Börse New York
Wall Street verliert weiter an Boden

In New York gehen immer mehr Anleger auf Gewinnjagd. Sie verlassen ihre Positionen und bringen so die Börsen in Bedrängnis. Talfahrt der Nebenwerte setzt sich fort. Wal-Mart-Geschäftszahlen enttäuschen.
  • 1

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag unter dem Eindruck einer schwachen Wal-Mart-Bilanz sowie der anhaltenden Talfahrt bei den Nebenwerten den Rückzug von ihren jüngsten Rekordständen angetreten. An der Wall Street verloren die großen Indizes rund ein Prozent. Der Russell-2000 -Index büßte zwischenzeitlich fast zwei Prozent ein, konnte sich jedoch im Handelsverlauf etwas erholen und ging schließlich 0,7 Prozent schwächer aus dem Handel. Dieses Börsenbarometer fasst die Kursentwicklung von kleineren Werten in den USA zusammen und gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die gesamte Börsenwelt. Der Index liegt mittlerweile rund zehn Prozent unter seinem Schlussrekord vom 4. März.

Die ausgeprägte Schwäche der Aktien aus der zweiten Reihe beunruhigt die Investoren in den USA zunehmend. Der Rückgang des Russell-Index sei entweder ein nach vorne weisender Indikator für den Gesamtmarkt oder es handele sich um eine einmalige Korrektur, erläuterte Adam Sarhan von Sarhan Capital in New York. "Das muss sich erst noch herausstellen. Aber zunächst bedeutet es, dass die Verkäufer langsam die Oberhand am Markt gewinnen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,0 Prozent schwächer auf 16.446 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 1870 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 4069 Stellen aus dem Handel. Der deutsche Leitindex fiel bei rasant zunehmenden Umsätzen um ein Prozent auf 9656 Punkte.

Viele Anleger misstrauten vor allem Aktien, die noch vor kurzem als Wachstumswerte galten. So fiel der Nasdaq-Biotechnologie-Index zwischenzeitlich ebenfalls um mehr als zwei Prozent, bevor er seine Verluste wieder etwas eingrenzen konnte. Zu den prominentesten Einzelverlierern in New York zählten die Titel des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart, die nach einem Gewinneinbruch um mehr als zwei Prozent fielen.

Dies überschattete sogar einige relativ gute Konjunkturdaten. So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche in den USA auf ein Sieben-Jahres-Tief gefallen. Die Verbraucherpreise zogen um zwei Prozent an, so stark wie seit Juli 2013 nicht mehr. Dies alles deutete Börsianern zufolge auf eine Erholung der US-Wirtschaft hin, spielte am Aktienmarkt aber kaum eine Rolle.

Die Aktien von Cisco legten gegen den Trend um sechs Prozent zu, weil der Netzwerkspezialist mit seinen Umsatzzahlen die Markterwartungen übertraf. Die Papiere von GM gerieten hingegen durch einen weitere Rückruf von drei Millionen Autos zunächst deutlich unter Druck, schlossen dann jedoch lediglich mit einem Minus von 0,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,75 Milliarden Aktien den Besitzer. 925 Werte legten zu, 2110 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 827 im Plus, 1764 im Minus und 142 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 zu auf genau 100 Stellen, wo sie entsprechend ihres Kupons mit 2,5 Prozent rentierten. Die 30-jährigen Bonds kletterten 24/32 auf 100-24/32 und wiesen eine Rendite von 3,33 Prozent auf. Anleger zeigten sich erstaunt über die deutlichen Kursgewinne und verwiesen auf die beunruhigende Schwäche griechischer Anleihen, die einige Investoren wohl zur Sicherheit von US-Papieren gelockt habe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Wall Street verliert weiter an Boden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kommt nun endlich die Korrektur??

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%