Börse New York
Zinsängste drücken Wall Street ins Minus

Die Anleger an den New Yorker Börsen lassen sich von Zinsspekulationen die Laune vermiesen. Ein US-Währungshüter hatte eine Zinserhöhung im September ins Gespräch gebracht – aus Unternehmenssicht schlechte Aussichten.

New YorkDie New Yorker Börsen haben am Dienstag belastet von Zinsspekulationen nachgegeben. Der US-Währungshüter William Dudley brachte eine Zinserhöhung im September ins Gespräch. "Ich glaube, dass es möglich ist", sagte der Chef des US-Notenbankablegers in New York dem Fernsehsender Fox Business Network. "Wir nähern uns dem Zeitpunkt, zu dem es aus meiner Sicht angemessen ist, die Zinsen anzuheben", fügte er hinzu. An den Terminmärkten habe sich unter den Investoren eine zu große Gelassenheit mit Blick auf eine Straffung der Geldpolitik breitgemacht. Sein Fed-Kollege aus Atlanta, Dennis Lockhart, erklärte, die US-Wirtschaft sei stark genug für mindestens zwei Zinserhöhungen noch in diesem Jahr.

Zinserhöhungen werden aus Unternehmenssicht ungern gesehen. Wenn die Fed tatsächlich an der Zinsschraube drehen würde, könnte sie die Geldflut der vergangenen Jahre eindämmen. Vor allem das billige Notenbankgeld gilt als Hauptgrund für die weltweite Aktienrally der vergangenen Jahre.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,5 Prozent auf 18.552 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 0,6 Prozent auf 2178 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 5227 Zähler. Höhere Öl-Preise hatten den US-Börsen zum Wochenauftakt noch Rekorde beschert. Der Dax fiel um 0,6 Prozent auf knapp 10.677 Punkte.

Gefragt waren die Anteilsscheine von Praxair. Der US-Industriegasekonzern und der deutsche Konkurrent Linde loten einen Zusammenschluss aus. Es gebe entsprechende Gespräche. Praxair-Papiere stiegen um 2,7 Prozent.

Mehr als 26 Prozent abwärts ging es dagegen für Hain Celestial. Der Hersteller von Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten hatte mitgeteilt, die Vorlage seiner Quartalszahlen zu verschieben.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von Cintas. Der Hersteller von Berufsbekleidung und Uniformen übernimmt den kleineren Konkurrenten G&K Services für 2,2 Milliarden Dollar. Cintas-Scheine stiegen um 5,1 Prozent, G&K-Papiere sogar um 17,7 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 749 Millionen Aktien den Besitzer. 915 Werte legten zu, 2024 gaben nach und 168 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,68 Milliarden Aktien 882 Werte im Plus, 1999 im Minus und 146 unverändert.

Auch der Handel mit US-Staatsanleihen wurden von den Aussagen der Fed-Vertreter bestimmt. Die zehnjährigen Papiere fielen um 7/32 auf 99-10/32. Sie rentierten mit 1,58 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 13/32 auf 99-01/32 und hatten eine Rendite von 2,29 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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