Börse New York Wall Street vor Arbeitsmarktdaten in Wartestellung

Kaum folgt mal nicht jeden Tag ein Hoch dem anderen, kehrt Tristesse an der Wall Street ein. Die US-Börsen haben sich vor dem Arbeitsmarktbericht am Freitag zurückgehalten. Für leichte Gewinne reichte es dennoch.
Update: 10.03.2017 - 01:46 Uhr Kommentieren
Spannend wird es erst am Freitag. Quelle: AFP
Händler in New York

Spannend wird es erst am Freitag.

(Foto: AFP)

BangaloreDie US-Börsen haben am Donnerstag vor dem neuen Arbeitsmarktbericht kaum verändert geschlossen. Die am Freitag anstehenden Daten könnten Klarheit darüber bringen, ob die US-Notenbank in der kommenden Woche den Leitzins anhebt. Die meisten Investoren gehen allerdings bereits davon aus, dass der Zinsschritt dann kommen wird. An den europäischen Börsen verlieh eine positive Konjunktureinschätzung von EZB-Chef Mario Draghi den Kursen Rückenwind.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York nahezu unverändert bei 20.858 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich leicht um knapp 0,1 Prozent auf 2364 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq kam mit 5838 Stellen kaum vom Fleck. Der EuroStoxx gewann 0,6 Prozent auf ein Fünfzehn-Monatshoch von 3409 Punkten. Der Dax ging 0,1 Prozent fester bei 11.978 Zählern aus dem Handel. Die EZB hielt trotz Kritik aus Deutschland an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest.

Trump-Vorschlag rückt Bankensektor in den Fokus

Trump-Vorschlag rückt Bankensektor in den Fokus

Anzeichen für einen stabilen Arbeitsmarkt in den USA sorgten bei Finanzwerten für leichte Gewinne. Der Branchenindex kletterte um 0,3 Prozent. Zwar stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 243.000, doch blieb sie die 105. Woche unter der Marke von 300.000. „Der Markt richtet sich auf eine zweiteilige Symphonie in den kommenden vier Handelstagen ein“, sagte Joe Brusuelas, Chefvolkswirt bei RSM US. „Der erste besteht morgen aus den Arbeitsdaten und dann aus der Fed-Sitzung, was das wirkliche Großereignis ist.“

Bei den Einzelwerten standen die Papiere des Versicherers AIG im Mittelpunkt. Bei dem Versicherer sorgte der angekündigte Weggang von Unternehmenschef Peter Hancock nur anfangs für ein Kursplus - am Ende verloren die Aktien 0,36 Prozent. Das „Wall Street Journal“ hatte jüngst über massive Kritik an ihm berichtet. Demnach war Hancocks Job wegen Problemen bei der Umsetzung eines Anfang 2016 angekündigten Sanierungsplans in Gefahr. Investoren wie Carl Icahn und John Paulson hatten Druck gemacht, nachdem in vier von sechs Quartalen Verluste geschrieben worden waren.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-5,75 -0,08%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

-0,21 -0,31%
+67,41€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

+1,24 +0,88%
+140,44€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

+0,15 +0,67%
+21,97€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
L&S

-0,18 -1,62%
+10,68€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,11 +0,88%
+13,01€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Auch in Fokus stand die Chemiebranche. Die Hoffnung auf steigende Kalidüngerpreise ließ die Kurse der an der Wall Street gelisteten Produzenten Potash, Mosaic und Agrium deutlich anziehen - zuletzt schrumpfte das Plus allerdings zusammen: Während Potash und Agrium Gewinne von 2,90 beziehungsweise 2,79 Prozent behaupteten, schaffte Mosaic letztlich ein Plus von 1,15 Prozent.

Ein Händler verwies auf einen Bericht, wonach der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko Bereitschaft zur Kooperation des Landes mit dem russischen Düngerkonzern Uralkali signalisiert habe. Ähnliche Aussagen Lukaschenkos habe es allerdings schon im vergangenen Sommer gegeben, merkte Jonas Oxgaard vom US-Analysehaus Bernstein Research kritisch an. Entsprechend sei Vorsicht geboten. Mitte 2013 war Uralkali aus einer Vertriebsallianz mit den weißrussischen Partnern ausgestiegen und hatte damit die gesamte Branche durcheinander gewirbelt. Das hatte den Wettbewerb verschärft.

Die Titel von PPG Industries büßten 3,65 Prozent ein, nachdem der niederländische Farben- und Chemikalienkonzern Akzo Nobel die Kaufofferte des US-Konkurrenten als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Zur Wochenmitte hatten die PPG-Aktien die Übernahmepläne mit einem deutlichen Kursplus gefeiert. Statt eines Komplettverkaufs steht nun wohl das Spezialchemiegeschäft der Niederländer auf dem Prüfstand, für das es mehrere Interessenten geben soll.

EZB-Erwartungen belasten die Börse

EZB-Erwartungen belasten die Börse

Für Zurückhaltung der Anleger sorgte auch der erneute Preisrückgang beim Öl, was Papiere von Energiekonzernen belastete. Der Branchenindex verlor 0,6 Prozent. Die Ölpreise blieben nach einem überraschenden Anstieg der US-Lagerbestände auf Talfahrt: Ein Barrel der Sorte Brent kostete mit 52,52 Dollar 1,1 Prozent weniger als am Vortag, US-Rohöl gab 1,3 Prozent nach.

Der Euro notierte im New Yorker Handel zuletzt bei 1,0581 US-Dollar. Davor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0551 (Mittwoch: 1,0556) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,9478 (0,9473) Euro. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 96-28/32. Sie rentierten mit 2,60 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 28/32 auf 96-11/32 und hatten eine Rendite von 3,19 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 871 Werte legten zu, 2092 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1188 im Plus, 1670 im Minus und 211 unverändert.

  • rtr
  • dpa
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