Börse New York
Zypern-Angst breitet sich in die USA aus

Die US-Börsen folgten den europäischen Finanzplätzen ins Minus - vor allem wegen Zypern. Doch der größte Verlust hatte damit nichts zu tun: SAP-Konkurrent Oracle wurde wegen schlechten Zahlen regelrecht verprügelt.
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New YorkAus Furcht vor einem wirtschaftlichen Kollaps Zyperns haben sich Anleger aus den internationalen Aktienmärkten zurückgezogen. Die Börsen in den USA folgten am Donnerstag den europäischen Finanzplätzen ins Minus. Schlechter als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse des Technologiekonzerns Oracle verstärkten den Effekt.

„Die Unsicherheit in Zypern hat die Investoren vorsichtiger werden lassen“, sagte Chad Morganlander von Stifel, Nicolaus & Co in New Jersey. Das Ultimatum der Europäischen Zentralbank (EZB) an Zypern habe diese Unsicherheit sogar noch verstärkt. Wenn sich der hoch verschuldete Staat nicht bis Montag mit EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) auf ein Hilfsprogramm einigt, will die EZB den zyprischen Banken keine überlebenswichtigen Notfall-Kredite mehr gewähren. Die vorgelegten Daten zum US-Arbeitsmarkt lagen im Rahmen der Erwartungen und gaben der Wall Street keine Impulse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent niedriger bei 14.421 Punkten. Er pendelte dabei zwischen 14.383 und 14.512 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,83 Prozent auf 1546 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um ein Prozent auf 3223 Punkte.

Die Aktien von Oracle gehörten zu den großen Verlierern: Sie brachen um 9,7 Prozent ein. Das Unternehmen wies für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang aus. Zahlreiche Broker senkten die Kursziele für die Oracle-Aktie.

Auch die Papiere von J.C. Penney standen auf den Verkaufszetteln der Anleger: Sie gaben um vier Prozent nach. Der US-Handelsriese hatte zuvor mitgeteilt, die Probleme in der Geschäftsentwicklung dauerten länger an als zunächst gedacht.

Auf die Stimmung der Investoren drückten darüber hinaus Daten zur Konjunktur in der Euro-Zone. Das Markit-Barometer für die gesamte Privatwirtschaft sank um 1,4 auf 46,5 Punkte. Damit entfernte sich der Einkaufsmanagerindex weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der er Wachstum signalisiert.

Vor diesem Hintergrund verloren Dax und EuroStoxx50 jeweils etwa ein Prozent auf 7932,51 beziehungsweise 2683,08 Punkte. Der Euro kostete am Abend 1,2892 Dollar, nach 1,2934 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 1050 Werte legten zu, 1927 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,68 Milliarden Aktien 782 im Plus, 1648 im Minus und 104 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Zypern-Angst breitet sich in die USA aus"

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  • #pastafari
    Ich weiss ja nicht was Sie geraucht haben, muss aber ein geiles Zeug sein.

    Lese ich da "Amerika hat Angst, internationale Anleger werden vorsichtiger"?

    Wenn Köln pleite geht, interessiert das keine S.. und dennoch hat Köln mehr Einwohner als Zypern.

    Amerika hat also vor diesem riesigen Zypern Angst, die gerade mal runde 70 Mrd in ihrem Bankensystem vergraben haben? Ungefähr so viel wie Amreika in einem Monat an Neuverschuldung macht.
    Sagt mal Leute, wo gibt es all dieses geile Gras zum Rauchen? Oder will mir jemand ernsthaft glauben machen, die Menschen reagieren ganz vo alleine so strange?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der Aktienhegemon ist schuld. Die Börsen sind schuld. Die Politiker, Banker, Unternehmer, Privatisierer, die Euroverbissenen sind schuld an dieser 20 Jahre dauernden Katastrophe.


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