Börse New York
Zinsspekulationen belasten Wall Street

Die Inflation in den USA zog im vergangenen Monat an. Das gab den Anlegern Grund zu Spekulationen über eine mögliche Zinsanhebung. Gespannt warten sie nun auf Signale der Fed. Die Börsen schlossen uneinheitlich.
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New YorkZinsspekulationen haben am Donnerstag die US-Aktienmärkte belastet. Auslöser waren neue Inflationsdaten, die aus Sicht von Börsianern eine Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) im Dezember wahrscheinlicher machen.

So zog die Inflation in den USA im August auf 1,9 Prozent an von 1,7 im Juli. „Ich glaube nicht, dass der Markt eine solch starke Inflation erwartet hat“, sagte Victor Jones, Chefhändler beim Online-Broker TD Ameritrade. Die Frage sei nun, welche Signale die Fed bei ihrem Treffen kommende Woche aussenden werde. Steigende Zinsen drücken üblicherweise auf die Aktienkurse, weil sie die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen und damit die Gewinne schmälern.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,2 Prozent auf 22.203 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab dagegen um 0,1 Prozent auf 2496 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 6429 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 0,1 Prozent tiefer auf 12.540 Punkten aus dem Handel.

Gestützt wurde die Wall Street von Energietiteln, die im Schnitt 0,4 Prozent zulegten. Hintergrund waren steigende Ölpreise.

Die Aktien von Pfizer zogen um knapp 2 Prozent an. Der Pharmakonzern hatte positive Studiendaten zu einem Medikament gegen Prostatakrebs veröffentlicht.

Die Papiere von United Technologies gewannen 2,59 Prozent. Der Finanzchef des Mischkonzerns hatte auf einer Investorenkonferenz offenbar Bedenken der Anleger zerstreut, dass die angepeilte Übernahme des Flugzeugausrüsters Rockwell Collins die Ertragskraft schmälern könnte.

Auf der Gewinnerseite war zudem der Dow-Wert Boeing. Die Aktie des Flugzeugbauers lag 1,3 Prozent im Plus, nachdem die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel hochgesetzt hatten.

Unter Druck standen dagegen erneut Equifax, die 2,4 Prozent absackten. Nach dem Hackerangriff auf die Wirtschaftsauskunftei ermittelt nun die US-Wettbewerbsaufsicht FTC.

Der Kurs des Euro stieg wieder über 1,19 US-Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1904 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1885 (Mittwoch: 1,1979) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8414 (0,8348) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 856 Millionen Aktien den Besitzer. 1513 Werte legten zu, 1383 gaben nach und 154 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1301 Werte im Plus, 1565 im Minus und 236 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen standen Zinsspekulationen im Fokus. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 1/32 auf 100-17/32 Dollar und rentierten mit 2,19 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 16/32 auf 99-19/32 Dollar. Sie hatten eine Rendite von 2,77 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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