Börse New York
Wall Street verbucht am Wahltag kräftige Gewinne

Die US-Wahlen kommen in die heiße Phase. Die Anleger blicken gebannt auf den Wahlausgang. Auch die Sitzverteilung im Kongress steht im Rampenlicht. Der Dow-Jones-Index legt 1,0 Prozent zu.
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New YorkAm Tag der US-Präsidentenwahl haben sich zahlreiche Anleger an den New Yorker Börsen zum Einkauf entschlossen und die Kurse nach oben getrieben. Amtsinhaber Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney steuerten Umfragen zufolge auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu, entscheidend werden wohl einige wenige Bundesstaaten sein. Kursgewinne bei Rüstungs- und Energiefirmen signalisierten, dass einige Anleger auf einen Sieg von Romney spekulierten, der den Verteidigungsetat deutlich aufstocken will.

Gebannt hielten die Investoren am Dienstag auch die Abstimmung über Sitze im Senat und Repräsentantenhaus im Blick. Die Zusammensetzung des Kongresses gilt als wichtig für die Frage, ob die USA die gefürchtete "Haushaltsklippe" umschiffen können. Ansonsten drohen zum Jahresende automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 600 Milliarden Dollar.

Der Dow-Jones-Index gewann 1,0 Prozent auf 13.242 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 13.112 und 13.290 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 1428 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 3011 Punkte. Auch die europäischen Börsen waren im Bann der US-Wahl. In Frankfurt ging der Dax 0,7 Prozent höher mit 7377 Punkten aus dem Handel.

Ein Machtwechsel im Weißen Haus könnte vor allem für die Gesundheitsbranche, den Energiesektor und die Finanzwelt neue Bedingungen schaffen. Doch im Mittelpunkt die Anleger steht, dass es einen klaren Ausgang und keine Hängepartie gibt.

"Das Rennen ist sehr, sehr knapp", sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Partners. "Wenn es - wie schon einmal - erst von Gerichten entschieden wird, dann gibt es noch mehr Ungewissheit und Verunsicherung." Damit steige die Bedrohung durch die "Fiskalklippe", weil sich die Washingtoner Politik erst mit Verzögerung um eine Etat-Einigung kümmern könne. Mit dem Begriff "fiscal cliff" sind Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Volumen von 600 Milliarden Dollar gemeint, die ohne einen Haushaltskonsens zwischen Präsident und Kongress automatisch in Kraft treten und die Konjunkturerholung abwürgen könnten.

Für Obama zu einem günstigen Zeitpunkt kam am Dienstag die Nachricht, dass der in der Finanzkrise vor dem Kollaps gerettete Hypothekenfinanzierer Freddie Mac nach einem weiteren Gewinnquartal vorerst nicht mehr nach Staatshilfe rufen wird. Freddie Mac war nach dem Zusammenbruch des US-Häusermarktes faktisch unter staatliche Kontrolle gestellt worden und hat Milliardensummen verschlungen.

Bei den Rüstungswerten legten etwa United Technologies sowie Raytheon jeweils um knapp drei Prozent zu. Zu den Gewinnern zählten auch Aktien von AOL mit einem Kursplus von 22 Prozent. Der einst weltgrößte Internet-Anbieter kommt bei seinem Comeback-Versuch in kleinen Schritten voran und konnte zur Freude der Anleger seine Werbe-Einnahmen steigern.

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