Börse New York
Zins-Spekulationen treiben die Wall Street an

In den USA klammerten sich die Anleger an jeden noch so kleinen Strohhalm, der auf eine spätere Zinswende vermuten lässt. Heute waren es die gesunkenen Einzelhandelsumsätze. Dow Jones & Co. schließen deutlich im Plus.
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New YorkSpekulationen auf eine spätere Zinswende in den USA haben die New Yorker Börsen am Donnerstag beflügelt. Ausgelöst wurden sie vom überraschenden Rückgang der Einzelhandelsumsätze, die im Februar bereits den dritten Monat in Folge schrumpften. Der Einzelhandel macht knapp ein Drittel des privaten Konsums aus, der wiederum für 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung steht. Bislang rechnen viele Experten im Juni mit einer ersten Zinserhöhung, doch könnte die Fed bei vermehrten Anzeichen für eine Konjunkturschwäche zögern. Höhere Zinsen machen andere Anlageformen als Aktien wie etwa Anleihen attraktiver.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent höher auf 17.895 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,3 Prozent auf 2065 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 4893 Stellen. Händler sprachen von einer Kursrally auf breiter Front.

Auf der Verliererseite standen allerdings die Papiere des Chipherstellers Intel, die um fast fünf Prozent fielen. Das Unternehmen senkte sein Umsatzziel für das erste Quartal und begründete das mit einer schwächeren Computer-Nachfrage von Geschäftskunden.

Zu den Gewinnern zählten etwa die Aktien der Citigroup mit einem Plus von 3,3 Prozent. Die Großbank hatte die zweite Runde der Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve bestanden. Anleger zeigten sich erleichtert. Im Vorjahr hatte die Fed die Auszahlungspläne des Geldhauses kassiert. Auch Goldman Sachs profitierte mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent davon, die Fed-Prüfung gemeistert zu haben. Die Bank of America kam mit einem blauen Auge davon: Das Geldhaus wurde von der Notenbank für schwache Risikokontrollen kritisiert. Die Aktie ließ 0,1 Prozent Federn.

Am deutschen Aktienmarkt ruhten sich die Anleger nach der jüngsten Rekordjagd dagegen ein wenig aus. Der Dax schloss knapp 0,1 Prozent schwächer bei 11.799 Punkten. Der EuroStoxx gab 0,2 Prozent nach. Doch lange wird die Pause nach Meinung der meisten Börsianer nicht dauern. "Es bleibt dabei, der Deutsche Aktienindex kann in diesen Tagen von nichts und niemandem in seiner Rekordjagd aufgehalten werden", sagte CMC-Stratege Andreas Paciorek. Schließlich blieb das Börsenbarometer in Reichweite des Rekordhochs von 11.830,14 Zählern und auch zur Marke von 12.000 Punkten fehlen lediglich noch 1,7 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 2241 Werte legten zu, 824 gaben nach und 109 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Milliarden Aktien 1982 im Plus, 765 im Minus und 133 unverändert.

Die US-Kreditmärkte zeigten sich uneinheitlich. Die zehnjährigen Staatsanleihen traten bei 99-1/32 auf der Stelle. Die Rendite betrug 2,1103 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 7/32 auf 96-1/32 und rentierte mit 2,6940 Prozent. Händler erklärten die Abschläge bei den 30-jährigen Papieren mit einer enttäuschenden Auktion von Staatstiteln, die nur auf eine geringe Nachfrage gestoßen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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