wall Street steht wegen Griechenland still

Börse New York
Wall Street steht wegen Griechenland still

Die Rolle der EZB bei einer Umschuldung Griechenland ist auch weiterhin strittig. US-Anleger hielten sich deswegen noch vor großen Käufen zurück. Im Fokus der Käufer stehen indes unter anderem die Aktien der Filmemacher.
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New YorkDie Wall Street hat sich wegen der Hängepartie in Griechenland am Mittwoch nur wenig bewegt. Anleger warteten mit Spannung auf eine Entscheidung Griechenlands, im Gegenzug für frisches Geld unpopuläre Reformen umzusetzen. In einem dünnen Handel hielten sich Investoren aber auch zurück, nachdem im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) das Ob und Wie einer Beteiligung an einer Umschuldung Griechenlands auch in der Endphase der Verhandlungen strittig blieb.

Mehrere mit den Gesprächen und Überlegungen Vertraute sagten Reuters, es sei weiter keine Einigkeit vorhanden, wie sich die Notenbank an einem Schuldenschnitt beteiligen könne. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, die EZB sei bereit, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten und den Griechen so entgegen zu kommen - die Meldung hatte die Finanzmärkte zunächst gestützt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss kaum verändert bei 12.883 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte als Marktbarometer zwischen 12.817 und 12.893 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 1349 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,4 Prozent auf 2915 Stellen zu. In Frankfurt schloss der deutsche Leitindex Dax 0,1 Prozent im Minus bei 6748 Punkten.

Generell werde am Markt damit gerechnet, dass die Griechenland-Krise auf die ein oder andere Art und Weise gelöst werde, sagte Analyst Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. „Die Frage ist, ob Griechenland eine Finanzkrise auslöst wie die Lehman-Pleite, und der Markt geht derzeit davon aus, dass dies wahrscheinlich nicht so sein wird.“

Auf Unternehmensseite standen die Aktien des Mobilfunkanbieters Sprint Nextel im Mittelpunkt: Das Papier verlor 1,6 Prozent. Hohe Kosten für die Vermarktung des iPhones hatten deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die Nummer Drei in den USA rutschte im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen: Der Verlust weitete sich auf 1,3 Milliarden Dollar von 929 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum aus.

Energiewerte verloren ebenfalls, wobei besonders Exxon Mobil mit einem Verlust von 0,6 Prozent auf dem Dow lastete. Öl-Futures fielen, nachdem sich die US-Rohölbestände einem Bericht zufolge weiter aufgebauten. Der S&P-Energie-Index schloss 0,6 Prozent im Minus.

Papiere von Time Warner legten im Handelsverlauf zu, schlossen jedoch nahezu unverändert bei 38,11 Dollar, nachdem der Medienriese einen höheren Quartalsgewinn als von Experten erwartet ausgewiesen hatte. Großen Anteil daran hatte das Hollywood-Filmstudio Warner Brothers mit Kinohits wie „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“.

Schlechter lief dagegen das Filmgeschäft des Rivalen Walt Disney. Die Einnahmen ginngen um 16 Prozent zurück und blieben hinter den Erwartungen. Zwar glückte Disney mit „The Muppets“ ein Überraschungshit, doch es fehlten die großen Kassenschlager wie „Toy Story 3“ und „Cars 2“ aus dem Vorjahr. Dank guter Geschäfte mit seinen Freizeitparks und der Fernsehsparte konnte der Konzern dennoch den Quartalsgewinn kräftig steigern. Die Aktie legte 0,7 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 1733 Werte legten zu, 1245 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 1405 im Plus, 1084 im Minus und 125 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Besser, sie stünde für immer still!

  • Sind wir schon wieder im Sommer 2007 oder Frühjahr 2008? Wenn die Filmemacher schon einer Aufmerksamkeit Wert sind, dann sollte man so, wie die FAZ es heute in einer Überschrift vermerkte, vorsichtig werden: Der Kleinanleger als Gegenindikator
    07.02.2012 · Amerikanische Privatanleger werden optimistischer. Das ist ein erstes Warnsignal für den Aktienmarkt. Kleinanleger sind emotionale Lemminge.

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