Börse New York
Zahlen von JP Morgan belasten Wall Street

Konjunkturdaten aus China enttäuschen. Die US-Börsen können nicht für positive Signale sorgen. Im Vorfeld haben schwache Quartalszahlen der Großbank JP Morgan Chase die Anleger verschreckt und Bankaktien fallen lassen.
  • 0

New YorkEin Gewinnrückgang bei der US-Großbank JPMorgan Chase und unerwartet schlechte Konjunkturdaten aus China haben am Donnerstag an der Wall Street für schlechte Stimmung gesorgt. JPMorgan legte als erstes großes US-Institut eine Bilanz für das dritte Quartal vor und verzeichnete unter anderem wegen der europäischen Schuldenkrise einen Gewinnrückgang im Investmentbereich.

Mit einem Gewinn von 1,02 Dollar je Aktie verdiente das Institut aber mehr als von Analysten prognostiziert, die mit 0,91 Dollar je Anteilsschein gerechnet hatten. „JP Morgan hat uns den Weg in die Bilanzsaison geebnet und die Zahlen waren zwar leicht besser als erwartet, aber nichts, was einen umhaut“, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments LLC. Die Anteilsscheine der Bank notierten 4,8 Prozent niedriger.

Allein die Technologiewerte konnten sich gegen den Abwärtstrend behaupten, die Nasdaq schloss im Gegensatz zum Dow Jones und S&P 500 im Plus Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,4 Prozent auf 11.478 Punkte nach. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.377 und 11.518 Zählen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,3 Prozent auf 1203 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 2620 Punkte. In Frankfurt ging der deutsche Leitindex Dax mit einem Verlust von 1,3 Prozent bei 5914 Punkten aus dem Handel.

In China nahm der Außenhandelsüberschuss den zweiten Monat in Folge ab. Für Börsianer deuteten die Zahlen auf eine Schwäche der Weltkonjunktur und eine nachlassende Wirtschaftstätigkeit in der Volksrepublik hin. Bei den Einzelwerten standen nach den Zahlen von JPMorgan die Finanztitel besonders unter Druck. „Wir haben eine grundlegende Schwäche der Kapitalmärkte und der Bankgeschäfte von JPMorgan registriert. Ich gehe davon aus, dass es bei den anderen Banken nicht großartig anders aussieht“, sagte Paul Larson, Analyst bei Morningstar in Chicago. Papiere der Citibank gaben folglich 5,4 Prozent ab, die Aktie der Bank of America verlor 5,5 Prozent.

Auch Morgan Stanley konnte sich dem Negativtrend nicht entziehen, die Anteilsscheine der Investmentbank verloren 4,4 Prozent. Einer der Gewinner des Handelstages war der Medikamentenhersteller Vertex . Analysten hatten die Prognose für Verschreibungen eines Hepatitis-C-Medikaments nach oben korrigiert, das Papier des Pharmaunternehmens gewann neun Prozent.

Bei den Technologiewerten stand Google besonders im Fokus. Der Suchmaschinenanbieter sollte nach Handelsschluss die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen. Analysten waren gespannt, welche Auswirkung die schwache Konjunktur auf die Werbeeinahmen hat. Das Papier verzeichnete ein Plus von 1,9 Prozent. Gerüchte vom Vortag, dass die Übernahme von Akamai Technologies durch Google kurz bevorstehe, trieb die Nachfrage von Akamai-Scheinen an. Die Aktie legte 4,8 Prozent zu. Allerdings sagte ein Branchenkenner, dass die Gerüchte keinerlei Grundlage hätten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 1157 Werte legten zu, 1820 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 1214 im Plus, 1263 im Minus und 138 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Zahlen von JP Morgan belasten Wall Street"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%