Börse New York
Wall Street sucht Bewegung in der Schuldenkrise

Die Vorfreude auf einen Fahrplan für umfassende Schritte gegen die Schuldenkrise in Europa hat die Wall Street gestützt.Die Indizes sind erst abgerutscht, aber sie haben sich im Laufe des Tages stabilisiert.
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New YorkHoffnungen auf Bewegung in der Schuldenkrise haben die Wall Street am Donnerstag etwas Auftrieb gegeben. Bis spätestens Mittwoch wollen die Euro-Länder eine Einigung in offenen Fragen bei der Lösung der Schuldenkrise erzielen, wie die Regierungen Frankreichs und Deutschlands am Abend in einer gemeinsamen Erklärung ankündigten. „Wenn wir das Europa-Problem hinter uns bringen könnten, denke ich, dass der Markt auf der Grundlage von Wirtschaftsdaten und Quartalsergebnissen zulegen wird,“ sagte Paul Mendelsohn von Windham Financial Service.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 11.541 Punkten aus dem Handel, nachdem er zuvor zwischen 11.391 und 11.581 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,5 Prozent zu auf 1215 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,2 Prozent auf 2598 Punkte.

In Frankfurt ging der Dax vor der Ankündigung des Sondergipfels mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 5766 Punkten aus dem Handel. Im frühen Geschäft hatten zunächst neue Sorgen über den Mangel an Fortschritten im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise die Kurse belastet. Die anhaltende Nervosität erhielt neue Nahrung durch Medienberichte über eine mögliche Verschiebung des EU-Krisengipfels am Wochenende.

Vor allem das Hickhack um die Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirms EFSF zehrte an den Nerven der Anleger. Die Vertagung der Entscheidung über umfassende Schritte zur Krisenbekämpfung wog dann am US-Markt weniger schwer als die deutsch-französische Zusage, bis Mittwoch eine Lösung zu präsentieren.

Die laufende Quartalssaison bot ein gemischtes Bild zu dem Zustand der Konzerne. Der Finanzkonzern American Express verdiente dank kauffreudiger Karteninhaber im abgelaufenen Quartal mehr als an der Wall Street erwartet. Die Papiere des Konzerns legten jedoch nur minimal zu.

AT&T verbuchte im vergangenen Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Neukunden. Der Kurs des Kaufinteressenten für die US-Tochter der Deutschen Telekom gab daraufhin 0,3 Prozent nach. Auch Aktien von Eli Lilly standen auf der Verkaufsliste der Börsianer und notierten 0,2 Prozent tiefer, nachdem der Pharmakonzern einen Gewinnrückgang vermeldet hatte.

Bislang verlief die Berichtssaison jedoch insgesamt überwiegend positiv: Nach Daten von Thomson Reuters lagen die Ergebnisse von 70 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500-Index bislang über den Erwartungen.

Zu den Verlierern zählten auch die Anteilsscheine von Ebay . Das Internet-Handelshaus gab angesichts der unsicheren Wirtschaftslage für das wichtige Weihnachtsquartal einen nur verhaltenen Ausblick. Er glaube nicht an eine überragende Saison, sagte Ebay-Chef John Donahoe in einem Reuters-Interview. Das Unternehmen gehe aber von soliden Geschäften aus. Die Ebay-Dividendenpapiere fielen daraufhin um drei Prozent.

Neue Konjunkturdaten lieferten ein gemischtes Bild vom Zustand der US-Wirtschaft. Der Konjunkturindex der Philadelphia-Fed kletterte auf den höchsten Stand seit sechs Monaten, und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging zurück. Zugleich jedoch zeigten Daten zu Häuserverkäufen, dass der US-Immobilienmarkt weiter am Boden liegt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,96 Milliarden Aktien den Besitzer. 1791 Werte legten zu, 1168 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Milliarden Aktien 1180 im Plus, 1273 im Minus und 129 unverändert.

Der neue Fahrplan für umfassende Schritte gegen die Schuldenkrise in Europa hat die US-Staatsanleihen belastet. Die als sicherer Anlagehafen geschätzten Bonds verloren dadurch für die Anleger an Attraktivität. Die zehnjährigen Papiere fielen 7/32 auf 99-16/32. Sie rentierten mit 2,18 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 17/32 auf 110-16/32 nach und rentierten mit 3,20 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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