Börse New York Zinsspekulationen belasten Wall Street

Die Inflation in den USA zog im vergangenen Monat an. Das gab den Anlegern Grund zu Spekulationen über eine mögliche Zinsanhebung. Gespannt warten sie nun auf Signale der Fed. Die Börsen schlossen uneinheitlich.
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Tesla-Ankündigung erfreut Anleger

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New YorkZinsspekulationen haben am Donnerstag die US-Aktienmärkte belastet. Auslöser waren neue Inflationsdaten, die aus Sicht von Börsianern eine Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) im Dezember wahrscheinlicher machen.

So zog die Inflation in den USA im August auf 1,9 Prozent an von 1,7 im Juli. „Ich glaube nicht, dass der Markt eine solch starke Inflation erwartet hat“, sagte Victor Jones, Chefhändler beim Online-Broker TD Ameritrade. Die Frage sei nun, welche Signale die Fed bei ihrem Treffen kommende Woche aussenden werde. Steigende Zinsen drücken üblicherweise auf die Aktienkurse, weil sie die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen und damit die Gewinne schmälern.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,2 Prozent auf 22.203 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab dagegen um 0,1 Prozent auf 2496 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 6429 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 0,1 Prozent tiefer auf 12.540 Punkten aus dem Handel.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
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Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

Gestützt wurde die Wall Street von Energietiteln, die im Schnitt 0,4 Prozent zulegten. Hintergrund waren steigende Ölpreise.

Die Aktien von Pfizer zogen um knapp 2 Prozent an. Der Pharmakonzern hatte positive Studiendaten zu einem Medikament gegen Prostatakrebs veröffentlicht.

Die Papiere von United Technologies gewannen 2,59 Prozent. Der Finanzchef des Mischkonzerns hatte auf einer Investorenkonferenz offenbar Bedenken der Anleger zerstreut, dass die angepeilte Übernahme des Flugzeugausrüsters Rockwell Collins die Ertragskraft schmälern könnte.

Auf der Gewinnerseite war zudem der Dow-Wert Boeing. Die Aktie des Flugzeugbauers lag 1,3 Prozent im Plus, nachdem die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel hochgesetzt hatten.

Unter Druck standen dagegen erneut Equifax, die 2,4 Prozent absackten. Nach dem Hackerangriff auf die Wirtschaftsauskunftei ermittelt nun die US-Wettbewerbsaufsicht FTC.

Der Kurs des Euro stieg wieder über 1,19 US-Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1904 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1885 (Mittwoch: 1,1979) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8414 (0,8348) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 856 Millionen Aktien den Besitzer. 1513 Werte legten zu, 1383 gaben nach und 154 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1301 Werte im Plus, 1565 im Minus und 236 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen standen Zinsspekulationen im Fokus. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 1/32 auf 100-17/32 Dollar und rentierten mit 2,19 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 16/32 auf 99-19/32 Dollar. Sie hatten eine Rendite von 2,77 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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