Börse New York
Wall Street tritt auf der Stelle

Auch in New York zeigen sich die Anleger unsicher. Vor der Fed-Entscheidung am Mittwoch folgt einem verhaltenen Start ein richtungsloser Handel. Zu den Tagesgewinnern zählen Technologiewerte im Nasdaq.
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New YorkNach dreitägiger Talfahrt hat sich die Wall Street am Freitag zu minimalen Gewinnen durchgerungen. Anleger ließen Vorsicht walten, weil sie bereits gebannt auf die kommenden Mittwoch anstehende Entscheidung der Notenbank Fed über ihren künftigen Kurs blickten. Wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und der Einigung im Haushaltsstreit halten es viele Beobachter für möglich, dass die Fed einen Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik einleiten könnte. Diese hat den Börsenboom erst möglich gemacht. Ein erneuter Rückgang der Erzeugerpreise sorgte für etwas Erleichterung, weil sich die Fed bei einer geringen Inflation mehr Zeit mit dem Ausstieg nehmen könnte.

Angesichts der jüngsten Serie starker Konjunkturdaten gebe es eine begründete Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bereits eine Straffung der Geldpolitik ankündigen werde, sagte Alan Higgins vom Vermögensverwalter Coutts. Er rechne allerdings nur mit einer leichten Drosselung der Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1 Prozent auf 15.755 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 1775 Punkten auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,1 Prozent auf 4000 Punkte vor. Im Wochenvergleich verlor der Dow-Jones-Index 1,7 Prozent, der S&P-Index 1,7 Prozent das Nasdaq-Barometer 1,5 Prozent. Der Dax verabschiedete sich 0,1 Prozent tiefer bei 9006,46 Punkten in den Feierabend. Damit verlor er binnen Wochenfrist 1,8 Prozent.

"Der Markt verdaut den dreitägigen Rückgang und nimmt sich eine Pause vom Ausverkauf", erklärte Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research. "Sobald wir die Nachrichten von der Fed kommende Woche aus dem Weg haben, erwarte ich die Rückkehr saisonaler Faktoren - Dann könnten wir vor dem Jahreswechsel erneut historische Höchststände sehen."

Die Aktien von T-Mobile US schossen kurz vor Handelsende um fast neun Prozent in die Höhe. Das "Wall Street Journal" berichtete, der Rivale Sprint plane ein Übernahmeangebot im Volumen von mehr als 20 Milliarden Dollar für die Tochter der Deutschen Telekom. Sprint-Aktien beendeten den Handel gut drei Prozent fester.

Im Blickpunkt standen auch Papiere von Blackberry. Der angeschlagene Smartphone-Pionier will zusätzliche 250 Millionen Dollar bei einer Kapitalerhöhung einsammeln und verlängerte deshalb die Zeichnungsfrist. Die in den vergangenen Monaten stark gebeutelte Aktie legte um knapp drei Prozent zu.

Zu den größten Verlierern des Tages zählten Anadarko Petroleum. Der Konzern muss einer Richterentscheidung zufolge Milliarden in die Hand nehmen, um die Umweltverschmutzung einer ehemaligen Tochter zu bereinigen. Deshalb stürzte die Aktie mehr als sechs Prozent ab.

Der Versicherer AIG verhandelt einem Insider zufolge über einen Verkauf seiner Flugzeugleasing-Sparte ILFC an die niederländische AerCap Holdings. Die Aktien von AIG legten knapp ein Prozent zu.

Adobe gehörte zu den Favoriten im technologielastigen Nasdaq-Index. Der für sein PDF-Programm Acrobat bekannte Software-Hersteller hatte am Vorabend ein deutliches Kunden-Plus bei seinem neuen Abonnement-Angebot im Netz bekanntgegeben. Adobe-Titel schossen zwölf Prozent in die Höhe.

Die Papiere von Electronic Arts (EA) legten sechs Prozent zu. Drei Programme des Software-Entwicklers gehörten dem Branchendienst NPD Group zufolge in den USA zu den zehn bestverkauften Computerspielen des vergangenen Monats. Zu den bekanntesten EA-Produkten zählen die Fußball-Simulation "Fifa" und die Rennspiel-Serie "Need for Speed".

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,64 Milliarden Aktien den Besitzer. 1702 Werte legten zu, 1275 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden Aktien 1493 im Plus, 1042 im Minus und 142 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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