Börse New York
Zinsspekulationen verderben Händlern die Laune

In den USA steigen die Preise stärker als erwartet. Viele Aktionäre schreckte das auf. Sie rechnen nun damit, dass die Fed früher als erwartet den nächsten Zinsschritt unternimmt. Der Dow Jones sackte ins Minus.

Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung in den USA haben am Dienstag die Stimmung an der Wall Street gedrückt. Ein Anstieg der amerikanischen Verbraucherpreise schürte unter Anlegern die Erwartung, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird.

Fed-Vertreter Dennis Lockhart nannte Juni als denkbaren nächsten Termin. Er und sein Kollege John Williams sprachen übereinstimmend davon, dass bis zu drei Erhöhungen noch in diesem Jahr möglich seien.

An den Märkten wird bislang von September als nächstem Termin für eine Zinserhöhung ausgegangen. Die US-Währungshüter in den USA hatten im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Leitzinsen angehoben.

Der Dow-Jones-Index fiel um ein Prozent auf 17.530 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 0,9 Prozent auf 2047 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 4716 Zähler.

Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im April wegen des teureren Öls im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Februar 2013 und etwas mehr als Experten erwartet hatten. Unerwartet positiv fiel die Produktion der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes aus. Sie stellten 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im Frühjahr wieder an Schwung gewinnt.

"Die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Leitzinsanhebung der US-Notenbank ist durch die heutigen Daten gewachsen", sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. "Viele Anleger nehmen daher weiter Gewinne mit."

Bei den Einzelwerten verloren die Titel von Office Depot 3,1 Prozent. Hintergrund sind schwache Geschäftsaussichten beim Büroartikel-Hersteller.

Für die Edelburger-Kette Red Robin ging es sogar um 18,1 Prozent abwärts.

Der Umsatz im ersten Quartal war unter den Erwartungen geblieben.

An der New York Stock Exchange wechselten etwa 1,1 Milliarden Aktien den Besitzer. 1062 Werte legten zu, 1932 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 766 Werte im Plus, 2106 im Minus und 118 unverändert.

Die Verbraucherpreise schlugen auch auf die US-Staatsanleihen durch. Die zehnjährigen Papiere fielen um 2/32 auf 98-22/32. Sie rentierten mit 1,76 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 3/32 auf 98-3/32 und hatten eine Rendite von 2,59 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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