Börse New York
Yellen und Draghi drücken Kurse an der Wall Street

Geldpolitische Lockerung in Europa, mögliche Straffung in den USA: Die Notenbanker haben bei Anlegern für schlechte Stimmung gesorgt. Der Dow Jones fiel um 1,4 Prozent. Für Furore sorgte ein Apple-Zulieferer.

New YorkEuropäische und amerikanische Notenbanker haben am Donnerstag für Katerstimmung an der Wall Street gesorgt. Die Europäische Zentralbank kündigte zwar an, ihr Anleihenkaufprogramm zu verlängern. Doch Investoren hatten mit deutlicheren Schritten gerechnet. Für Ernüchterung sorgte auch Fed-Chefin Janet Yellen. Sie sagte vor Kongressabgeordneten, die Zentralbank stehe womöglich kurz davor, die Geldpolitik zu straffen. Zudem zeigte sie sich angesichts der Konjunktur optimistisch. Damit zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Fed die Leitzinsen im Dezember erstmals seit etwa einem Jahrzehnt anheben wird.

Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten fiel um 1,4 Prozent auf 17.477 Punkte. Der breiter aufgestellte S&P 500 gab ebenfalls um 1,4 Prozent auf 2049 Stellen nach, während das Minus beim Nasdaq-Index 1,7 Prozent auf 5037 Zähler betrug. In Frankfurt hatte sich der Dax um 3,6 Prozent schwächer gezeigt und bei 10.789 Punkten geschlossen.

Bei den Einzelwerten zogen Papiere der Supermarktkette Kroger Interesse auf sich. Das Unternehmen schrieb für das abgelaufene Quartal unter anderem wegen seines Sparkurses einen höheren Gewinn als erwartet. Der Kurs legte um 4,7 Prozent zu.

Um fast zehn Prozent aufwärts ging es mit den Aktien des Apple -Zulieferers Avago Technologies. Auch der Chipanbieter überraschte Investoren mit seinem Quartalsgewinn.

Enttäuscht zeigte sich der Markt dagegen von Cummins, weil nach einer Analyse von ACT Research die Aufträge für schwere Lastwagen in Nordamerika um fast 60 Prozent fielen. Das Unternehmen baut für derartige Modelle Motoren. Die Aktie gab um 2,5 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 579 Werte legten zu, 2518 gaben nach, und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 674 im Plus, 2159 im Minus und 126 unverändert.

US-Staatsanleihen gerieten unter Druck, weil sich Investoren von der EZB eine deutlichere Ausweitung des Bondkaufprogrammes erhofft hatten. Die zehnjährigen Papiere gaben um 1-8/32 auf 99-12/32 nach und hatten eine Rendite von 2,32 Prozent. Die 30-jährigen Anleihen gaben sogar um 3-1/32 auf 98-26/32 nach. Sie rentierten mit 3,06 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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