Börse New York Zweifel wachsen nach Trumps Ärger mit Konzernchefs

Der Zoff zwischen US-Präsident Trump und wichtigen Wirtschaftsbossen hat den New Yorker Handel belastet. Die Fed-Protokolle brachten aber etwas Erleichterung. Zu den Gewinner gehörte die Modekette Urban Outfitters.
Update: 17.08.2017 - 00:17 Uhr Kommentieren

„Die großen Wirtschaftsbosse wollen nicht mehr“ – Wie Trump die Vorstände verprellt

„Die großen Wirtschaftsbosse wollen nicht mehr“ – Wie Trump die Vorstände verprellt

New YorkDie zunehmenden Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der heimischen Wirtschaft haben am Mittwoch die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Auslöser war die Auflösung von zwei Beratergremien mit Konzernchefs durch Trump. „Dies schürt etwas mehr Zweifel daran, dass der Präsident seine Politik durchsetzen kann“, sagte David Schiegoleit, der in der Vermögensverwaltung von U.S. Bank die Anlageentscheidungen verantwortet. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Topmanager aus den Gremien ausgetreten. Hintergrund sind die umstrittenen Äußerungen Trumps nach dem Extremistenaufmarsch in Charlottesville.

Nach Trumps Entscheidung gerieten die wichtigen US-Börsenbarometer unter Druck. Unterstützung erhielten sie allerdings von den Sitzungsprotokollen der US-Notenbank (Fed). Demnach bereitet die unerwünscht niedrige Inflation der Fed auf ihrem Weg zu einer weiteren Zinserhöhung Kopfschmerzen. Laut den Mitschriften der Juli-Sitzung mahnen einige Währungshüter zur Vorsicht: Sie wollen mit einer Anhebung warten, bis es verlässliche Hinweise gibt, dass sich die Teuerung auf das Ziel der Notenbank zubewegt. Der Dollar büßte in Reaktion auf die Protokolle ein.

Das wurde im ersten Halbjahr 2017 aus 100.000 Euro
Platz 25: Zucker
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Wie gewonnen, so zerronnen. Im vergangenen Jahr gehörte Zucker mit einem Plus von 28 Prozent zu den lukrativsten Anlageformen, im ersten Halbjahr 2017 machten Investoren aber deutliche Verluste. Der Preis für eine Tonne Rohrzucker brach in New York um mehr als 35 Prozent ein. Zucker wird – wie alle Rohstoffe - in Dollar gehandelt wird. Der zum Euro gefallene Dollar vergrößerte die Verluste für hiesige Investoren noch. Wer Anfang des Jahres einen Terminkontrakt für 100.000 Euro auf Zucker kaufte, hat so jetzt – ohne Transaktionskosten - nur noch 59.740 Euro auf dem Konto. Hauptgrund für den Verfall sind globale Produktionsüberschüsse und wachsende Lagerbestände.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 24: Öl
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Hohe Lagerbestände sind auch ein Grund dafür, dass der Ölpreis in diesem Jahr wieder auf Talfahrt gegangen ist. Dazu kommt die steigende Förderung in den USA, nicht nur von traditionellem, sondern auch von aus Schiefergestein gewonnenem Öl. Seit Januar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent um 16 Prozent, aus 100.000 in Ölkontrakten angelegten Euro wurden sogar nur 77.520 Euro – ein Minus von 22,48 Prozent. Die seit November vergangenen Jahres geltende Förderbremse der Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) und zehn weiterer Nationen zieht damit nicht. Die USA machen bei den Beschränkungen nicht mit.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 23: Aktien Katar
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Das reichste Land der Welt wird von seinen Nachbarn isoliert. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Ägypten und Jemen warfen Katar Anfang Juni vor, Extremisten zu unterstützen und haben ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Wüstenstaat abgebrochen. Darauf reagierte auch die Börse. Die Verluste des QE-Index in Doha summieren sich so seit Jahresanfang auf 13,5 Prozent, dazu wertete die Landeswährung Katar-Riyal zu Dollar und Euro ab. Von 100.000 in den QE-Index investierten Euro sind so nur noch 79.500 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 22: Aktien Russland
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Die Erholung der russischen Börse aus dem vergangenen Jahr ist schon wieder zu Ende. 100.000 in den Leitindex Micex investierte Euro schrumpften seit Januar auf 81.200 Euro – ein Verlust, der durch die Abwertung des Rubels noch verstärkt wurde. Hauptgründe für den neuen Einbruch der Börse sind der wieder fallende Ölpreis. Dazu belasten nach wie vor die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen die russische Wirtschaft.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 21: US-Dollar
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Vor allem am Devisenmarkt zeigt sich, dass die Euphorie um US-Präsident Trump verflogen ist. Die Hoffnungen schwinden, dass er seine angekündigten Steuersenkungs- und Investitionsprogramme zügig durchgesetzt bekommt. Auch die Politaffären rund um FBI und Russland lassen den Dollar schwächeln. Und das nicht nur zum Euro, sondern zu den meisten wichtigen Währungen. Der Euro dagegen legte zu vielen Währungen zu. Die Folge: Aus 100.000 zu Jahresbeginn in den Dollar investierten Euro sind in den ersten sechs Monaten des Jahres nur noch 81.200 Euro geworden, ein Minus von über sieben Prozent.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 20: Aktien Brasilien
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Mit vielen Vorschusslorbeeren war Brasiliens Präsident Michel Temer Ende 2015 ins Amt gestartet. Doch im März kam heraus, dass auch Temer in den seit Jahren schwelenden landesweiten Bestechungsskandal rund um die Konzerne Petrobras (Öl- und Gas), Odebrecht (Bau- und Chemie) sowie JBS (Fleisch) verwickelt ist. Das ernüchterte die Investoren. In Real gerechnet legte der Ibovespa-Index zwar knapp drei Prozent zu, aber der Real wertete deutlich ab. Von 100.000 in den Ibovespa investierten Euro verloren Anleger somit in diesem Jahr 5.595 Euro auf 94.050 Euro.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Staatsanleihen
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Für Dollar-Anleger haben sich US-Staatsanleihen besser entwickelt als erwartet. Obwohl die US-Notenbank Fed den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal auf ein Band von jetzt 1,00 bis 1,25 Prozent erhöht hat, stiegen die Kurse von US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Das liegt vor allem an den gesunkenen Inflationserwartungen. Quer über alle Laufzeiten erzielten Anleger im ersten Halbjahr mit US-Staatsanleihen so einen Gesamtertrag aus Zinseinnahmen und Kursveränderungen von immerhin gut zwei Prozent. Der Verlust des Dollars zum Euro zehrte diesen Gewinn aber für Euro-Anleger mehr als auf. Aus 100.000 in US-Staatsanleihen investierten Euro bleiben so nur 94.970 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

In New York ging der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,1 Prozent höher bei rund 22.025 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 gewann ebenfalls 0,1 Prozent auf 2468 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,2 Prozent auf 6345 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent im Plus auf knapp 12.264 Punkten.

Unter den Einzelwerten ragte die Modekette Urban Outfitters mit einem Kurssprung von 17,5 Prozent heraus. Der Quartalsumsatz des Bekleidungshändlers ging weniger stark zurück als erwartet.

Auch der Einzelhändler Target überzeugte die Investoren mit seinen Zahlen. Nach vier Quartalen in Folge mit schrumpfenden Umsätzen legten die Erlöse nun wieder zu. Targets Börsenwert zog 3,6 Prozent an.

Thema am Markt war ferner die Amazon-Aktie, die 0,5 Prozent einbüßte. Trump wetterte erneut gegen den Internethändler, dessen Steuerspar-Methoden dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge sind.

Auch die Aktien von Apple wurden stärker beachtet. Sie stiegen zunächst auf ein weiteres Rekordhoch bei 162,51 Dollar und übertrafen damit die bisherige Bestmarke vom Vortag. Nach den Neuigkeiten zu Trumps-Beratergremien drehten die Papiere des iPhone-Herstellers allerdings ins Minus und endeten 0,4 Prozent tiefer.

Die Aktien von Cisco schlossen als einer der besten Dow-Werte mit einem Plus von knapp 0,8 Prozent. Nach Börsenschluss veröffentlichte der IT- und Netzwerkdienstleister seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal. Händlern zufolge fiel der Gewinn je Aktie wie vom Markt erwartet aus, während der Umsatz die durchschnittliche Analystenschätzung übertraf. Die Anleger stellte dies aber offenbar nicht zufrieden, denn die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund 2,4 Prozent.

Fiat-Chrysler-Papiere legten um 0,9 Prozent zu. Der italienisch-amerikanische Automobilkonzern will der Allianz von BMW und Intel für die Entwicklung des autonomen Fahrens beitreten. Fiat Chrysler verkauft als Massenhersteller auf dem US-Markt mehr Autos als BMW.

Was steckt wirklich hinter der Internetwährung?

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Der Kurs des Euro profitierte im US-Handel vom schwächelnden US-Dollar und legte erheblich zu. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1767 Dollar gehandelt, nachdem sie im europäischen Geschäft zeitweise noch unter der Marke von 1,17 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1710 (Dienstag: 1,1744) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8540 (0,8515) Euro gekostet.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1753 Werte legten zu, 1152 gaben nach und 152 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1587 im Plus, 1288 im Minus und 261 unverändert.

Nach Trumps Auflösung der Beratergremien zogen an den US-Kreditmärkten die Kurse an. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen 10/32 auf 100-5/32. Die Rendite sank auf 2,23 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 16/32 auf 98-22/32 und rentierten mit 2,81 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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