Börse New York
Zypern-Krise stimmt Wall Street vorsichtig

Nach einem guten Start konnten die US-Indizes ihr anfängliches Plus nicht halten. Viele Anleger nahmen Gewinne aus der langen Rally der Vorwochen mit. Vor allem Energietitel zog es ins Minus.
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New YorkDie Zypern-Krise sorgt auch an der Wall Street für Zurückhaltung. Nach einem etwas festeren Handelsauftakt gingen Anleger am Dienstag allmählich auf Nummer sicher und nahmen Gewinne aus der jüngsten Kursrally mit. Deshalb gingen die wichtigsten Indizes schließlich mit geringen Kursveränderungen aus dem Handel.

Viele Börsianer wollten zunächst abwarten, ob das Debakel mit dem Rettungspaket für Zypern zu einer erneuten Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise führt. Der Inselrepublik droht die Staatspleite, nachdem ein mit den Euro-Partnern ausgehandeltes Hilfsprogramm von dem zyprischen Parlament im Handelsverlauf abgelehnt wurde. Grund für das "Nein" war die Vereinbarung, Investoren und Sparer mit einer Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in die Pflicht zu nehmen.

"Der Markt verhält sich nicht, als ob es Grund zur Panik gibt", sagte Doreen Mogavero von Mogavero, Lee & Co im Saal der New Yorker Börse. "Aber Zypern ist ein weiterer Punkt, auf den die Leute zu achten haben. Er gibt Anlass zur Vorsicht."

Der Dow-Jones -Index ging kaum verändert mit 14.455 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 1548 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq gab 0,3 Prozent nach auf 3229 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,8 Prozent schwächer auf 7948 Zählern aus dem Handel.

An der Wall Street gehörten Energietitel zu den Verlierern. Der PHLX-Sektorindex für Öldienstleistungen fiel um zwei Prozent. Schlumberger und Halliburton sackten jeweils rund drei Prozent ab.

Einbußen gab es auch bei Citigroup. Der Kurs des Geldhauses gab rund Prozent nach. Die Großbank legt mit der Zahlung von 730 Millionen Dollar einen Rechtsstreit mit Anlegern bei. Die Einigung sei ein weiterer signifikanter Schritt, um die Ansprüche zu begleichen, die direkt aus der Finanzkrise stammen, teilte Citigroup mit.

Aufwärts ging es dagegen mit Immobilienwerten. Das PHLX-Branchenbarometer zog 0,3 Prozent an. Neue Daten zeigen, dass die Erholung am krisengebeutelten US-Immobilienmarkt an Fahrt gewinnt. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Februar auf den höchsten Stand seit 2008.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1260 Werte legten zu, 1712 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1036 im Plus, 1419 im Minus und 99 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Zypern-Krise stimmt Wall Street vorsichtig"

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  • Vielen Dank, HB, für diese durchdringende Analyse.
    Dummerweise passt die Realität nicht dazu. Wallstreet hat nicht mit Verlusten geschlossen, trotz allerTurbulenzen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jetzt stellt sich die Frage, wer will die Macht über Zypern ergreifen.
    Das Theater um Zypern könnte auch militärischen Interessen unterliegen. Um Zypern befinden sich die Türkei, Syrien, Libanon, Israel, Ägypten und Irak ist auch nicht weit davon entfernt.

    Auf Zypern lassen sich hervorragend Flugabwehrraketensysteme mit MM-104 Patriot Raketen installieren. Das System könnte als Drohkulisse oder als reines Abwehrsystem fungieren. Damit wären die angrenzenden Länder erpressbar. Wer Zypern übernimmt hat einen gewaltigen militärischen Vorteil. Ein totaler „Rundumblick“. Auf Zypern lassen sich auch Mittel- oder Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfe stationieren, kein Problem.

    Als ehemaliger Funkorder kenne ich die Vorzüge dieser Militärstrategien sehr genau. Mit der geographischen Lage Zyperns wird ein Krieg vorbereitet. Davon bin ich überzeugt. Natürlich vvs !!!

    Einen Krieg zu beginnen ist das Einfachste. Gründe werden dafür erfunden. Mal sehen was der Bundestag zur Zypernrettungspolitik erklärt. Vielleicht wieder Lügen nichts als Lügen?

    Natürlich werden die USA eine bevorstehende Invasion bestreiten. Wie immer.

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