Börse New York: Wall Street vor Arbeitsmarktdaten in Wartestellung

Börse New York
Wall Street vor Arbeitsmarktdaten in Wartestellung

Kaum folgt mal nicht jeden Tag ein Hoch dem anderen, kehrt Tristesse an der Wall Street ein. Die US-Börsen haben sich vor dem Arbeitsmarktbericht am Freitag zurückgehalten. Für leichte Gewinne reichte es dennoch.
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BangaloreDie US-Börsen haben am Donnerstag vor dem neuen Arbeitsmarktbericht kaum verändert geschlossen. Die am Freitag anstehenden Daten könnten Klarheit darüber bringen, ob die US-Notenbank in der kommenden Woche den Leitzins anhebt. Die meisten Investoren gehen allerdings bereits davon aus, dass der Zinsschritt dann kommen wird. An den europäischen Börsen verlieh eine positive Konjunktureinschätzung von EZB-Chef Mario Draghi den Kursen Rückenwind.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York nahezu unverändert bei 20.858 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich leicht um knapp 0,1 Prozent auf 2364 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq kam mit 5838 Stellen kaum vom Fleck. Der EuroStoxx gewann 0,6 Prozent auf ein Fünfzehn-Monatshoch von 3409 Punkten. Der Dax ging 0,1 Prozent fester bei 11.978 Zählern aus dem Handel. Die EZB hielt trotz Kritik aus Deutschland an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest.

Anzeichen für einen stabilen Arbeitsmarkt in den USA sorgten bei Finanzwerten für leichte Gewinne. Der Branchenindex kletterte um 0,3 Prozent. Zwar stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 243.000, doch blieb sie die 105. Woche unter der Marke von 300.000. „Der Markt richtet sich auf eine zweiteilige Symphonie in den kommenden vier Handelstagen ein“, sagte Joe Brusuelas, Chefvolkswirt bei RSM US. „Der erste besteht morgen aus den Arbeitsdaten und dann aus der Fed-Sitzung, was das wirkliche Großereignis ist.“

Bei den Einzelwerten standen die Papiere des Versicherers AIG im Mittelpunkt. Bei dem Versicherer sorgte der angekündigte Weggang von Unternehmenschef Peter Hancock nur anfangs für ein Kursplus - am Ende verloren die Aktien 0,36 Prozent. Das „Wall Street Journal“ hatte jüngst über massive Kritik an ihm berichtet. Demnach war Hancocks Job wegen Problemen bei der Umsetzung eines Anfang 2016 angekündigten Sanierungsplans in Gefahr. Investoren wie Carl Icahn und John Paulson hatten Druck gemacht, nachdem in vier von sechs Quartalen Verluste geschrieben worden waren.

Auch in Fokus stand die Chemiebranche. Die Hoffnung auf steigende Kalidüngerpreise ließ die Kurse der an der Wall Street gelisteten Produzenten Potash, Mosaic und Agrium deutlich anziehen - zuletzt schrumpfte das Plus allerdings zusammen: Während Potash und Agrium Gewinne von 2,90 beziehungsweise 2,79 Prozent behaupteten, schaffte Mosaic letztlich ein Plus von 1,15 Prozent.

Ein Händler verwies auf einen Bericht, wonach der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko Bereitschaft zur Kooperation des Landes mit dem russischen Düngerkonzern Uralkali signalisiert habe. Ähnliche Aussagen Lukaschenkos habe es allerdings schon im vergangenen Sommer gegeben, merkte Jonas Oxgaard vom US-Analysehaus Bernstein Research kritisch an. Entsprechend sei Vorsicht geboten. Mitte 2013 war Uralkali aus einer Vertriebsallianz mit den weißrussischen Partnern ausgestiegen und hatte damit die gesamte Branche durcheinander gewirbelt. Das hatte den Wettbewerb verschärft.

Die Titel von PPG Industries büßten 3,65 Prozent ein, nachdem der niederländische Farben- und Chemikalienkonzern Akzo Nobel die Kaufofferte des US-Konkurrenten als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Zur Wochenmitte hatten die PPG-Aktien die Übernahmepläne mit einem deutlichen Kursplus gefeiert. Statt eines Komplettverkaufs steht nun wohl das Spezialchemiegeschäft der Niederländer auf dem Prüfstand, für das es mehrere Interessenten geben soll.

Für Zurückhaltung der Anleger sorgte auch der erneute Preisrückgang beim Öl, was Papiere von Energiekonzernen belastete. Der Branchenindex verlor 0,6 Prozent. Die Ölpreise blieben nach einem überraschenden Anstieg der US-Lagerbestände auf Talfahrt: Ein Barrel der Sorte Brent kostete mit 52,52 Dollar 1,1 Prozent weniger als am Vortag, US-Rohöl gab 1,3 Prozent nach.

Der Euro notierte im New Yorker Handel zuletzt bei 1,0581 US-Dollar. Davor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0551 (Mittwoch: 1,0556) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,9478 (0,9473) Euro. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 96-28/32. Sie rentierten mit 2,60 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 28/32 auf 96-11/32 und hatten eine Rendite von 3,19 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 871 Werte legten zu, 2092 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1188 im Plus, 1670 im Minus und 211 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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