Börse New York
Wall Street verliert an Boden

Die US-Börsen verzeichneten am Mittwoch leichte Verluste. Vor allem Nebenwerte hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Experten fürchten, dass die Leitindizes als nächstes unter Druck geraten. Fossil-Aktien stürzen ab.
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New YorkDie US-Börsen haben ihre Rekordjagd am Mittwoch nicht fortgesetzt und stattdessen an Boden verloren. Die Kursverluste konzentrierten sich vor allem auf Nebenwerte, die bereits seit Jahresanfang den großen Namen hinterherhinken. Einige Analysten äußerten die Sorge, dass die Schwäche der Aktien aus der zweiten Reihe irgendwann noch deutlicher auf die bekannteren Indizes ausstrahlen könnte. "Einige unserer Annahmen vom Jahresstart - wie etwa die Zunahme des Wachstums oder eine Verbesserung der Umsätze - haben sich einfach nicht in dem erwarteten Tempo bewahrheitet", erklärte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. Dies habe eine Umschichtung von kleinen Werten mit Wachstumspotenzial hin zu großen und defensiven Werten nach sich gezogen. "Eine fünfprozentige Korrektur ist deshalb immer möglich."

Der Dow-Jones- und der S&P-Index hatten am Vortag zum dritten Mal in Folge auf Rekordständen geschlossen. Der Dow schloss am Mittwoch 0,6 Prozent schwächer auf 16.613 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,5 Prozent auf 1888 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 4100 Stellen aus dem Handel. Der S&P-Nebenwerteindex büßte im Gegensatz dazu fast zwei Prozent ein. In Frankfurt schloss der Dax mit 9754,39 Punkten minimal unter dem ebenfalls am Vorabend aufgestellten Schlussrekord und blieb damit in Sichtweite des Ende Januar erreichten Allzeithoch von 9794 Zählern.

In New York standen bei den Einzelwerten unter anderem Macy's-Aktien im Mittelpunkt, die sich entgegen des Trends knapp behaupten konnten. Der Warenhauskonzern hatte mitgeteilt, dass die Geschäfte nach dem harten Winter wieder besser liefen. Außerdem kündigte er an, die Dividenden anzuheben und das Aktienrückkaufprogramm zu erhöhen.

Dagegen gaben die Papiere des Landmaschinenherstellers Deere zwei Prozent nach. Das Unternehmen senkte trotz eines besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinns seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr. Auch der IT-Dienstleister IBM konnte die Börsianer mit seinem Ausblick für das Hardware-Geschäft nicht überzeugen - die Aktien verloren ebenfalls knapp zwei Prozent. Einer der größten Verlierer des Tages waren die Aktien des Einzelhändlers Fossil, die mehr als zehn Prozent an Wert einbüßten. Das Unternehmen hatte die Börsianer mit einem unerwartet schwachen Geschäftsausblick erschreckt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1155 Werte legten zu, 1876 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 681 im Plus, 1947 im Minus und 103 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sorgten die Spekulationen über eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) für kräftige Kursgewinne und die niedrigsten Renditen seit sechs Monaten. Die zehnjährigen Staatsanleihen kletterten 20/32 auf 99-19/32. Dadurch sank die Rendite auf 2,55 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-14/32 auf 99-31/32 und warfen auf diesem Niveau eine Rendite von 3,38 Prozent ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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