Börse New York

Wall Street tritt auf der Stelle

Die Aktionäre sind fieberhaft auf der Suche nach Impulsen. In New York kommen die Börsen deswegen nicht in Fahrt. Google verbuchte Verluste, nachdem Behörden in China den Zugang zur Suchmaschine angeblich einschränkten.
Update: 02.06.2014 - 23:47 Uhr Kommentieren
Die US-Börsen setzen ihrer Erholung fort. Quelle: ap

Die US-Börsen setzen ihrer Erholung fort.

(Foto: ap)

New YorkDie US-Börsen haben nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen am Montag kaum verändert geschlossen. Die Technologie-Börse Nasdaq tendierte allerdings angesichts von Kursverlusten beim Schwergewicht Google etwas schwächer. Die Aktien des Internet-Konzerns verloren rund ein Prozent, nachdem Beobachtern zufolge der Zugang zu Googles Suchmaschine in China offenbar von den Behörden im Vorfeld des 25. Jahrestages der Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens eingeschränkt wurde.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,16 Prozent höher mit 16.743 Zählern. Im Handelsverlauf war er zwischen 16.682 und 16.756 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 ging praktisch unverändert mit 1924 Punkten aus dem Handel. Die Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 4237 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax knapp 0,1 Prozent fester mit 9950 Zählern geschlossen.

Verwirrung gab es um den ISM-Einkaufsmanagerindex. Das Institut ISM hatte zunächst einen Rückgang für Mai auf 53,2 von 54,9 Punkte mitgeteilt, womit das Wachstum der US-Industrie an Fahrt verloren hätte. Kurz darauf berichtete der Sender CNBC allerdings, die genannte Zahl sei falsch. Das ISM korrigierte den Index im Handelsverlauf dann tatsächlich auf 55,4 Punkte. Analysten hatten im Schnitt 55,5 Punkte vorhergesagt.

Diese Aktien sorgen für Furore

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,19 +1,25%
+15,29€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank: Kapitalerhöhung drückt auf Kurs
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Deutsche Bank: Kapitalerhöhung drückt auf Kurs

Unter den Schlusslichtern am deutschen Aktienmarkt findet sich auch die Deutsche Bank. Die machte im Mai vor allen Dingen mit der Meldung einer Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro Schlagzeilen. Damit will das Kreditinstitut seine Eigenkapitalquote weiter stärken. Rund ein Fünftel der neuen Aktien zeichnet die Investmentgesellschaft Paramount, hinter der die Königsfamilie von Katar steht. Der Markt fürchtet eine Verwässerung der Anteile, die Aktie fällt. Analyst Neil Smith vom Düsseldorfer Bankhaus Lampe macht außerdem geringere Erträge, höhere Kosten und steigende Rückstellungen für Prozessrisiken für die Schwäche der Aktie verantwortlich.

Kursentwicklung 1 Monat: -3,7 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,25 +1,92%
+13,33€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank: Konzernstruktur macht Beobachter misstrauisch
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Commerzbank: Konzernstruktur macht Beobachter misstrauisch

Eigentlich eine gute Nachricht: Die Commerzbank ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Trotzdem geriet die Aktie Anfang Mai unter Druck. „Die Qualität des Ergebnisses ist schlecht“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Zins- und Provisionsüberschuss seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Das konventionelle Geschäft hat stark gelitten.“ Ende des Monats verwies Analyst Guillaume Tiberghien von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas zudem auf Aussagen der Bank, denen zufolge niedrigere Zinsen ihre Erträge belasten würden. Außerdem sei das Risiko einer Kapitalerhöhung gestiegen, so der Experte.

Kursentwicklung 1 Monat: -5,4 Prozent

RATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007010803
Börse
L&S

+2,90 +0,53%
+559,86€
Chart von RATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Rational: Quartalszahlen reißen Aktie in die Tiefe
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Rational: Quartalszahlen reißen Aktie in die Tiefe

Der Markt war enttäuscht von den Zahlen zum ersten Quartal, die der Großküchenhersteller Rational vorgelegt hatte. Das zog die Aktie massiv nach unten. Doch Investoren sahen Einstiegschancen und nutzen sie. Das Minus verringerte sich, allerdings reichte es nicht, um den Konzern vom letzten Platz im HDax zu bringen. Analyst Henning Breiter von der Privatbank Hauck & Aufhäuser sieht die aktuellen Schwankungen in den Quartalsergebnissen als Übergangsphase, verursacht durch den Aufbau des Geschäfts mit Restaurantketten. Langfristig werde das Unternehmen die Qualität seines Geschäfts sowie sein dynamisches Wachstumsprofil aufrechterhalten können.

Kursentwicklung 1 Monat: -13 Prozent

DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.

WKN
ISIN
DE0005550636
Börse
L&S

+0,96 +1,23%
+79,13€
Chart von DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.
Drägerwerk: Bilanz enttäuscht Markt
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Drägerwerk: Bilanz enttäuscht Markt

Die Quartalsbilanz riss auch die Aktien des Medizintechnikunternehmens Drägerwerk nach unten; die Titel landeten im Mai auf dem vorletzten Platz des HDax. Sowohl beim Umsatz als auch ergebnisseitig habe das erste Quartal unter seiner und der Markterwartung gelegen, schrieb Christoph Schöndube Analysehaus Independent Research in einer Studie nach Vorlage der Zahlen. Andere Marktbeobachter bewerteten die Bilanz ähnlich.

Kursentwicklung 1 Monat: -10,9 Prozent

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

+0,34 +2,62%
+13,13€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron: Gut allein reicht nicht
5 von 21

Aixtron: Gut allein reicht nicht

Der Anlagenbauer Aixtron fiel ebenfalls mit seinen Quartalszahlen an der Börse durch und die Aktie auf den drittletzten Platz im Index der 110 größten deutschen Unternehmen. Umsatz und Auftragseingang seien zwar erfreulich ausgefallen, das Ergebnis aber nicht, schrieb Markus Friebel vom Analysehaus Independent Research in einer Studie nach Bekanntgabe der Zahlen. Zum Monatsende hin erholten sich die Aktien wieder, vor allem, nachdem bekannt wurde, dass Finanzchef Wolfgang Breme das Unternehmen zum 31. Mai im gegenseitigen Einvernehmen verlasse. Die Position des Finanzvorstands soll nicht neu besetzt werden, der Vorstandsvorsitzende Martin Goetzeler werde Bremes Aufgaben übernehmen. "Die Tatsache, dass der Vorstand in Zukunft aus zwei Personen bestehen wird, zeigt, dass Aixtron seinen Kostensenkungsprozess fortsetzt", schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar.

Kursentwicklung 1 Monat: -6,8 Prozent

OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000LED4000
Börse
L&S

+1,52 +2,00%
+77,49€
Chart von OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Osram: Traditioneller Markt bricht weg, Aktie bricht ein
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Osram: Traditioneller Markt bricht weg, Aktie bricht ein

Ein Auf und Ab legte der Kurs des Leuchtmittel-Herstellers Osram im Mai hin. Zuletzt hat die Senkung der Umsatzprognose die Anleger vergrätzt. Vergangenen Mittwoch brachen die Aktien zeitweise um zehn Prozent ein. Das war der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Osram macht der rasant schrumpfende Markt für herkömmliche Glühlampen zu schaffen. Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer kommt die Anpassung der Prognose allerdings nicht völlig überraschend. Osram sei weiterhin in einem Transformationsprozess, in dem das traditionelle Geschäft an Bedeutung verliere und das LED-Geschäft stark wachse. Positiv zu werten sei jedoch, "dass das Ebita-Margenziel angesichts der starken Kosteneinsparungen beibehalten wird".

Kursentwicklung 1 Monat: -6,6 Prozent

FREENET AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0Z2ZZ5
Börse
L&S

+0,41 +1,27%
+32,15€
Chart von FREENET AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Freenet: Zahlen missfallen Börsianern
7 von 21

Freenet: Zahlen missfallen Börsianern

Der Telekommunikationsmarkt ist heiß umkämpft und bietet viele Stolperfallen. Darunter litt das Mobilfunkunternehmen Freenet. Umsatz und Free Cashflow hätten die Prognosen verfehlt, während das operative Ergebnis (Ebitda) wie erwartet ausgefallen sei, bewertet Analyst Simon Weeden von der Citigroup die aktuelle Bilanz. Kollege Usman Ghazi von der Privatbank Berenberg merkt an, dass Prognosen im europäischen Telekomsektor derzeit schwierig seien. Viel hänge von der Entscheidung der Wettbewerbsbehörden zur Fusion von E-Plus und Telefonica Deutschland Anfang Juli ab. Die "Rauchsignale" der EU seien allerdings nicht ermutigend und die aktuelle Bewertung des Sektors biete kaum noch Spielraum nach oben. Freenet entwickele sich aktuell schwächer als der deutsche Mobilfunkmarkt.

Kursentwicklung 1 Monat: -6,2 Prozent

Bei den Einzelwerten kletterten Aktien des US-Lebensversicherers Protective Life um 11,9 Prozent. Der japanische Konkurrent Dai-ichi Life will Insidern zufolge den US-Konzern für fünf Milliarden Dollar kaufen.

Größter Gewinner im S&P 500 waren die Papiere des US-Chipherstellers Broadcom, die um 9,3 Prozent stiegen. Der Konzern will sich von seinem Geschäft mit Handychips trennen. Dadurch sollen jährlich 700 Millionen Dollar an Ausgaben eingespart werden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,55 Milliarden Aktien den Besitzer. 1428 Werte legten zu, 1588 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 996 im Plus, 1619 im Minus und 126 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die Anleger warten hier zunächst auf die kommende Zinsentscheidung der EZB und die US-Arbeitsmarktdaten.

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