Börse New York
Zweifel wachsen nach Trumps Ärger mit Konzernchefs

Der Zoff zwischen US-Präsident Trump und wichtigen Wirtschaftsbossen hat den New Yorker Handel belastet. Die Fed-Protokolle brachten aber etwas Erleichterung. Zu den Gewinner gehörte die Modekette Urban Outfitters.
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New YorkDie zunehmenden Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der heimischen Wirtschaft haben am Mittwoch die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Auslöser war die Auflösung von zwei Beratergremien mit Konzernchefs durch Trump. „Dies schürt etwas mehr Zweifel daran, dass der Präsident seine Politik durchsetzen kann“, sagte David Schiegoleit, der in der Vermögensverwaltung von U.S. Bank die Anlageentscheidungen verantwortet. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Topmanager aus den Gremien ausgetreten. Hintergrund sind die umstrittenen Äußerungen Trumps nach dem Extremistenaufmarsch in Charlottesville.

Nach Trumps Entscheidung gerieten die wichtigen US-Börsenbarometer unter Druck. Unterstützung erhielten sie allerdings von den Sitzungsprotokollen der US-Notenbank (Fed). Demnach bereitet die unerwünscht niedrige Inflation der Fed auf ihrem Weg zu einer weiteren Zinserhöhung Kopfschmerzen. Laut den Mitschriften der Juli-Sitzung mahnen einige Währungshüter zur Vorsicht: Sie wollen mit einer Anhebung warten, bis es verlässliche Hinweise gibt, dass sich die Teuerung auf das Ziel der Notenbank zubewegt. Der Dollar büßte in Reaktion auf die Protokolle ein.

In New York ging der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,1 Prozent höher bei rund 22.025 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 gewann ebenfalls 0,1 Prozent auf 2468 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,2 Prozent auf 6345 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent im Plus auf knapp 12.264 Punkten.

Unter den Einzelwerten ragte die Modekette Urban Outfitters mit einem Kurssprung von 17,5 Prozent heraus. Der Quartalsumsatz des Bekleidungshändlers ging weniger stark zurück als erwartet.

Auch der Einzelhändler Target überzeugte die Investoren mit seinen Zahlen. Nach vier Quartalen in Folge mit schrumpfenden Umsätzen legten die Erlöse nun wieder zu. Targets Börsenwert zog 3,6 Prozent an.

Thema am Markt war ferner die Amazon-Aktie, die 0,5 Prozent einbüßte. Trump wetterte erneut gegen den Internethändler, dessen Steuerspar-Methoden dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge sind.

Auch die Aktien von Apple wurden stärker beachtet. Sie stiegen zunächst auf ein weiteres Rekordhoch bei 162,51 Dollar und übertrafen damit die bisherige Bestmarke vom Vortag. Nach den Neuigkeiten zu Trumps-Beratergremien drehten die Papiere des iPhone-Herstellers allerdings ins Minus und endeten 0,4 Prozent tiefer.

Die Aktien von Cisco schlossen als einer der besten Dow-Werte mit einem Plus von knapp 0,8 Prozent. Nach Börsenschluss veröffentlichte der IT- und Netzwerkdienstleister seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal. Händlern zufolge fiel der Gewinn je Aktie wie vom Markt erwartet aus, während der Umsatz die durchschnittliche Analystenschätzung übertraf. Die Anleger stellte dies aber offenbar nicht zufrieden, denn die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund 2,4 Prozent.

Fiat-Chrysler-Papiere legten um 0,9 Prozent zu. Der italienisch-amerikanische Automobilkonzern will der Allianz von BMW und Intel für die Entwicklung des autonomen Fahrens beitreten. Fiat Chrysler verkauft als Massenhersteller auf dem US-Markt mehr Autos als BMW.

Der Kurs des Euro profitierte im US-Handel vom schwächelnden US-Dollar und legte erheblich zu. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1767 Dollar gehandelt, nachdem sie im europäischen Geschäft zeitweise noch unter der Marke von 1,17 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1710 (Dienstag: 1,1744) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8540 (0,8515) Euro gekostet.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1753 Werte legten zu, 1152 gaben nach und 152 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1587 im Plus, 1288 im Minus und 261 unverändert.

Nach Trumps Auflösung der Beratergremien zogen an den US-Kreditmärkten die Kurse an. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen 10/32 auf 100-5/32. Die Rendite sank auf 2,23 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 16/32 auf 98-22/32 und rentierten mit 2,81 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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