Börse New York
Zahlen aus China belasten die Wall Street

Den US-Börsen macht die Weltwirtschaft Kummer – üble Konjunkturdaten aus China schlugen den Händlern kräftig auf den Magen. Gefragt waren Titel einer Pharmafirma. Boeing konnte von einem Auftrag nicht profitieren.

New YorkSorgen um die Weltwirtschaft haben am Mittwoch den Anlegern an den US-Börsen zu schaffen gemacht. Die Geschäfte der chinesischen Industrie liefen im September so schlecht wie seit der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr. Die Daten zeichneten ein unerwartet pessimistisches Bild, erklärte NordLB-Analyst Frederik Kunze. Die Furcht vor einer deutlichen Wachstumsdelle in China dürfte bei vielen Anlegern zunehmen. "Die Stimmung ist herbstlich trüb. Viele fürchten, dass die Lage in China sich verschlechtert und auch die US-Wirtschaft nicht so brummt wie gedacht", fasste ein Börsianer zusammen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 16.279 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1938 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,1 Prozent auf 4752 Punkte. In Frankfurt war der Dax 0,4 Prozent höher auf 9612,62 Punkten aus dem Handel gegangen nach einem Kurseinbruch von rund vier Prozent am Vortag. Der EuroStoxx legte lediglich 0,1 Prozent auf 3079,99 Zähler zu.

In den USA waren bei den Einzelwerten die Titel von Heron Therapeutics gefragt, die wegen Studienerfolgen bei einem Schmerzmittel fast 22 Prozent in die Höhe schossen. Genau andersherum erging es Oncogenex Pharmaceuticals. Die Titel schmierten um rund 14 Prozent ab, nachdem der Medikamentenhersteller Studienrückschläge bei seiner Therapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs gemeldet hatte.

Die Aktien von Boeing ließen 1,7 Prozent Federn, obwohl der Flugzeugbauer einen milliardenschweren Großauftrag aus China erhalten hat. Der US-Konzern werde 300 Flugzeuge in das asiatische Land liefern, teilte der Airbus -Rivale während eines Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Boeing-Werk in Everett mit. Der Wert des Auftrags beträgt nach Listenpreis 38 Milliarden Dollar.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von NCR. Die rund zehn Milliarden Dollar schwere Übernahme des weltgrößten Geldautomaten-Herstellers durch den Finanzinvestor Blackstone ist nach Reuters-Informationen in Gefahr. Blackstone sei es nicht gelungen, eine Vereinbarung mit dem Wincor-Nixdorf -Konkurrenten auszuhandeln, sagten mit der Sache vertraute Personen. NCR-Scheine verloren 4,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 1242 Werte legten zu, 1782 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,59 Milliarden Aktien 1185 im Plus, 1609 im Minus und 160 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben leicht nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 6/32 auf 98-22/32. Die Rendite stieg auf 2,148 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 9/32 auf 98-20/32 und rentierte mit 2,945 Prozent. Händler verwiesen unter anderem auf eine extrem schwache Nachfrage nach zweijährigen Staatspapieren im Volumen von 13 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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